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Der Park der Castelli Romani

Charakteristische Dörfer, antike Zentren, Adelsvillen, mittelalterliche Schlösser und archäologische Stätten sind das Herz des Regionalparks Castelli Romani, in der Provinz Rom. Auf den Colli Albani (Albaner Hügel) gelegen, war dieses Gebiet ein beliebter Urlaubsort der Adelsfamilien Roms und der Päpste.Villa AldobrandiniEtwa 9500 Hektar geschützten Gebiets, mit einer reichen Tierwelt, gekennzeichnet zum Beispiel von Dachsen, Marder, Wanderfalken, Stachelschweinen und dem Wolf, der eine tragende Rolle für das lokale Ökosystem hat.
Das Gebiet des Parks Castelli Romani schließt 17 Gemeinden ein, wovon 6 die wichtigsten und repräsentativsten sind.

Lanuvio
Unsere Tour beginnt in Lanuvio, eine mittelalterliche Ortschaft in der Nähe von Velletri. Das historische Zentrum Lanuvios ist von einer Stadtmauer aus Peperino-Stein umgeben, und bietet dank der Erhaltung ihrer historischer Bauten eine reizvolle Atmosphäre, die einen Jahrhunderte zurück versetzt.
Entlang ihrer Straßen und Gassen kommt man zur Stadtfestung aus dem 14. Jh., mit zwei beeindruckenden, zylinderförmigen Türmen, einst als Gefängnis genützt und heute Sitz der städtischen Weinsammlung: Hier kann man die exklusiven DOC Weine aus den Colli Lanugini und die historischen Geräte für den Weinanbau bewundern.
Ebenfalls sehenswert sind hier das Palazzo Baronale aus dem 15. Jh., errichtet im Auftrag der Familie Colonna, und der unweit gelegene Felsenbrunnen (Fontana degli Scogli), ein Werk von Carlo Fontana aus dem Jahr 1675. Das Münster Santa Maria Maggiore wurde im Mittelalter errichtet jedoch im 18. Jh. restauriert während die Loreto Brücke aus Peperino-Stein, aus dem 2. Jh. v. Chr. stammte. Besonders bekannt ist hier schließlich die Kirche Maria delle Grazie, aus dem 16. Jh., deren Hauptikone der Heiligen Mutter jedes Jahr in eine Prozession durch die Stadt geführt wird.
Für Blumenfans sei die Verasntaltung „Lanuvio in Rosa“ empfohlen, eine reiche Marktschau von über 100 Rosensorten aus Italien und dem Ausland aus der Antike und der Moderne.

Genzano
Von Lanuvio kommt man über eine Straße mit einer beeindruckenden Aussicht nach Genzano di Roma. Diese graziöse Ortschaft erstreckt sich entlang der historischen Via Appia, auf dem Außenhang des Kratersees Nemi.
Das historische Zentrum ist reich an historischen und künstlerischen Zeugnissen, wie das Palazzo Sforza Cesarini aus dem 18. Jh. mit dem hundertjährigen Park, die Kapuziner-Kirche aus dem 17. Jh. und die Kirche Santissima Trinità. Drei sind hier die Hauptstraßen, und alle beginnen an Piazza Fiasconi: Als erstes haben wir Via Garibaldi, die zur Straße in Richtung Nemisee führt, dann finden wir Via Buozzi und schließlich Via Berardi, durch die man zur Kirche Santa Maria della Cima kommt. Während der Feierlichkeiten des Corpus Domini wird diese Straße mit einem Blumenteppich von etwa 2000 m² bedeckt, es handelt sich um die historische und bekannte Veranstaltung Infiorata.

Ariccia
Weiter entlang der Via Appia kommt man nach Ariccia, künstlerischer Schrein der Castelli Romani. Hier kann man eines des wichtigsten Bauten des europäischen Barocks, ein Werk von Gian Lorenzo Bernini und Carlo Fontata bewundern: Die Monumentalanlage von Piazza di Corte.
Die Anlage besteht aus dem Palazzo Chigi, mit Sälen reich an Dekorationen und Stuckarbeiten, wertvollen Möbel und Wänden mit einzigartigen Dekorationen aus Cordova-Leder; Alles umgeben von einem weiten Park mit dem Münster Santa Maria Assunta, deren Bau vom Pantheon in Rom inspiriert wurde.
Hier gibt es zwei weitere religiöse Anlagen, die es zu besichtigen gilt: Das Heiligtum Santa Maria di Galloro und die entweihte Kirche San Nicola di Bari. Fans der italienischen Küche sollten außerdem wissen, dass Ariccia auch für ihre „Fraschette“ bekannt ist: Traditionelle Gasthäuser, in denen man die lokale Spezialität Porchetta di Ariccia (Eine Spezialität aus Schweinefleisch) genießen kann.

ALbano Laziale
Über die imposanten Brücke von Ariccia - ein monumentaler Straßenviadukt mit einer Höhe von ca. 60 m, errichtet im Auftrag von Papst Pius IX – kommt man nach ca. 2 km nach Albano Laziale.
Diese ist eine weitere charakteristische Ortschaft auf den Albaner Hügeln, bekannt nicht nur für die majestätische, barocke Kathedrale San Pancrazio, sondern auch für die unzähligen Überreste aus römischer Zeit: die kreisförmige, romanische Kirche Santa Maria della Rotonda, das Pretoria Tor aus Peperino-Stein, das Cisternone – das Becken für die Wasserversorgung der Stadt, das von Septimius Severus gewollt wurde und heute noch genutzt wird -, das römische Amphitheater und die Grabstätte der Horatier und Curatier, eine prunkvolle Konstruktion in Tüffstein, die als Grabstätte legendärer Helden gilt.
Ebenfalls eindrucksvoll sind die Katakomben von San Senatore aus dem 3. Jh., einer der größten vorstädtischen Friedhöfe, und das Stadtmuseum in der luxuriösen Villa Ferrajoli, mit Funden aus der Ur- und Frühgeschichte.

Castel Gandolfo
Eine weitere Etappe auf unsere Tour im Park der Castelli Romani ist Castel Gandolfo.  Diese Ortschaft blickt auf den Albaner See und ist seit jeher Urlaubsziel von Päpsten, Kardinälen und Prälaten der römischen Kurie, die in der antiken Residenz Savelli hausten. Diese wurde schließlich im Jahr 1623 von Papst Urban VII. zum  päpstlichen Palast umfunktioniert und in dessen Innere findet man die exklusive und sehr wichtige Vatikanische Sternwarte.
Viele sind aber auch die wichtige Monumente in der Ortschaft: Von der Kirche San Tommaso da Villanova, ein Werk von Gian Lorenzo Bernini, bis zum Stadttor Porta Romana, aus dem 16. Jh; Von der majestätischen Villa Clodio aus republikanischer Zeit bis zu den Diana Bädern, errichtet im Auftrag von Domitian. 
Weiter sehenswert sind hier die Reste der antiken Villen von Castel Gandolfo: Albanum Domitiani, imposante Landresidenz des Kaisers Domitian; Villa Barberini und Villa Cybo, verbunden über einer Brücke und mit einer Loggia, die zum päpstlichen Palast führt.

Marino
Von Castel Gandolfo kommt man über die „Stadt des Weins“, Marino, zur letzten Etappe unserer Reise: Frascati. Diese Ortschaft ist für ihre Villen bekannt, die bereits im 16. Jh. vom päpstlichen Adel errichtet wurden und als Orte der Repräsentanz und Sommerresidenzen dienten. Die eindrucksvollen Adelshäuser, Werk der renommiertesten Architekten und Künstlern des 16. und 17. Jh. sind von angebauten Feldern umgeben sowie von Wäldern und gepflegten Gärten.
Besonders nennenswert sind hier Villa Aldobrandini, Villa Falconieri, Villa Torlonia, Villa Tuscolana, Villa Mondragone und Villa Grazioli. Einige dieser Villen können im Rahmen des jährlichen Programms der Führungen im Regionalpark Castelli Romani besichtigt werden.

Nützliche Infos

THEMENROUTEN IM REGIONALPARK
Wer den Regionalpark der Castelli Romani besichtigen möchte, kann unter verschiedene Themenrouten auswählen. Die historisch-archäologische Route begleitet Sie über die Mulde des Nemisees zum Diana-Tempel und zum Schiffsmuseum, während die landschaftliche Route Sie entlang blühender Feder mit Orchideen, Ginster und Weißdornen führt. Weiter beginnt die naturalistische Route „Coste del Lago di Albano“ (Die Küsten des Albaner Sees) am Kapuzinerkloster und führt Sie bis zum Albanersee während  eine weitere historisch-archäologische Route Sie auf die Entdeckung der antiken Stadt Muscolo führt, eine Siedlung aus dem 7. Jh. v. Chr..

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