Torre Campanaria von Fara in Sabina: Der freistehende Glockenturm auf der Piazza del Duomo
Auf der Piazza del Duomo in Fara in Sabina steht der Glockenturm allein, getrennt von der Kirche. Er gehört zu den ersten Dingen, die beim Aufstieg zum Dorf ins Auge fallen: ein Gebäude mit quadratischem Grundriss, dessen Ecken nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind und das über zwei Reihen von zweibogigen Fenstern verfügt, die den glatten Turmkörper optisch auflockern. Daneben befindet sich die Zisterne der Farnese aus dem 16. Jahrhundert, ein öffentlicher Brunnen aus dem Jahr 1588, der das Dorf noch heute mit Wasser versorgt. Der gegenüberliegende Palazzo Brancaleoni beherbergt das archäologische Museum, im Hintergrund erhebt sich die Stiftskirche Sant'Antonino. Ein Platz, der wie eine Bühne wirkt. Wir befinden uns in der Provinz Rieti, der ersten Gemeinde der Sabina an der Via Salaria.
Glockenturm oder Stadtturm?
Die Besonderheit dieses Turms, der in alten Dokumenten als „geteilter Glockenturm“ bezeichnet wird, ist seine Doppelfunktion. Er diente der Kirche aus dem 14. Jahrhundert, auf der später die Stiftskirche (1501–1506) errichtet wurde, als Glockenturm, doch aufgrund seiner astronomischen Ausrichtung und seiner isolierten Lage erfüllte er auch die Funktion als Stadtturm. Er gab die Zeit im Dorf vor, nicht nur die der Gottesdienste.
Ein Platz, den man in aller Ruhe betrachten sollte
Von der Terrasse neben dem Turm aus öffnet sich der Blick auf das Tibertal bis zum Monte Soratte. Es lohnt sich, zu verweilen und zu beobachten, wie die verschiedenen Elemente des Platzes miteinander in Dialog treten: die Vertikalität des Turms, die strenge Masse des Palastes aus dem 15. Jahrhundert und die klassizistische Fassade des Doms mit den heraldischen Rosen der Orsini am Portal.