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wo Kunst und Spiritualität zu Hause sind

Ich möchte hier eine Route durch das Peligna-Tal vorschlagen, wo Kunst und Geschichte wertvolle Spuren hinterlassen haben und wo seit jeher die Spiritualität und der praktische Unternehmergeist zusammen leben. Wenige Kilometer von Sulmona entfernt befindet sich die Einsiedelei von Sant'Onofrio, dann geht es weiter nach Pacentro und schließlich über die Hochebene der Cinque Miglia in das malerische Städtchen Pescocostanzo.

200 Bewertung | Mittel: 4 von 5

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  • Länge: 61.8 km
  • Etappen: 1
  • Empfohlene Dauer: 1 Giorno
  • Empfohlenes Fortbewegungsmittel: Auto/Motorrad

Autor: Walter Cavalieri

Von l'Aquila erreichen Sie bequem über die Autobahn die Stadt Sulmona, Hauptort des Peligna-Tals, mit uralten italischen Ursprüngen und Heimat des großen lateinischen Dichters Ovid.
Sie liegt in einem fruchtbaren Becken entlang der Tratturi (für die Transhumanz verwendete Weidewege) und blühte vor allem unter den Hohenstaufer-Kaisern auf, wie das majestätische mittelalterliche Aquädukt beweist, das mit seinen Bögen noch heute die große Piazza Garibaldi begrenzt. Sulmona zeichnet sich durch ihr eifriges Kulturleben, ihre Kunst und ihre Produktivität aus, ist berühmt für die Herstellung der Confetti (Mandeln in Zuckerguss) und als Kunststadt mit wertvollen Monumenten und Adelshäusern. Sehenswert sind die gesamte Altstadt und besonders die Kathedrale und der Monumentalbau der SS.Annunziata.

An den felsigen Abhängen des Monte Morrone, der das Peligna-Tal beherrscht,  befindet sich auf 620 Metern die Einsiedelei von Sant'Onofrio. Es handelt sich um die berühmteste Eremitei der Abruzzen, weil hier Pietro Angelerio seine einsamen Einsiedlerjahre verbrachte. Den steilen, felsigen Weg, der hierher führt, kam im Jahr 1294 die Delegation herauf, die dem Mystiker seine Wahl zum Papst unter dem Namen Coelestin V. ankündigte. Er war eine der wichtigsten und umstrittensten Figuren der Kirche des Mittelalters und wird von vielen Forschern als der von Dante so genannte Papst der “großen Weigerung” angesehen wird. Am Fuße des Felsvorsprungs, auf dem die Einsiedelei steht, befindet sich der Tempel des Herkules Curino aus italisch-römischer Zeit.

Am Fuß des Monte Morrone steht zur Bewachung des Taleingangs der befestigte mittelalterliche Ort Pacentro, über den die drei quadratischen Türme des Castello Cantelmo (oder Caldora) hinausragen. Die Adelshäuser und die Pfarrkirche Santa Maria Maggiore oder della Misericordia sind sehenswert.

Wenn Sie nun auf die 1400 Meter hoch gelegene Ebene der Cinque Miglia hinauffahren, kommen Sie in das hübsche Bergstädtchen Pescocostanzo mit seinem außergewöhnlichen Erbe an Monumenten und Gebäuden aus der Renaissance- und Barockzeit. Auf keinen Fall versäumen dürfen Sie einen Besuch der Kollegiatkirche Santa Maria del Colle aus dem 13.Jh. mit ihren beiden Portalen und den fünf Kirchenschiffen mit Kassettendecke. Seit unerdenklichen Zeiten ist Pescocostanzo eine Durchgangsstation der Hirten während der Transhumanz und verzeichnete im Laufe der Jahrhunderte ein konstantes demografisches, wirtschaftliches und kulturelles Wachstum. Im 16.Jh. hat die Prominenz des Ortes einer tüchtigen Gemeinschaft von Maurern aus der Lombardei eine Reihe von Bauaufträgen übergeben. Die Frauen dieser Maurer führten hier auch die Kunst der Spitzenklöppelei ein, die sich zu der hier bereits betriebenen feinen Kunst des Goldschmiedehandwerks gesellte.

  • Länge: 61.8 km

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km 7.8

Sulmona

42.047 N - 13.926 E

Sulmona ist eine Gemeinde der Provinz L'Aquila mit ca. 25.000 Einwohnern, auf 400 m ü.M. gelegen.

Es liegt am Fuße des Monte Morrone, dem Symbol für den spirituellen Weg Zölestins V und wird von den Flüssen Gizio und Vella durchquert. Schriftsteller der Antike sind sich einig, dass der Name Sulmona mit der Zerstörung Trojas in Verbindung zu bringen ist. Für Ovid und Silio Italico stammt der Name der Stadt von Solimo Frigio, einem der Gefährten des Äeneas.

Es handelt sich um Publio Ovidio Nasone, wahrscheinlich zusammen mit Papst Innozenz VII der berühmteste Bürger dieser Stadt.

Im Jahre 1706 wurde Sulmona durch ein verheerendes Erdbeben zerstört, bei dem mehr als ein Viertel der Bewohnen ums Leben kamen und ein Großteil der Stadt zerstört wurde.

Sulmona ist bekannt für seine Konfektherstellung, mit der man am Ende des 15. Jh. begann und für die Goldschmiedekunst aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Beeindruckend ist die Kathedrale San Panfilo, im 8. Jh. auf den Resten eines heidnischen Tempels errichtet, der Städtische Park mit dem Bischofspalast aus dem 18. Jh. sowie die Kirche Santa Maria della Tomba und San Francesco della Scarpa, die mit einer wunderschönen romanischen Pforte geschmückt ist.

In der Zeit vom Juli und August wird in Sulmona die Giostra Cavalleresca, eine alte Ritterschlacht, veranstaltet.

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km 10.4

Die Einsiedelei Sant'Onofrio

42.089 N - 13.936 E

Die Einsiedelei steht auf einem Felsvorsprung und ist nur über einen unwegsamen Pfad zu erreichen, der an der Badia Morronese beginnt.

Sie wurde 1290 auf Wunsch von Pietro Angelerio erbaut, später lebte hier ab 1293 für ca. 1 Jahr Papst Zölestin V als Einsiedler, bevor er zum Papst gewählt wurde. Im Laufe der Zeit wurde die Einsiedelei mehrfach umgebaut, ohne ihren ursprünglichen Zustand zu verändern.

Sie umfasst eine Reihe von Zellen für die Einsiedler und eine Kapelle, die im 13. Jh. vom Maestro Gentile da Sulmona mit großartigen Fresken geschmückt wurde.

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km 31.9

Pacentro

42.052 N - 13.992 E

Diese kleine Gemeinde liegt zwischen dem Monte Morrone und dem Peligna-Tal. Es wird überragt von der Burg, dem Castello dei Caldora (aus dem 10. Jh.), die zusammen mit den Burgen von Pettorano, Introdacqua, Anversa, Bugnare, Popoli und Roccacasale zum Verteidigungssystem des Peligna-Tals gehörte.

Bei einem Spaziergang durch den Ortskern können wertvolle Kirchen wie jene die Chiesa Madre (11. Jh.) und San Marcello aus dem Jahre 1407 bewundert werden, ebenso wie verschiedene vornehme Paläste: Palazzo Tonno, Palazzo La Rocca (Sitz des Rathauses), Palazzo Avolio und Palazzo Massa, Palazzo Granata, Palazzo Simone.

Jedes Jahr im September wird der „Lauf der Barfüßigen“ (Corsa degli Zingari) durchgeführt, ein Rennen ohne Schuhe, das mit der Santa Casa di Loreto verbunden ist; die Veranstaltung ist eine Mischung aus religiösen und heidnischen Elementen und zieht viele Besucher an. Es gehört zu den schönsten befestigten Dörfern Italien.

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km 11.7

Die Hochebene der Cinque Miglia

41.893 N - 13.995 E

Die eindrucksvolle vom Nationalpark Abruzzen umgebene Ebene auf 1200 m Höhe erstreckt sich  über 'fünf antike Meilen' (cinque miglia ), heute neun Kilometer, von Nordwesten nach Südosten.

Hier befinden sich zahlreiche touristisch interessante Ziele: Roccaraso mit den größten Skianlagen Mittelitaliens; Rivisondoli mit der ältesten berühmten lebenden Krippe Italiens;

Pescocostanzo mit vielen Erzeugnissen aus dem Kunsthandwerk: filigrane Goldschmiedearbeiten, geklöppelte Spitzendeckchen , schmiedeeiserne Objekte, Holzintarsien. Pescasseroli, Sitz des Nationalparks der Abruzzen; Opi, eines der touristischen Hauptziele im Nationalpark.

Die Hochebene bietet besonders im Sommer ein Naturschauspiel von grosser Schönheit und ist dank zahlreicher Wanderwege gut erschlossen.

Sie ist ein Naturschutzgebiet, in dem viele einheimische Tiere zu sehen sind: Bären, Wölfe, Hirsche, Eichhörnchen, Füchse. Auf der Ebene kann man im Winter Langlaufski fahren.

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Pescocostanzo

41.889 N - 14.064 E

Zwischen der Majella und dem hohen Tal von Sangro liegt Pescocostanzo, eine römische Siedlung aus dem 3. Jh. n.Chr. , die sich um das Jahr 1000 entwickelt hat, wie aus einer Gravierung aus dem Jahre 1066 auf einer der Tafeln des Bronzetores der Abtei Monte Cassino hervorgeht.

Im Jahre 1456 wird es durch ein Erdbeben zerstört, was seine komplette sozio-kulturelle Umgestaltung verursacht. Die gesamte Anlage des Ortes wird wieder aufgebaut und der Reichtum aus der Schafzucht zieht Arbeiter aus der Lombardei an. Diese bringen weit entwickelte Techniken in der Bearbeitung von Stein, Marmor, Schmiedeeisen und Holz mit. Im Jahre 1774 erlangt die Gemeinde Eigenständigkeit und verleiht sich selbst den Titel „Universitas Sui Domina“ (Gemeinde, die ihr eigener Herr ist), ein Motto, das noch heute im Stadtwappen zu sehen ist. Das Gedeihen der kleinen Gemeinde auf dem Felsen in der Geschichte ist in der wunderschönen Architektur im Zentrum zu sehen, wo die bemerkenswerte Kollegiatkirche Santa Maria Assunta, heute Basilika, die der Santa Maria del Colle geweiht ist hervorsticht. Durch ihre herrlichen Pforten, eine romanisch und eine aus der Renaissancezeit, gelangt man zu den fünf Schiffen, deren zentrales, ein Werk des Architekten Carlo Sabatini, reich mit Kirchengerät ausgestattet ist.

Die wertvolle Kassettendecke aus dem 17. Jh. wird durch zahlreiche Gemälde noch kostbarer gemacht, darunter Werke von Giovannangelo Buco und andere unbekannter Herkunft, wahrscheinlich aus der Spagnoletto-Schule und von Salvador Rosa. Zum Altar gehört eines der seltenen Exemplare mittelalterlicher Holzkunst der Abruzzen, die Madonna del Colle, aus Holz, farbig bemalt.

Vom Bahnhof aus erreicht man das Zentrum über eine lange Allee, die an Gärten vorbei führt, und man gelangt fast sofort zu der Barockkirche Chiesa di Gesù e Maria (1611) und zu dem angrenzenden Franziskanerkloster. An der Treppe der Kollegiatkirche liegt die Kirche Santa Maria del Suffragio dei Morti; beim Weitergehen erreicht man die zahlreichen größeren und kleineren Paläste aus dem 18. Jahrhundert.

Der Mathematiker und Philosoph Ottavio Colecchi war Bürger dieser Ortschaft.

Von hier aus kann man auch die Skianlagen und die Wege in der Natur genießen, die zur Berggemeinde Alto Sangro und zur Hochebene der Cinque Miglie gehören.