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Die Reiserouten des Marmor in der Provinz Lucca

Zwei Tage zur Entdeckung der Perlen der Versilia, zwischen Landschaftsbildern und Freilichtmuseen mit einem atemberaubenden Szenarium. Dank ihrer wichtigen Marmorsteinbrüche hat die Provinz Lucca exzellente Künstler von Michelangelo bis Canova angezogen, die dazu beigetragen haben, diese Orte zu prägen. Hier kann man die Stadt Pietrasanta besuchen und weiterreisen, um Levigliani di Stazzema zu entdecken, das zur Marmorstrecke in den Bergen führt, wo man die Naturschätze der Gegend kennen lernen und entdecken kann, wo und wie der Apuanische Marmor gewonnen wird.

REISEROUTE: "PIETRA SANTA"

Der ganze Tag ist dem Besuch von Pietrasanta und Umgebung gewidmet, dem Zentrum der Industrie zur Verarbeitung des Marmors. Die lokalen Betriebe verfügen über ein einzigartiges Know-how  auf dem Gebiet der Steinverarbeitung und exportieren den Marmor in die ganze Welt. Zu den schönsten Meisterwerken, die realisiert wurden, gehören das “9/11 Memorial” in New York, die Shard London Bridge, das Four Seasons Hotel & Tower in Miami und der Mosaikboden im British Museum. Botero und Mitoraj haben hier gelebt
und gearbeitet. In den Marmorbrüchen, den Werkstätten und Galerien haben Moore, Cascella, Yasuda, Folon, Pomodoro und Mirò gewirkt und einige Künstler kann man bisweilen in den Gießereien antreffen, wo sie mit dem Modellieren von Bronzen beschäftigt sind. Oder man findet sie beim Mittagessen in einer Trattoria beim Essen der typischen pappa al pomodoro (dicke Tomaten-Brot-Suppe) oder der scarpaccia, süßer oder salzige Focaccia aus Pietrasanta. In Pietrasanta stehen zahlreiche zeitgenössische Skulpturen, die der Stadt von internationalen Künstlern geschenkt wurden.

  • Am Morgen kann man einige Betriebe besuchen, die Marmor verarbeiten, wie z.B.:
    Degl'Innocenti Marmi,  Gesellschaft der Produktion von wertvollen Stein-Intarsien
    Menchini Guido & F.llo, Gesellschaft für die Produktion maßgefertigter Böden und Verkleidungen sowie Außen- und Innentreppen
    Es gibt außerdem die Möglichkeit, einige berühmte Werkstätten zu besuchen wie z.B.:
    Die Werkstatt von Galleni Massimo, exzellenter Bildhauer, fähig, Werke aus Marmor herzustellenohne ein Modell, aber einfach durch die Nutzung eines Fotos oder einer Zeichnung. Die einfache Idee eines Kunden kann ein einzigartiges Kunstwerk werden;
    die Mariani Fonderia Artistica, das Geschäft produziert Bronze- und Silberobjekte von hoher Qualität;
    Cervietti Franco & C., die wichtigste Bildhauerei-Werkstatt in Pietrasanta. Sie beherbergt eine dergrößten Gallerien von Gipsabdrücken in ganz Italien, darunter Originalabdrücke von Michelangelo,Canova und Bernini.

  • Der Nachmittag kann der Entdeckung des Stadtzentrums von Pietrasanta und seinem kulturellen Angebot gewidmet werden. Ein Spaziergang im Zentrum der Stadt ist wie ein Besuch im Freilichtmuseum:
    Das Museo dei Bozzetti, Chiostro di S. Agostino: Im Inneren des Museums gibt es eine große Sammlung von “Entwürfen” von berühmten zeitgenössischen Künstlern;
    das Musa (Museo Virtuale della Scultura e Architettura di Pietrasanta): Das Territorium, die Steinbrüche, die Bergbau- und Grabungsarbeiten, die Behandlung von Materialien, die Werkstätten,die Gesellschaften und Gießereien sind Protagonisten im Musa, sowohl real als virtuell.

  • Am Abend bietet Pietrasanta für jeden Geschmack etwas: Veranstaltungen, charakteristische Pubs und Diskotheken oder klassische Musikkonzerte im S.Agostino-Kloster.

DIE REISEROUTE: "DER BERG DES MARMORS"

Der zweite Tag ist der Entdeckung von Levigliani di Stazzema gewidmet, ein kleines Dorf im oberen Teil der Versilia. Hier kann man wichtige noch heute genutzte Marmorbrüche sehen, wie den "Tavolini"- Steinbruch, wo seit römischer Zeit abgebaut wird oder auch den "Piastraio", auf dem Monte Corchia
gelegen, beide verwaltet von der "Cooperativa Condomini Levigliani", einer der wichtigsten Akteure der Geschichte der kooperativen Arbeit der Nachkriegszeit. Die hier gewonnenen Marmortypen sind der Corchia venato, der Corchia Arabesque und der Corchia Skyros. Der gewonnene Marmor wird in der ganzen Welt verwendet. Einige Beispiele sind das Monument Milite Ignoto in Bagdad, die Innengestaltung des Vittoriale, die dekorativen Werke der Vatikanstadt, die Hotels Jinming und Wudere in China, das Alcora Hotel in Sevilla und die BMCE Bank in Casablanca.

  • Am Morgen ist der Startpunkt auf der Piazza Barsottini in Levigliani, von wo aus man in Richtung der Marmorbrüche auf dem Berg Corchia starten kann, der eine der größten unterirdischen Höhlen Italiens besitzt, die Antro del Corchia. Mit ihren 70 km Länge zählt sie sogar zu einer der größten der Welt. 2001 wurde die Grotte für die Öffentlichkeit geöffnet, und Besucher können nun auf Laufstegen bis tief ins Innere gelangen.    Zum “Bergwerk von Argento Vivo”, eines der ältesten der Toskana, gelangt man mit dem Auto oder mit einem Shuttle-Bus. Hier kann man für 1 Stunde Bergarbeiter werden und mit einem Helm ausgestattet einem geführten Rundgang folgen. Die häufigsten Mineralien, die gefunden werden, sind Zinnober und Pyrit und eine der Besonderheiten ist die Anwesenheit von Quecksilber im nativen Zustand.
    Nach dem Besuch bringt der Shuttle-Bus die Besucher zur Piazza, von wo aus man fußläufig zahlreiche Restaurants für das Mittagessen erreichen kann.

  • Den Nachmittag kann man mit dem Besuch des Museumskomplexes von Levigliani fortführen, der sich aus dem Museo del Parco delle Alpi Apuane Regionale "Pietra Piegata" und dem Museo di Comunità ed Impresa "Lavorare liberi zusammensetzt. Ersteres beherbergt Dokumente und Zeugnisse der Kultur des Marmors ebenso wie ornamentale Steine der Apuanischen Alpen. Letzteres erzählt die Geschichte von Levigliani und die der Bergbauunternehmen, die eng mit der Entwicklung der Gemeinschaft verbunden sind. Beide Museen befinden sich im historischen Zentrum und sind leicht zu Fuß zu erreichen.
    Die Genossenschaft bietet außerdem für Gruppen von mindestens 20 Personen die Möglichkeit, an einer Präsentation des Gebiets teilzunehmen. Durch Videos, Bilder und Erzählungen wird die Entwicklung der Techniken des Abbaus aufgezeigt und es wird die Gelegenheit gegeben, während und nach der Präsentation zu interagieren.

  • Auf dem Rückweg kann man den "Palazzo Mediceo" in Seravezza bewundern, der von Cosimo I von Medici erbaut wurde und heute UNESCO-Welterbe ist. Er beherbergt das "Museo del Lavoro e delle Tradizioni Popolari della Versilia Storica", das eine Sammlung von ca. 2000 Objekten enthält, die Zeugnisse der Jahrhunderte alten Traditionen der Versilia sind.

Nützliche Informationen

Für weitere Informationen über die Reiserouten besuchen Sie

http://www.marbleroutes.eu/regions-and-marble/lucca-italy und

https://it.pinterest.com/musapietrasanta/

Im Gebiet ist es auch möglich, die Gegend von Carrara zu besuchen:

http://www.italia.it/it/idee-di-viaggio/natura-e-paesaggio/carrara-la-perla-marmorea.html

Anreise

Mit dem Auto
Die Provinz Lucca ist einfach zu erreichen: von Florenz mit der A11 (70 km), von Genua mit der A12/A11 (170 km), von
Bologna mit der A1/A11(160 km),von Mailand mit der A1/A15/A12/A11( 280 km), von Rom mit der A1/A11 (350 km).

Mit dem Zug
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