Der Palazzo Galli in Campagnano di Roma: ein Palast im Manierismus-Stil, der von der Macht der lokalen Familien erzählt
Nur wenige Schritte von der ehemaligen Rocca Orsini im Herzen des mittelalterlichen Stadtteils Campagnano di Roma entfernt erhebt sich der vierstöckige Palazzo Galli im manieristischen Stil. Er ist eines der imposantesten Gebäude aus dem 16. Jahrhundert in dieser Stadt und erzählt die Geschichte von Familien, deren Bedeutung nicht auf Adelstiteln, sondern auf ihrem Landbesitz beruhte.
Wer waren die Galli?
Die Galli waren eher Großgrundbesitzer als Adelige. Sie errichteten den Palast im 16. Jahrhundert, als Campagnano einen von den Orsini angestrebten städtebaulichen Aufschwung erlebte. Noch heute ist das Familienwappen oben an der südwestlichen Ecke der Fassade zu sehen. Im 16. und 17. Jahrhundert bekleideten einige Mitglieder der Familie das Amt des Priors der Gemeinde. Pietro Galli ließ im Jahr 1616 zwei Kapellen ausstatten: eine in der Kirche Santa Maria del Prato und die andere in der Kapuzinerkirche. Sein Sohn Giovanni war Ritter des Ordens des Heiligen Michael und Schwager des Historikers Antonio degli Effetti.
Was es heute zu sehen gibt
Das Eingangstor verfügt über eine massive Bossenwerkfassade mit Pfeilern und Gewölben aus Peperino-Stein. Ursprünglich grenzte das Gebäude an die Rocca Orsini, die im Jahr 1882 abgerissen wurde, um Platz für das heutige Rathaus zu schaffen. Die Fassaden des Gebäudes sind auch im Film „Il caso Moro“ (1986) zu sehen, und zwar in der Szene, die in „Gradoli“ spielt.
Der Palazzo Galli befindet sich in Privatbesitz und kann daher nicht von innen besichtigt werden. Er liegt in der Altstadt von Campagnano und ist von Rom aus in etwa 30 Minuten über die Via Cassia zu erreichen.