Das sogenannte Mausoleum der Ummidia Quadratilla in Cassino: Zwei Jahrtausende Geschichte in einem Bauwerk, dessen Name nicht sicher ist
In der archäologischen Stätte von Cassino, an den südöstlichen Hängen des Monte Cassino, erhebt sich eines der rätselhaftesten römischen Denkmäler Südlatiums. Es wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. innerhalb der Stadtmauern von Casinum errichtet – entgegen den römischen Gesetzen, die Bestattungen in städtischen Gebieten untersagten – und bestand ursprünglich aus zwei Ebenen: einem oberen Podium mit Blick auf die Via Latina Nova, das heute nicht mehr existiert, und einer unteren, unterirdischen Cella. Letztere hat Erdbeben, Jahrhunderte und Bombardierungen unbeschadet überstanden.
Stein auf Stein, ohne Mörtel
Das Bauwerk besteht aus großen, perfekt gehauenen Kalksteinblöcken, die in horizontalen Reihen angeordnet und lediglich durch Bleiklammern zusammengehalten werden – ganz ohne Mörtel. Der Grundriss weist die Form eines griechischen Kreuzes auf, dessen symmetrische Arme von Rundbögen überspannt werden. In der Mitte befindet sich eine halbkugelförmige Kuppel, durch die vier schmale Schlitze Licht von oben hereinlassen.
Ein überlieferter, aber nicht belegter Name
Traditionell wird das Mausoleum Ummidia Quadratilla zugeschrieben. Sie war die Wohltäterin von Casinum und Tochter des Konsuls Gaius Ummidius Durmius Quadratus. Plinius der Jüngere erwähnte sie anlässlich ihres Todes im Jahr 107 n. Chr. Es gibt jedoch keine direkten Belege dafür. Um das Jahr 1000 wurde das Gebäude in eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Kirche umgewandelt. Ende des 17. Jahrhunderts weihte Abt Andrea Deodato es erneut dem Gekreuzigten, nach dem der Ort noch heute benannt ist, ein.
Nach den Bombardierungen im Jahr 1944 konnte die dort vorhandene mittelalterliche Kirche nicht mehr gerettet werden. Die geborgenen Fresken werden in Montecassino aufbewahrt.