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Entlang der ehemaligen Achse der Römerstraße Via Claudia Nova und des späteren Tratturo Magno der Transhumanz zwischen den Weidegebieten des Gran Sasso und des Tavoliere in Apulien liegt das außergewöhnliche habitat, wo seit Jahrhunderten der Safran von l´Aquila wächst.
Autor: Errico Centofanti
Entlang der ehemaligen Achse der Römerstraße Via Claudia Nova und des späteren Tratturo Magno der Transhumanz zwischen den Weidegebieten des Gran Sasso und des Tavoliere in Apulien liegt das außergewöhnliche habitat, wo seit Jahrhunderten der Safran von l´Aquila wächst, eine der weltweit wertvollsten Sorten dieses teuren Gewürzes. Dank der Schafzucht und später dank der Safranpflanzungen haben die Orte dieser Gegend fruchtbare Zeiten erlebt, wie man aus den großartigen Monumenten erkennen kann, die bis heute erhalten sind.
Barisciano (940 m Seehöhe, 1830 Einwohner) liegt an den Abhängen des Monte Selva über der Navelli-Ebene. Noch heute ist hier das Herz des Safrananbaus. Der Ort entstand im 8.Jh. und zeigt eine mittelalterliche Struktur, angefangen von der imposanten Mauer der antiken Festung mit ihren Terrassierungen im Berghang. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kirchen San Flaviano und Santa Maria di Valverde, sowie einige Beispiele von Turmhäusern und Gebäuden aus dem 16.Jh., wie z.B. Palazzo Ximenes. Gleich hinter Prata d’Ansidonia (845 m Seehöhe, 600 Einwohner) liegt die wichtige Ausgrabung der Vestiner-Stadt Peltuinum. In der Pfarrkirche San Nicola, die im Barock erneuert wurde, befindet sich ein wunderschöner Ambo aus dem Jahr 1240. Außerhalb des bewohnten Gebiets erhebt sich auf einem Hügel inmitten von Wäldern Castel Camponeschi, eine Festung aus dem 13. und 14.Jh..
Eindrucksvoll die Fraktionen Tussio und San Nicandro. Die Reste einer imposanten mittelalterlichen Festung, die im 15.Jh. vom Heer von Braccio Fortebraccio da Montone zum Teil zerstört wurde, beherrscht den Ort San Pio delle Camere (830 m Seehöhe, 550 Einwohner). In der Kirche San Pietro Celestino erzählen 4 Gemälde Episoden aus dem Leben des Heiligen. Die Fraktion Castelnuovo hat ein beeindruckendes Beispiel für eine viereckige Befestigung nach römischem Vorbild zu bieten, die leider vom Erdbeben am 6. April 2009 teilweise zerstört wurde.
Caporciano (975 m Seehöhe, 300 Einwohner) geht auf das Jahr 1000 zurück und zeigt imposante, urgeschichtliche, befestigte Siedlungen und die schönen mittelalterlichen Kirchen San Pietro und San Benedetto Abate. Zu den Kunstschätzen hier gehören die Schmuckstücke von Bominaco: die wunderschöne romanische Kirche der Santa Maria Assunta und die Kirche San Pellegrino, deren Inneres vollständig mit Fresken aus dem 13.Jh.
ausgeschmückt ist. An der Grenze der Safran-Hochebene befindet sich Navelli (760 m Seehöhe, 710 Einwohner), wo sich die mittelalterliche Anlage voll erhalten hat, die sich um die Festung entwickelte. Hier sind, verstreut zwischen typischen Turmhäusern und steilen Gässchen mit Rampen, eine Reihe von schönen architektonischen Elementen zu sehen. In der Fraktion Civitaretenga ist die Kirche San Salvatore sehenswert, die aus dem späten 18.Jh. stammt und ein Renaissance-Portal und ein elegant dekoriertes Inneres besitzt. In der darunter liegenden Ebene stehen Santa Maria delle Grazie und Santa Maria in Cerulis, zwei Kirchen, die den Hirten beim Weidewechsel auf dem Tratturo L’Aquila-Foggia Zuflucht boten. Es handelt sich um typische Beispiele für die Architektur der Abruzzen, die mit der Schafzucht und ihrer Kultur in enger Verbindung steht.
km 6.8
42.325 N - 13.592 E
Barisciano liegt an den Abhängen des Monte Selva und ist Teil des Nationalparks Gran Sasso e Monti della Laga.
Der Ort entstand im 8.Jh. um den Siedlungskern San Flaviano della Pagania. Um das Jahr 1000 werden aufgrund der Verschmelzung der benachbarten Dörfer die vier Viertel geschaffen (Capo di Serra, Macchiola, Piedi la Terra und Tricaglio). Seine strategische Lage führte dazu, dass der Ort bei vielen Mächtigen begehrt war. Er musste sich dem Tyrannen Braccio da Montone unterwerfen und ging 1424 in den Besitz der Caracciolo über.
Das Stadtzentrum zeichnet sich durch kleine, bergauf und bergab führende Gässchen mit Treppen und weite Plätze mit Brunnen und Kirchen aus. Die Kirche San Flaviano hat einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und drei Kirchenschiffe; sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert und bewahrt ein wertvolles Taufbecken aus dem Jahr 1571, eine Holzorgel aus dem Jahr 1759 und eine Kanzel aus dem 18.Jh.. Die Kirche Santa Maria di Valleverde aus dem 16.Jh. wird in der zweiten Hälfte des 18.Jh. fertig gestellt und besitzt fünf schöne Renaissance-Fenster an der Außenfassade. Durch das wunderschöne Portal tritt man ein und kann die Skulpturen der Schule des Ariscola und von Silvestro dall'Aquila bewundern. Die Kassettendecke ist aus Holz. Außerdem sehenswert sind die Kirche Santa Maria di Capo di Serra, der Große Brunnen, die Dreifaltigkeitskirche (Santissima Trinità), eine Merhzweckstruktur und die Grotten, die „locce“ genannt werden.Interessant der traditionelle Brauch der “sette sporti” (sieben Körbe) beim alljährlichen Fest, das als Nacht der Hexen bezeichnet wird.
km 2.9
42.279 N - 13.607 E
Prata d'Ansidonia entstand zusammen mit San Nicandro und Tussio nach der Zerstörung von Peltuinum, der nahe gelegenen archäologischen Siedlung, durch die Franken zwischen dem 8. und 9. Jh. Es liegt an der Subequana-Straße zwischen den Hügeln am Fuße des Sirente-Massivs.
Die Eingangstore öffnen sich und es findet sich eine römische Metropole. Noch heute führt die Via Claudia Nova durch den Ort; zahlreiche archäologische Funde sind erhalten geblieben, wie z.B. große Abschnitte der Mauer, Fundamente des Tempels und das Theater als Beweis für eine stabile und autonome Ansiedlung. Sehenswürdigkeiten der Natur, der Geschichte und der Kunst: hier kann man Stätten mit antiker und moderner Kunst besichtigen.Die Kirche San Paolo da Peltuinum gilt als herausragendes Werk, bereichert durch den einzigartigen Ambo aus dem Jahr 1240 mit kunstvollen arabischen Ornamenten und durch Blumenverzierungen der Tafeln neben der Chorschranke, welche die charakteristische Distelblüte darstellen.Prata verfügt auch über eine Pinakothek der Moderne und ist bekannt für die Safranproduktion.
km 5.4
42.286 N - 13.620 E
Zwischen Prata d'Ansidonia und San Pio delle Camere lag Peltuinum an einer der wichtigsten Verbindungsstraßen aus römischer Zeit. Die Ruinen befinden sich entlang eines Tratturo. Ursprünglich führte eine große römische Straße, die Via Claudia Nova, durch den Ort, dessen Ursprünge auf die Tribus Quirina zurückzugehen scheinen. Die römische Stadt, die zwischen dem 8. und dem 9.Jh. von den Franken zerstört wurde, besaß auch ein Aquädukt.
Unter Sedonio zur Zeit der Normannenherrschaft änderte die Stadt ihren Namen in Civita Sedonia und durchlebte eine Zeit des Niedergangs.Die romanische Kirche San Paolo in Peltuinum entstand wahrscheinlich auf einer früheren heidnischen Stätte und wurde mehrmals renoviert.
Heute sind noch Überreste eines Theaters aus der Zeit von Kaiser Augustus, ein Apollo-Tempel und Mauerabschnitte zu sehen.
km 4.9
42.285 N - 13.659 E
San Pio delle Camere ist eine Gemeinde mit ca. 500 Einwohnern, auf 830 m ü.M. gelegen. Es gehört zur Berggemeinde Campo Imperatore Piana di Navelli und entstand auf der Hochebene von Navelli in Richtung „Tratturo Magno“ und der Kirche Santa Maria in Centurelli; Castelnuovo gehört als Ortsteil dazu.Der Name San Pio delle Camere stammt von 'Declivius Cameratus', was sich auf die unter dem Ort liegenden Höhlen bezieht.
Die Ortschaft ist zweifellos mittelalterlichen Ursprungs, was von den Spuren der antiken, einer ummauerten Burg ('castellorecinto') ähnelnden Festung und von den Straßen belegt wird. Ab dem 13. Jh. war es Lehnsgebiet der Familien Gualtieri und Gentile und im Jahre 1254 trug es zur Gründung der Stadt L'Aquila bei. Sofort danach war es Schauplatz der Belagerung und anschließenden Besetzung durch Braccio da Montone. Im Jahre 1424 wurde die Pfarrkirche San Pio aus dem 16.Jh. durch eine Schlacht zerstört; sie wurde im 16. Jh. restauriert. Sehenswert sind auch die dreischiffige Kirche San Pio Celestino und die Kirche Sant'Antonio mit einem Beinhaus in der Krypta.
km 3.6
42.251 N - 13.675 E
Caporciano ist eine Gemeinde mit ca. 250 Einwohnern in der Provinz von l´Aquila und liegt zwischen 727 und 1200 m Seehöhe. Sie gehört zur Comunità Montana Campo Imperatore-Piana di Navelli in der Nähe der gleichnamigen Ebene und wurde zur “Kunststadt der Region” erklärt.
Caporciano entstand im 12. Jh. als Befestigung inmitten des Regio Tratturo; der Name Caporciano wird wahrscheinlich von den antiken römischen Siedlungen abgeleitet: Caput Iani (Januskopf), Caput porci (Schweinekopf), vielleicht wegen der großen Anzahl von Schweinen und Wildschweinen in der Gegend.1254 trägt Caporciano zur Gründung von l´Aquila bei.Von der mittelalterlichen Struktur sind noch der Wachturm, das wichtigste Gebäude der Befestigungsanlage, sowie verschiedene Funde von behauenen Grabsteinen und die Pfarrkirche San Benedetto zu sehen. Am Rande der Altstadt die kleine Kirche San Pietro in Valle und in der Nähe des Orts das Castello di Bominaco.
Außerdem sehenswert die Kirchen Santa Maria Assunta und San Pellegrino, die zu den schönsten Kunstwerken der Abruzzen zählen.Vom historischen und naturalistischen Standpunkt aus kann man in Caporciano viele Schätze entdecken, wie z.B. die Kirche Santa Maria de' Centurelli, ein wunderbares Beispiel für eine Kirche an einer Trift (Tratturo)- Sie hat ein Schiff in einem Stil zwischen Romanik und Renaissance. Ein anderei Beispiel sind die interessanten Ausgrabungen, die eine beinahe dreitausend Jahre alte Nekropolis freigelegt haben. In der Gegend wird der typische Safran von l´Aquila mit dem Markenzeichen DOP hergestellt.
km 8.5
42.244 N - 13.658 E
Bominaco ist eine Fraktion der Gemeinde Caporciano in der Provinz l´Aquila. Sie hat ca. 50 Einwohner und liegt auf 1000 m Seehöhe.
Es handelt sich um einen mittelalterlichen Ort, der vor allem für seine Kirchen Santa Maria Assunta und San Pellegrino und für die Burg bekannt ist. Ursprünglich hieß er Momenaco und gehörte den Benediktinern. Nel 1254 beteiligte er sich an der Gründung von l´Aquila. Hier fand die Belagerung durch Braccio da Montone statt und in der Folge dieses Vorfalls ließ der damalige Feudalherr Cipriano di Iacobuccio da Forfona einen Verteidigungsturm in der Art der Mauerburgen errichten.
Santa Maria Assunta und San Pellegrino sind hingegen wertvolle Beispiele der Kunst in den Abruzzen und bilden zusammen mit der Burg das Kloster der früheren Ortschaft Momenaco. San Pellegrino hat einen rechteckigen Grundriss, einen vorgebauten Portikus mit drei frontalen und zwei seitlichen Bögen. Im Inneren Fresken mit der Darstellung des Kalenders der Diözesen mit den von den Benediktinern benutzten Tierkreiszeichen. Die romanische Kirche Santa Maria Assunta wurde im 11.-12.Jh. in den Fels gebaut. Sie hat drei Schiffe und eine Säulenhalle mit unterschiedlichen Säulen. Neben Santa Maria Assunta stand ein Kloster, von dem heute außer einem noch gut erhaltenen Brunnen nur noch ganz wenige Spuren zu finden sind.
42.238 N - 13.728 E
Navelli ist eine Gemeinde mit ca. 700 Einwohnern, sie liegt auf 760 m Höhe über dem Meeresspiegel. Sie gehört zur Berggemeinde Campo Imperatore Piana di Navelli und befindet sich im Zentrum der vier abruzzesischen Parks. Die Ortschaft ist durch die Zusammenfassung einiger Parks entstanden: Santa Maria in Cerulis, die Castellina, San Giovanni, San Salvatore, Santa Lucia, Santa Sabina, San Prospero, Sant'Angelo und San Sebastiano. Im Jahre 1254 war sie an der Gründung von L'Aquila beteiligt.
Navelli bewahrt noch heute seinen mittelalterlichen Ursprung, besonders im Ortskern. Der Ort entstand auf der gleichnamigen Ebene und ist bekannt durch den Anbau und die Produktion des sogenannten Crocus Sativus, bekannt als 'Safranblume'. Der Ursprung des Namens Navelli könnte von „Novelli“ abstammen, zu Ehren des Volkes der Novellesi, das an den Kreuzzügen teilnahm; darüber hinaus stammt die Wurzel „nava“ des Namens Navelli von der Mulde, eben der geografischen Position, in der sich die Ortschaft befindet. Das Zentrum lag auch in der Nähe der Wege für die regelmäßigen Wanderbewegungen von Mensch und Viehherden vom Gebiet von L'Aquila zu den besseren Weiden während der Winterzeit.
Sehenswert ist der Palazzo Santucci aus dem 16. Jh., ein vornehmes Gebäude mit großem Innenhof und zentralem Brunnen; die Pfarrkirche San Sebastiano mit dem Prozessionskreuz aus dem 14. Jh., die Kirche der Madonna del Campo; die Rosenkranz-Kirche mit Barockportal. Nicht zu vergessen die Kirche Santa Maria in Cerulis auf rechteckigem Grundriss und mit Fresken ausgestattet.
Am ersten Samstag im Mai gibt es in Navelli ein traditionelles Fest, die „Panarda“, bei dem sieben Jungfrauen Haus für Haus besuchen und der Bevölkerung gesegnetes Brot bringen.