Castello di San Martino in Priverno: Die befestigte Villa von Kardinal Gallio inmitten von monumentalen Eichen
Zwischen dem Amaseno-Tal und der Abtei von Fossanova, in der Landschaft von Priverno, liegt das Castello di San Martino, bei dem es sich eigentlich um eine befestigte Renaissance-Villa handelt. Sie wurde zwischen 1565 und 1569 von Kardinal Tolomeo Gallio, dem päpstlichen Sekretär und Gouverneur der Provinzen Campagna und Marittima, erbaut. Der Standort war kein Zufall: Hier befanden sich die Ruinen einer kleinen, dem Heiligen Martin geweihten Kirche. Und das Aussehen einer Festung – quadratischer Grundriss, vier Ecktürme, mächtige Strebepfeiler – zeugt von einer Zeit, in der selbst Kardinäle hinter dicken Mauern ruhiger schliefen.
Von den Kamaldulensern bis zu den Borghese
Im Jahr 1597 übertrug Gallio den Kamaldulensern sein gesamtes Vermögen, unter der Bedingung, dass sie eine Kirche und ein Kloster bauen würden. Doch 1652 löste Innozenz X. die Klostergemeinschaften auf, und die Mönche zogen fort. Es folgten jahrhundertelange Streitigkeiten über das Eigentum, bis Ende des 19. Jahrhunderts die Fürsten Borghese – bereits Besitzer von Fossanova – und 1914 die Familie Di Stefano in den Besitz der Abtei kamen. Noch heute prangt das Wappen der Borghese auf dem Bossenwerkportal.
Der Denkmalwald
Seit 2019 sind die 24 Hektar Eichenwald rund um die Burg ein Naturdenkmal. Vier Bäume – eine Waldkiefer, eine Ungarische Eiche, eine Zerreiche und eine Korkeiche – sind in das Register der denkmalgeschützten Bäume des Latiums eingetragen. Heute ist der Park für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet Wege, Picknickplätze und eine ehemalige Kapelle, in der zwei Fresken zu sehen sind: Papst Pius V. (der hier zu Gast war) und Kardinal Gallio selbst.