Die Katakomben der Heiligen Christina in Bolsena: Ein heiliges Labyrinth unter der Stadt
Unter dem Boden der Basilika erstreckt sich eine Parallelwelt. In den Katakomben der Heiligen Christina in Bolsena befinden sich etwa 1.600 frühchristliche Grabstätten in intaktem Zustand, was in der Region Tuscia nahezu einzigartig ist. Sie dienten nicht dazu, sich zu verstecken – eine hartnäckige Legende –, sondern waren offizielle, in den Tuffstein gehauene Friedhöfe. Hier wird die Stille nur durch die Schritte der Besucher unterbrochen.
Die Ruhestätte der Märtyrerin
Der Zugang dazu befindet sich direkt neben dem Altar des Eucharistischen Wunders. In der Grotte ruhen die sterblichen Überreste der jungen Schutzpatronin, bewacht von einem Meisterwerk: der polychromen Terrakottafigur von Benedetto Buglioni. Der Florentiner Künstler hat die Heilige so dargestellt, als liege sie schlafend da. Besonders beeindruckend ist der zarte Realismus des Gesichts.
Ein baumartiger Grundriss
Betritt man das Gebäude und geht den Hauptgang entlang, fällt die ungewöhnliche Struktur sofort ins Auge. Archäologen bezeichnen den Grundriss aufgrund der fischgrätenförmigen Verzweigung der Seitengänge auch als „Weihnachtsbaum“-Grundriss. Während viele Grabnischen noch mit Ziegeln verschlossen sind, sind auf anderen Inschriften wie Pax tibi cum sanctis (Frieden sei dir mit den Heiligen) zu lesen. Es ist die Geschichte einfacher Menschen.
Das unterirdische Antiquarium
Was einst fälschlicherweise als „langobardische Grabstätte“ bezeichnet wurde, beherbergt heute das Antiquarium. Hier sind die bei den Ausgrabungen geborgenen Gegenstände ausgestellt. Dazu gehören Öllampen, Glasgegenstände und Inschriften, die von familiären Verbindungen aus längst vergangenen Zeiten zeugen.
Die Besichtigung findet stets im Rahmen einer Führung statt und ist auf eine bestimmte Teilnehmerzahl begrenzt. Eine Reservierung wird also empfohlen. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen finden Sie auf der offiziellen Website der Basilika Santa Cristina: