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Die Basilikata und der Nationalpark Pollino

Nicht alle wissen, dass die Region Basilikata von der Gebirgskette Pollino durchquert wird. Diese erstreckt sich bis nach Kalabrien und in ihr finden Sie einen  beeindruckenden Naturpark, auf dessen Pfade man Wanderungen und Spaziergänge genießen kann, umgeben von einer wilden und unberührten Natur. Hier kann man außerdem Tiere und Greifvogel beobachten, die Traditionen des Gebiets entdecken und die kulinarischen Spezialitäten der Region genießen.Monte Pollino
Der Park
Gegründet im Jahr 1993, schützt dieses Naturgebiet einige seltene Pflanzenarten wie zum Beispiel die Schlangenhaut-Kiefer.
Naturalistisch gesehen ist dieses Gebiet besonders interessant, insbesondere aufgrund seiner Steineichen-, Ahorn- und Buchenwälder, seiner zahlreichen Flüsse, wie der Sinni (in der Antike auch Siris genannt, ist er 94 km lang und so einer der längsten und wichtigsten der Basilikata), und der zahlreichen Tierarten, die hier leben wie der Rehbock, einziger Überlebende der Familie der Rehen im Gebiet.
Wie in den anderen Naturparks Italiens bietet auch der Pollino lange Pfade für Spaziergänge und Wanderungen. Diese führen zu den Pollino Ebenen (Piani del Pollino), zu den Gipfeln des Dolcedorme, zur Serra di Crispo und zu den Schluchten des Raganello.

Weiter, können die Sportlicheren unter den Besuchern auch Ausfahrten im Mountainbike und im Kanu machen sowie Ausritte oder einzigartige Rafting-Emotionen erleben.
Der Parkt bewahrt jedoch nicht nur die Natur sondern auch die Traditionen und die Produktion der lokalen kulinarischen Spezialitäten, die man hier entlang durchdachter Routen erleben kann. Jeder kann hier einen Aufenthalt nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen planen und so die verschiedenen Gebiete erleben, die das Gesamtgebiet des Pollino einzigartig machen.

Städte und Altstädte
Dieser Teil Lukaniens besteht aus folgenden Gemeinden: Calvera, Castelluccio Inferiore, Castelluccio Superiore, Castelsaraceno, Castronuovo di Sant'Andrea, Carbone, Cersosimo, Chiaromonte, Episcopia, Fardella, Francavilla in Sinni, Latronico, Lauria, Noepoli, Rotonda, San Costantino Albanese, San Giorgio Lucano, San Paolo Albanese, San Severino Lucano, Senise, Teana, Terranova di Pollino, Valsinni, Viggianello.
In diesen, im Schutzgebiet liegenden, beeindruckenden Ortschaften kann man zahlreiche, unerwartete Entdeckungen machen. Eine davon ist die der albanischen Kultur im Gebiet: erste albanische Siedlungen orthodoxen Glaubens ließen sich hier nieder als die muslimischen Türken Osteuropa einnahmen.

San Paolo Albanese
In San Paolo Albanese (gegründet von einer Kolonie von Albanern in der ersten Hälfte des 16. Jh.) kann man das Museum der Arbëresh-Kultur besichtigen und die üppigen traditionellen Trachten, Gegenstände des Kunsthandwerks und die Nachstellung origineller Lebensräume bewundern und so sehen wie diese Kultur ihre Traditionen ausgelebt hat.
Noch heute kann man bei besonderen Ereignissen die wunderschönen und bunten Kostümen an den Frauen sehen, während die Männer dunkle Anzüge mit traditionellen Hüten ausführen, die mit bunten Bändern dekoriert sind.

Ebenfalls von Albanern scheint die Ortschaft San Costantino Albanese gegründet worden zu sein. Hier wird noch die Tradition des griechisch orthodoxen Rituals in der originalen Sprache aufrecht erhalten. San Costantino Albanese ist aber vor allem für die Verarbeitung von Spitze und Socken bekannt sowie für das Heiligtum Maria Santissima della Stella aus dem 17. Jh., das mit wertvollen Fresken dekoriert ist.

Rotonda
Die historisch und archäologisch interessanten Ortschaften sind jedoch viele und alle sind einen Besuch wert.
Angefangen von Hauptzentrum des Parks, die mittelalterliche Ortschaft Rotonda, finden wir beeindruckende Monumente, wie Reste des Feudalschlosses Sanseverino-Bisignano aus dem 15. Jh.. Weiter finden wir hier das Heiligtum Santa Maria della Consolazione aus dem 16. Jh., mit wertvollen Marmorwerken, die Hauptkirche (Chiesa Madre) mit beeindruckenden Fresken und Stuckdekorationen und die Kirche des Allerheiligen Rosario, die älteste der Ortschaft. Nicht nur religiöse Bauten beeindrucken jedoch hier. Das Palazzo de Rinaldis hat ein imposantes Marmortor während Palazzo Amato von einem entzückenden, historischen Garten umgeben ist. Das Amato Palais ist aber vor allem für die beeindruckenden Salons bekannt, mit Kaminen aus gemeißeltem Stein, sowie für die Keller mit Weinpressen und Ölmühlen. 
Wenn man Rotonda um den 13. Juni besucht, kann man im Rahmen des Tages des Hl. Antonius aus Padua das traditionelle Volksfest der Tanne erleben.
Die Legende besagt , dass der Heilige, bei seiner Durchreise entlang des Gebiets, sich im Wald, bei einer Tanne ausgeruht hatte und dass an dieser genauen Stelle ein Kuhhirte, der aus der Höhe gefallen war, den Unfall überlebte. Nach dieser Begebenheit begann die Tradition, bei der die Bewohner jährlich auf den Berg gehen um den Heiligen mit Feierlichkeiten und Gottesdiensten zu ehren.

Latronico
Unser nächster Halt ist in Latronico, wo die Kirchen Sant’Egidio Abate (mit einem Heiligenschrein aus Gold), San Michele und San Nicola einen Besuch wert sind. Latronico ist außerdem für das Kunsthandwerk mit dem lokalen Stein aus dem Monte Alpi bekannt. Besonders beliebt für die Kunstarbeit ist der sogenannte Latronico-Marmor, ein Alabaster mit grau-blauen Äderungen.
Sehr Urtümlich ist auch die Ortschaft Calvera, mit einer eindrucksvollen Hauptkirche, in der Gemälde aus dem 17. Und 18. Jh. bewahrt werden. Ebenfalls bekannt ist hier die Quelle an Schwefelwasser in der Contrada Vallina.

Castelluccio
Unsere Route im Naturpark Pollino geht auch an Castelluccio Inferiore und Castelluccio Superiore vorbei. Im ersteren sollte man einen Anblick der Kirche Dell’Annunziata und ihres Glockenturms mit der bunten Keramik im byzantinischen Styl nicht verpassen. Castelluccio Superiore dagegen, bietet sehr interessante archäologische Ausgrabungen.

Weiter kommen wir nach Castelsaraceno mit den zahlreichen Schlangenhaut-Kiefern, die man im Gebiet Monte Alpi, am westlichen Hang des Berges sehen kann. Ebenfalls sehenswert sind die Murge: Felsenklötze, die über der Ortschaft herrschen und auf denen die erste Siedlung des Gebiets errichtet wurde. Der dort zu sehende Turm diente damals als Überwachungsturm, zu Schutz vor fremden Angriffen. 

Viggianello
In der Gemeinde Viggianello kann man dagegen viele Kirchen und Kapellen sehen sowie die Überreste des Feudalschlosses Sanseverino Bisignano, Residenz von Friedrich II. Weitere Anziehungspunkte sind Piano Ruggio und das Belvedere: Eine weites Karstgebiet, bedeckt mit weiten Weidenflächen und umgeben von den bewaldeten Hängen der Berge. Kloster und Sanktuarien, mit Zeugnissen aus dem Barock, der Renaissance und der byzantinischen Zeit finden Sie in der kleinen Ortschaft Episcopia, wo auch ein Feudalschloss aus dem 14. Jh. zu sehen ist.

Unsere letzte Etappe ist San Severino Lucano, auf einer Höhe von 1500 m, im Herzen des Parks gelegen. Hier wurde das Heiligtum der Madonna del Pollino errichtet, Glaubenszentrum der lokalen  Kirchentradition.

Nützliche Infos

Verpassen Sie nicht...

Eine weitere Besonderheit dieser Gegend sind die Schwefel- und Magnesiumhaltige Quellen von Calda ( 23° C), die bereits in der Antike für ihre Heilkraft bekannt waren. Heute sind diese Teil einer modernen Thermenanlage, Terme Lucane, die mit Wellness und Heilkuren ihre Besucher verwöhnt. 

Im Park werden außerdem täglich Ausflüge mit professionellen Wanderführern organisiert sowie mehrtägige Wandertouren und Lehraktivitäten. 
Bevor Sie für das Pollino Gebiet aufbrechen empfehlen wir Ihnen sich über die gewünschte Route zu informieren und sicherzustellen, dass Sie ein Fernglas und eine Kamera bereit haben, um die beste Seite des Parks nicht zu verpassen.

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