Der Corso Vittorio Emanuele in Campagnano di Roma: Die neue Straße zwischen Adelswappen und alten Geheimnissen
Ein Spaziergang über den Corso Vittorio Emanuele in Campagnano di Roma führt durch das pulsierende Herz des städtischen Lebens und vorbei an zahlreichen Restaurants und Lokalen. Die geradlinige Straße, die im 16. Jahrhundert als Borgo Paolino entstand, ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Campagnano. Sie war Teil eines ehrgeizigen Projekts, das das Dorf mit Rom verbinden sollte – eine Geschichte, die alles andere als geradlinig verlief.
Ein unvollendetes herzogliches Projekt
Die Idee dazu entstand im Jahr 1560 unter Paolo Giordano Orsini. Kaum zum Herzog ernannt, wollte er eine moderne, repräsentative Achse schaffen, doch sein Plan kam fast sofort zum Stillstand. Rund 150 Jahre lang blieb der „Borgo Nuovo“ eine Baustelle unter freiem Himmel, auf der nur wenige Gebäude im Rohbau standen, darunter der Palazzo Chiatti und die noch unfertige Porta Romana. Ein unvollendeter Traum.
Das Erbe der Chigi und ein Geheimnis aus dem antiken Rom
Die Chigi, die seit 1661 die neuen Herrscher waren, vollendeten das Werk und förderten den Bau der Paläste, an deren Portalen wir heute ihre Wappen und die Jahreszahlen sehen. Doch das wahre Geheimnis verbirgt sich in Hausnummer 38: In einem Innenhof befindet sich eine griechische Inschrift mit der jüdischen Begräbnisformel „Er liegt außerhalb der Stadt“ aus der Römerzeit. Vielleicht handelt es sich um einen antiken Fund, der als dekoratives Element wiederverwendet wurde.
Der Corso ist eine öffentliche Straße und jederzeit zugänglich. Für Veranstaltungen wie den Palio degli Asini oder den Corteo Storico Rinascimentale empfehlen wir, die Website der Pro Loco oder der Gemeinde Campagnano di Roma zu konsultieren, um aktuelle Termine zu erfahren.