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Die Prosecco-Hügel: ein Land voller Natur, Geschichte und Kultur und Unesco-Weltkulturerbe

Bildunterschrift: Die Prosecco-Hügel, zwischen Conegliano und Valdobbiadene

Bildunterschrift: Die Prosecco-Hügel, zwischen Conegliano und Valdobbiadene

Die Prosecco-Hügel - zwischen Conegliano und Valdobbiadene, in der Provinz Treviso, im Nordosten Italiens – sind eine außergewöhnliche Gegend, wo ein international geschätzter Wein hergestellt wird. Eine kleine antike Welt, mit von Hand bearbeiteten Rebstöcken auf steilen Hängen, die 2019 eine wichtige Auszeichnung erhalten hat: den Titel Unesco-Weltkulturerbe. Entdecken wir gemeinsam diese einzigartige und besondere Gegend und ihre Genusspfade.

Die Prosecco-Hügel: eine einzigartige Gegend

Bildunterschrift: Die Hügel des guten Weines, UNESCO-Welterbe

Bildunterschrift: Die Hügel des guten Weines, UNESCO-Welterbe

Die Prosecco-Hügel sind die 55. italienische Stätte, die von der Unesco anerkannt wurde, eine Gegend, die den Großteil des Produktionsgebiets des Prosecco aus Conegliano-Valdobbiadene DOCG umfasst. Von dieser Weinspezialität werden jedes Jahr mehr als 90 Millionen Flaschen in die ganze Welt exportiert. Das Gebiet rühmt sich einer Schaumwein-Technik, die Schule gemacht hat (in Conegliano wurde 1876 die erste Weinschule Italiens gegründet, die heute noch besteht) und eines heroischen Weinbaus, der es verstanden hat, die rauen Böden zu formen, um sie für den Weinanbau zu nutzen.

In dieser Gegend dominiert eine besondere geomorphologische Beschaffenheit: die Hogbacks, Bergrücken mit schmalen Graten und sehr steilen Hängen (auch mit 50% Gefälle). Seit dem Mittelalter vom Menschen bearbeitet, haben die Prosecco-Hügel im Laufe der Jahrhunderte spektakuläre Geometrien mit Schachbrettoptik angenommen.

Genusspfade entlang der Prosecco-Hügel

Bildunterschrift: Kleine Dörfer zwischen Terrassen und Weinstöcken

Bildunterschrift: Kleine Dörfer zwischen Terrassen und Weinstöcken

Im Prosecco-Gebiet verschmelzen Schönheit und Genuss auf meisterhafte Weise und laden die Besucher dazu ein, eine Entdeckungsreise zwischen Weinkellern (in der Gegend gibt es mehr als 180) und kleinen Dörfern zwischen Terrassen und Weinstöcken, Abteien und Festungen zu unternehmen. So verläuft entlang der Prosecco-Straße die erste weintouristische Reiseroute Italiens: 90 Kilometer, die man mit dem Auto, zu Fuß oder per Fahrrad zurücklegen kann, um unterwegs ein Gläschen Wein zu trinken und lokale Käse- oder Wurstspezialitäten zu probieren.

Die Genussreise in die Prosecco-Hügel kann bei der Weinschule Conegliano beginnen, um die Kunst der Spumante-Herstellung zu entdecken und an Führungen durch die Weinkeller, die Bottega del Vino oder das nahegelegene Weinmuseum teilzunehmen.

Von hier geht es weiter nach Collabrigo, ein Dorf mit eindrücklichen Panoramablicken auf die Hügel der Umgebung, Rua di San Pietro di Feletto, mit seiner Kamaldulenser-Einsiedelei aus dem 17. Jahrhundert, und San Pietro di Feletto, wo sich eine prächtige romanische Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert mit Blick auf die Weinstöcke befindet.

Molinetto della Croda, Refrontolo

Molinetto della Croda, Refrontolo

Danach führt die Prosecco-Straße hinunter nach Refrontolo, Erzeugungsgebiet einer beliebten Beerenauslese, wo sich die Molinetto della Croda, eine - noch funktionstüchtige - Wassermühle - eingebettet in den Felsen und zwischen Wäldern und Rebstöcken befindet. Heute ist sie ein Museum. 

Von hier aus gelangt man zur Villa Brandolini in Solighetto, Sitz des Prosecco-Konsortiums Consorzio Tutela del Vino Prosecco Conegliano Valdobbiadene Docg, sowie Gastgeber für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen; oder man macht einen Abstecher nach Follina, das zu den schönsten Dörfern Italiens gehört, wo sich die imposante Abbazia di Santa Maria, eine ehemalige Zisterzienserabtei befindet, und legt in einer Trattoria der Gegend eine Mittagspause ein, um reichhaltige Antipasti, Risotti oder deftige Fleischgerichte zu genießen.

Abbazia di Santa Maria, Follina

Abbazia di Santa Maria, Follina

Bergauf in Richtung Farra di Soligo werden die Hügel steiler und spektakulärer: Erwähnenswert sind hier vor allem die drei Torri di Credazzo, Überreste einer von den Langobarden zerstörten Burg, und die kleine Kirche San Martino; nach einer kurzen Wanderung zwischen den Rebstöcken gelangt man hingegen zum Kirchlein San Vigilio im benachbarten Col San Martino.

Folgt man den Hügeln, kommt man erst nach Colbertaldo und dann nach Cartizze mit einer spektakulären Landschaft zwischen den eindrücklichen „chiocciole“ (den Hügelkegeln) und den „casére“, den typischen Scheunen der Gegend: Der richtige Ort für einen Besuch in einem Weinkellern, um den bekannten Valdobbiadene Superiore di Cartizze DOCG zu probieren, der genau hier erzeugt wird; zwischen Follo und Santo Stefano liegen hingegen die Hügel des Prosecco Superiore Docg.

Auf Entdeckung der Genüsse des Prosecco-Gebietes

Auf Entdeckung der Genüsse des Prosecco-Gebietes

Die Prosecco-Straße endet in Valdobbiadene, oben auf einem Hügel, Heimat zahlreicher Spumante-Weinkeller – die auch Gäste bewirten - und hervorragender Restaurants, wo man die Spezialitäten der Gegend von Treviso kosten kann. Hier befindet sich auch eine kuriose Selbstbedienungs-Gaststätte ohne Wirt mit einer Auswahl von Wurst, Käse, Süßspeisen und Prosecco.

Um nach Conegliano zurückzukehren, kann man über Guia und Campea fahren, wo man einige der schönsten Blicke auf die Rebstöcke der ganzen Gegend genießt. Nach der Überquerung des Flusses Soligo beginnt in Pedeguarda der Anstieg ins kleine Zentrum von Farrò, wo man in einem Agrotourismus-Betrieb zwischen Rebstöcken und dichten Wäldern Halt machen kann, ohne den Panoramablick von Rolle zu vergessen.

Panoramablick von Rolle, Cison di Val Marino

Panoramablick von Rolle, Cison di Val Marino

Nach Arfanta geht es weiter in Richtung Tarzo und Corbanese, wo jedes Jahr die Mostra del Vino Superiore dei Colli, mit Verkostung einer Weinauswahl, begleitet von Spieß und Polenta abgehalten wird. Die nächsten Etappen sind Cozzuolo, Carpesica und Ogliano zwischen Bauernhäusern und Wegen in der Natur, bis man wieder in Conegliano angelangt ist.

Die Gegend von Valdobbiadene erstreckt sich auch weiter nach oben hin bis auf 1.500 Meter Höhe: Hier kombiniert man am besten einen Tag in der Natur - zu Fuß, auf dem Pferd oder auf dem Mountainbike, z.B. entlang des Pfades „Andar per Malghe“ - mit einem Mittagessen mit hausgemachten Gerichten in einer Almhütte, wo man auch vor Ort produzierten Käse, wie den Monte Cesen oder den Montasio dop biologico kaufen kann. In Miane, berühmt für seine Kastanien und die geschätzte Marrone di Combai IGP, empfiehlt sich ein Besuch am ersten Sonntag im September, wenn die Veranstaltung „Malghe tra Mel e Miane“ im Zeichen der Almen mit Besuch in den Almhütten, Ständen mit lokalen Produkten und Vorführungen zur Verarbeitung von Milchprodukten über die Bühne geht.

Montasio dop Käselaib aus Alpenmilch

Montasio dop Käselaib aus Alpenmilch