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Die Medici-Villen in der Toskana

Sie liegen in der bezaubernden Toskana, umgeben von einer üppigen Landschaft, unweit von eindrucksvollen Kunststädten wie Florenz und Lucca: Es sind die Villen der Familie Medici, Adelsgeschlecht von Florenz zur Zeiten der Renaissance, die im Juni 2013 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurden.Villa La PetraiaAls Weltkulturerbe wurden genauer 12 Villen und 2 Gärten ausgezeichnet: Die Gärten Boboli (Florenz) und Pratolino (Vaglia, Florenz), Florenz' Villen Careggi, La Petraia, Cerreto Guidi, Castello und Poggio Imperiale; Die Villen Belcanto in Fiesole (auch bekannt als Villa Fiesole), Poggio in Caiano (Prato), La Màgia (Quarrata, Pistoia), Artimino (Carmignano, Prato), Cafaggiolo in Barberino di Mugello, Trebbio (San Pietro a Sieve) und das Palazzo Seravezza in Lucca.

Die Villen verdienten diese Anerkennung aufgrund ihrer Rolle als Zeugnisse des Medici-Einflusses auf die europäische Kultur. Sie wurden zwischen dem 15. und dem 17. Jh. in Einstimmung mit der Natur errichtet, und stellen eine originelles System an Landbauten dar, die dem Vergnügen, der Kunst und dem Wissen dienten.
Es handelt sich um Landresidenzen, die ihrer Zeit voraus waren da das florentinische Adel hauptsächlich die für die Toskana typischen Gutshäuser oder Burgen besaßen, Machtsymbole der damaligen Adelsfamilien.

Diese Villen gehören zu den wichtigsten und besten Beispielen einer exzellenten Renaissance-Barock-Architektur in der Toskana. Ihre Gärten und ihre perfekte Integrierung in die umgebende Landschaft haben zu einer Steigung der Sensibilität für Landschaftsästhetik geführt, die den Humanismus der Renaissance gekennzeichnet hat.

Der Boboli-Garten ist das perfekte Beispiel eines italienischen Gartens. Errichtet als großherzoglicher Garten des Palazzo Pitti ist er auch mit dem Forte di Belvedere verbunden und erstreckt sich auf einer Fläche von 45.000 m². Weiter, haben wir den bezaubernden Park der Medici-Villa Pratolino, die 1822 zerstört wurde um später als Villa Demidoff restauriert zu werden.
Der Park beherbergt eindrucksvolle Werke wie den Koloss des Apennins von Giambologna.

In der Welterbeliste der UNESCO befinden sich sowohl weltweit bekannte Monumente als auch einige unbekanntere aber nicht weniger wichtig und beeindruckend. Diese Residenzen stellen eine Mikrokosmos dar, um den sich das gesamte Hofleben abspielte und die als Orte des Vergnügens und der Repräsentanz dienten.
In einigen von diesen versammelten sich die Medici für wichtige Jagdtreffen, wie in Trebbio und Cafaggiolo, die außerdem auch die ersten Villen sind, die errichtet wurden wie man an ihrer Ähnlichkeit mit Burgen aus dem 14. Jh. erkennen kann.
In Cafaggiolo wurde außerdem eine der wichtigsten Keramik-Werkstätten der Renaissance gegründet.

Weiter haben wir noch die Sommerresidenzen, wie Villa Artimino, die aufgrund der zahlreichen Kaminen auch „Villa der Hundert Kamine“ (Villa die cento camini) genannt wird. 
Ein weiterer Vergnügungsort war Villa Fiesole, wo Lorenzo de Medici es bevorzugte sich mit Humanisten wie Poliziano und Pico della Mirandola zu treffen und auszutauschen.
Ein strategisch sehr wichtiger Ort ist auch Villa La Màgia, in der 1536 das historische Treffen zwischen Herzog Alessandro de' Medici und Kaiser Karl V. stattfand. Ebenso wichtig auch eine der ältesten Residenzen, Villa Carreggi, Ort der Entspannung und Erholung aber auch wirtschaftliches Zentrum für die zahlreichen Landbaugeschäfte der Familie.

Diese Residenzen erfüllen heute unterschiedliche Zwecke. Einige, wie La Petraia, eine der schönsten Medici-Villen dank ihrer über Florenz herrschende Lage, gehören zum Museumsverband der Stadt FlorenzVilla Cerretto Guidi, die damals für die Jagd und als Erholungsort bei langen Reisen diente ist heute beispielsweise Museum der Jagd und des Territoriums.

Ebenfalls ein Museum ist heute Villa Poggio in Caiano, errichtet von Giuliano da Sangallo im Auftrag von Lorenzo dem Prächtigen. 
Andere Villen sind heute Sitz von Institutionen wie Villa Castello, einst von La Primavera (Frühling) und Die Geburt der Venus von Botticelli geschmückt, die heute Sitz der Akademie della Crusca ist; Oder Villa di Poggio Imperiale, die im neoklassischen Stil restauriert wurde, heutiger Sitz einer Staatsschule. Schließlich Palazzo Seravezza, heutiger Sitz des Museums für die Arbeit und die Volkstraditionen der historischen Versilia.

Nützliche Infos

Geographische Lage 
Staat: Italien 
Region: Toskana
Provinz: Florenz, Pistoia, Prato

Nützliche Links

Anreise
Im Zentrum von Florenz gilt ein Autoverbot.
Pkws können an den Parkplätzen um das Zentrum geparkt werden.

Per Flugzeug
Flughafen Amerigo Vespucci 

Per Zug
Santa Maria Novella ist der Hauptbahnhof der Stadt und liegt im Stadtzentrum.