Das Vespasian-Aquädukt in Minturno: Über 100 römische Bögen entlang der Via Appia
In Minturno, im südlichen Latium, ist einer der spektakulärsten Abschnitte eines römischen Aquädukts in Italien erhalten geblieben. Über 100 noch erhaltene Bögen, 11 Kilometer des ursprünglichen Verlaufs – ein Wasserbauwerk, das zur Versorgung des antiken Minturnae, einer strategisch wichtigen Hafenkolonie an der Mündung des Garigliano, errichtet wurde. Das Wasser kam aus den Quellen von Capodacqua in Spigno Saturnia und gelangte über die Porta Gemina in die Stadt.
Eine Konstruktionstechnik wie aus dem Lehrbuch
Das Bauwerk besteht aus Opus Caementicium, dem römischen Beton, mit einer Fassade aus Opus Reticulatum: Tuff- und Kalksteinblöcken, die gitterförmig angeordnet sind. An einigen Bögen sind noch Spuren von Putz und zweifarbigen Verzierungen zu erkennen. Kurz gesagt, es ging nicht nur um Funktionalität. Auch die Römer hatten Sinn für Ästhetik.
Warum so viel Wasser benötigt wurde
Minturnae war ein strategisch wichtiger Knotenpunkt: Die Stadt kontrollierte den Fluss, der in die südlichen Regionen floss, und verfügte über einen Hafen, über den sowohl die Küste als auch die Städte im bergigen Hinterland versorgt wurden. Handel, Bevölkerung, öffentliche Thermen – alles erforderte eine ständige und reichliche Wasserversorgung.
Besichtigung
Der Abschnitt, der besichtigt werden kann, befindet sich im Gebiet Archi-Virilassi, wo das Aquädukt auf Höhe des archäologischen Parks die Via Appia kreuzt. Von hier aus erreicht man bequem die Archäologischen Ausgrabungen von Minturnae, das römische Theater mit 4.000 Sitzplätzen, das Forum, die Thermen und die Real-Ferdinando-Brücke über den Garigliano. Derzeit werden Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die durch den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) finanziert werden.