Sie sind in Home / Reisetipps / UNESCO Stätten / Pisa und Piazza dei Miracoli

Pisa und Piazza dei Miracoli

Pisa, in der Toskana, ist in der ganzen Welt für seine monumentale Piazza del Duomo bekannt, die 1987 von der UNESCO in die World Heritage List aufgenommen wurde. Das Symbol für die Macht der Seerepublik Pisa wurde vom Dichter und Schriftsteller Gabriele D'Annunzio wegen der außergewöhnlichen Schönheit seiner architektonischen Schätze in „Prato dei Miracoli” umbenannt. Vom Spitznamen D'Annunzios leitet sich die volkstümliche Bezeichnung „Piazza dei Miracoli“ ab.

Piazza dei Miracoli - Pisa, Toskana

Der Platz beherbergt auf einer großen Grünfläche vier strahlend weiße Meisterwerke mittelalterlicher Architektur: den weltberühmten Schiefen Turm (Campanile), den Friedhof (Camposanto), die Taufkirche (Baptisterium) und den Dom. Am nordwestlichen Ende der Stadt gelegen, stand der Komplex einst in der Nähe eines alten Flusshafens am Ufer des Auser, den es heute nicht mehr gibt.

Dom Santa Maria Assunta - Pisa, Toskana

Il Duomo, dedicato a Santa Maria Assunta, Der Dom ist der Himmelfahrt Mariens geweiht und wurde 1064 errichtet, um die Größe Pisas zu feiern, das damals eine mächtige Seerepublik war. «Der Tempel aus schneeweißem Marmor», wie auf dem Gedenkstein des Architekten Buscheto di Giovanni Giudice geschrieben steht, ist eine fünfschiffige Kirche mit einem dreischiffigen Querhaus, überragt von einer prächtigen Kuppel, die von einer Loggia umgeben ist. Die originelle Konstruktion hat einen neuen Stil entstehen lassen, der als „Pisaner Romanik“ bezeichnet wird und klassische, islamische, lombardische und byzantinische Elemente als Zeugnis politischer und wirtschaftlicher Kontakte der Seerepublik Pisa zum Mittelmeer vereint. Innen ist der Dom reich an bedeutenden Kunstwerken. Besonders in Auge fällt dabei die Kanzel von Giovanni Pisano, die als eines der wichtigsten Meisterwerke der italienischen Gotik gilt.

Baptisterium San Giovanni, Pisa - Toskana

Vor der Kathedrale erhebt sich das Baptisterium San Giovanni, ebenfalls im romanischen Stil, das 1153 von Diotisalvi begonnen und im 14. Jahrhundert fertiggestellt wurde, als es um gotische Elemente ergänzt wurde. Es ist mit einem Umfang von wenig mehr als 107 Metern und einer Höhe von nahezu 55 Metern das größte Baptisterium der Welt. Aber die erstaunlichste Eigenschaft ist wahrscheinlich die hervorragende Akustik im Inneren der majestätischen Taufkirche. Ein interessantes Detail: Die schöne Kanzel neben dem Presbyterium ist das Werk von Nicola Pisano, dem Vater von Giovanni, der die Kanzel des Domes erschaffen hat.

Camposanto Monumentale - Pisa, Toskana

Am nördlichen Ende der Piazza befindet sich der Camposanto, eine Friedhofsanlage, die 1277 begonnen wurde. Sie ist von einer Marmormauer umgeben und hat innen die Form eines Kreuzganges. Der Name Camposanto bedeutet wörtlich „heiliges Feld“. So soll der Friedhof Überlieferungen zufolge Erde aus dem Heiligen Land enthalten, die nach dem Zweiten Kreuzzug von Palästina hierhergebracht wurde. Das Gebäude ist ein wahrhaftiges Museum für Kunst und Archäologie: Die Gänge beherbergen eine reiche Sammlung an romanischen Sarkophagen, in denen bedeutende Persönlichkeiten aus Pisa begraben sind. Ein Großteil der Fresken des Camposanto sind einem Brand im Jahre 1944 zum Opfer gefallen, aber dank einer sorgsamen Restaurierung kann der Besucher heute den Zyklus „Il trionfo della morte“ (Triumph des Todes) von Buonamico Buffalmacco bewundern, das unter anderem eine großartige Darstellung des Jüngsten Gerichts beinhaltet.

Schiefer Turm - Pisa, Toskana

Das letzte Element des Ensembles ist der Campanile oder Schiefer Turm, der in der ganzen Welt als Symbol von Pisa bekannt ist. Der Grund für seine Schieflage liegt im Untergrund, der sich unter dem Gewicht verformt. Deshalb kam es nach Baubeginn im Jahre 1173 auch zu einem längeren Stillstand der Arbeiten. Sie wurden erst 1275 wieder aufgenommen und in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts abgeschlossen. Der Turm hat einen runden Grundriss mit Blendbögen im unteren Bereich. Darüber folgen sechs Reihen Loggien, die das Motiv des Doms aufgreifen. Innen führt die Wendeltreppe mit 294 Stufen auf die Spitze eines der berühmtesten Türme der Welt, wo man den Glockenturm und die herrliche Landschaft bewundern kann.

 

Erfahren Sie mehr auf www.visittuscany.com