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Carbonia-Iglesias

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Carbonia-Iglesias ist die kleinste Provinz Sardiniens. Es befindet sich im äußersten Südwesten der Insel und grenzt im Osten an die Provinz Cagliari und im Norden an die Provinz Medio Campidano. 
Die Provinz Carbonia Iglesias erstreckt sich über 1.495 Quadratkilometer ( 6,2% des sardischen Territoriums) und hat 23 Gemeinden, zu denen zwei Inseln gehören: die Insel San Pietro und die Insel Sant'Antioco (die über eine künstliche Landenge mit dem Festland verbunden ist und die viertgrößte Insel Italiens ist), die beide zum Sulcis-Archipel gehören.
Das Landesinnere der Provinz bietet eine wunderschöne Landschaft, mit vielen absolut unberührten Flächen. Hier befindet sich deshalb auch der Sulcis-Naturpark. Die Geschichte dieser Provinz ist sehr alt: die ersten menschlichen Siedlungen reichen 5000 Jahre zurück.
Die Phönizier und die Einwohner Khartagos haben in dieser Umgebung besonders viele Siedlungen errichtet. Sie entdeckten als erste die ergiebigen Metalllagerstätten (Blei, Zink, Silber, Barium und Kupfer), die es hier gab.
Die Lagerstätten wurden bis ins Mittelalter ausgebeutet, und dann für längere Zeit still gelegt, bis sie um die Hälfte des 19. Jahrhunderts „wieder entdeckt“ wurden und aus aller Welt Kapital, Technik und Arbeitskräfte ankamen. Nach dem zweiten Weltkrieg geriet die Bergbauindustrie endgültig in die Krise: heute gehören die Reste dieser Welt, Gebäude und zum Teil noch funktionierende Maschinen, zu den Zeugnissen der industriellen Archäologie.

Das historische Zentrum von Iglesias ist eines der schönsten im Süden Sardiniens und reich an Sehenswertem.
Besonders interessant ist die Kathedrale Santa Chiara, die zwischen 1285 und 1288 erbaut wurde; sie wurde später erweitert und im gotisch-katalanischen Stil verändert. Heute sind hier mehrere Statuen, Gemälde und wertvolle Gegenstände, wie das spätgotische Kruzifix aus dem 16. Jh. und das Gemälde der „Jungfrau Maria im Kreise von Heiligen“ aus dem 18. Jh. Zu sehen. Dann gibt es noch die Kirche San Francesco, das Heiligtum Santa Maria delle Grazie und das Schloss Salvaterra. Außerhalb des Zentrums befindet sich die aus dem 13. Jh. stammende Kirche Madonna di Valverde. Zum Schluss ist noch das Museum der Bergbaukunst zu nennen, in dem Zeugnisse und Werkzeuge aus der Geschichte des Bergbaus von Iglesias ausgestellt sind.
Nicht weit von Iglesias befindet sich das zauberhafte Antas-Tal, wo noch viele archäologische Spuren zu sehen sind, darunter die Reste eines Tempels, der im 6 Jh. v.Chr. erbaut und später von Kaiser Caracalla umgebaut wurde (211-217) . Weiter oben an der Küste befinden sich die Reste der Bergwerke von Ingortosu und Montevecchio, bedeutende Zeugnisse der Industriegeschichte. Besonders Montevecchio (und das, was von dem Bergwerk übrig ist) ist eins der acht Teile des zum UNESCO-Kulturerbe ernannten Historischen Bergbau- und Naturparks von Sardinien . Besonders schön ist auch der Strand von Piscinas mit seinen für Sardinien einzigartigen Dünenformationen. Weiter südlich befindet sich im Landesinneren Carbonia, ein interessantes Beispiel für eine „neue Stadt“: sie wurde in den späten Dreißiger-Jahren erbaut, um die vielen Arbeiter unterzubringen, die in den Kohlengruben der Umgebung arbeiteten.
Knapp 3 km von der Stadt entfernt befindet sich das Ausgrabungsgebiet Monte Sirai, mit Resten der Phönizier und der Punischen Bevölkerungen. Die Siedlung ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt: das Wohngebiet, in dem man Viertel, Plätze und Häuser noch deutlich erkennen kann; die religiösen Gebäude, wie der Tempel innerhalb der Stadt und das Tophet, ein Heiligtum unter freiem Himmel; die Nekropolen, mit den antiken phönizischen Erdgräbern und den unterirdischen Räumen der karthagischen Hypogäen.
Zum Schluss sind noch die zwei sulcitanischen Inseln zu nennen: Sant’Antioco, die durch einen künstlichen Landenge mit dem Festland verbunden und reich an archäologischen Zeugnissen ist; und San Pietro, mit seinen zauberhaften Steilklippenküsten im Westen (wo durch die Meereserosion wunderschöne Steilhänge, Höhlen und Einbuchtungen entstanden sind) und flachen, geraden Sandstränden im Osten.

In der Provinz Carbonia Iglesias befindet sich der Naturpark Sulcis. Er ist ideal für Wanderungen und Radtouren auf den Spuren der vielfältigen lokalen Flora und Fauna. Hier gibt es auch noch den Sardischen Hirschen, der in dieser Gegend vor dem Aussterben gerettet wurde. 
Meeresfreunde kommen in der Provinz Carbonia Iglesias dank der abwechslungsreichen Küste mit flachen Sandstränden und steilen Klippen voll auf ihre Kosten; und auch Höhlenforschern ist hier Einiges geboten: Die Su Benatzu Grotte von Santadi, ein Kultort der nuragischen Völker, die Is Zuddas Grotte, mit dem schneeweißen Aragonit, und die Su Mannau Grotten, verborgen in den Wäldern bei Iglesias.

In diesem Bereich Sardiniens gibt es mehrere typische Produkte, angefangen beim Fisch, der besonders an der Küste und auf den Inseln gegessen wird. Außer den „Klassikern“ wie Thunfisch, Schwertfisch, Meeräsche, Sardellen und Dorade, ist die so genannte Bottarga sehr beliebt; es handelt sich um getrockneten Thunfisch- oder Meeräschenrogen. Dieser wird mit Brot und Butter oder über Spaghetti gerieben als Vorspeise serviert.
Dann gibt es den Käse, vor allem Schafskäse, und das dünne knusprige Carasau Brot in seinen verschieden Varianten, als Pane-Guttiau, im Ofen geröstet und dann mit Öl und Salz angemacht oder befeuchtet und zusammengerollt. Zu erwähnen sind auch die Vorspeisen, wie die Malloreddus, Griesnudeln mit Wurstsoße und die Culurjonis, Teigtaschen mit Rikotta und Minze oder mit Kartoffeln, Frischkäse und Minze gefüllt.
Zum Schluss die Weine, wie der Carignano del Sulcis, ein rubinroter duftiger trockener DOC Wein, mit einem Mindestalkoholgehalt von 11,5%. Er schmeckt besonders gut zu Nudelgerichten, gegrilltem Fleisch, Würsten und gereiftem Käse.