Castello Del Gallo in Mandela: Die Sommerresidenz von Napoleons Urenkelin
In Mandela dominiert das Castello Del Gallo mit seinem unverwechselbaren Zinnenturm und seiner breiten Fassade das Aniene-Tal. Diese Residenz ist untrennbar mit einer historischen Persönlichkeit verbunden: Giulia Bonaparte, der Enkelin Napoleons. Sie war es, die das Schloss in einen lebendigen kulturellen Salon verwandelte und damit einen Hauch der großen europäischen Geschichte an einen Ort brachte, den schon der Dichter Horaz besungen hatte.
Von der Festung zum Adelspalast
Die Ursprünge des Bauwerks reichen jedoch weiter zurück. Es war ursprünglich als Wehrturm erbaut worden und wurde seit dem 12. Jahrhundert als Festung der Familie Orsini genutzt. Die eigentliche Umgestaltung erfolgte jedoch in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als die Markgrafen Nuñez Sanchez das Gebäude renovierten und die Wohnbereiche sowie die barocke Kirche San Vincenzo Ferrer hinzufügten, die noch heute zu sehen ist. Der Anblick ist beeindruckend.
Der Einfluss von Giulia Bonaparte
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss von den Markgrafen Del Gallo di Roccagiovine erworben. Gemeinsam mit ihrem Gatten Alessandro gestaltete die Markgräfin Giulia den Ort so, wie wir ihn heute bewundern können. Sie ließ den Park im englischen Stil anlegen und errichtete die „Casina“ gegenüber der Kirche, um ihren gelehrten Gästen dort vollkommende Unabhängigkeit bieten zu können. Eine kleine Welt für sich.
Das Schloss ist eine private Residenz und in der Regel nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es kann von außen besichtigt werden sowie bei besonderen Veranstaltungen, die gelegentlich in der Ortschaft Mandela stattfinden.