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Gradara

 «Als wir gelesen, wie vom Munde ihr
Ersehntes Lächeln küsst solch hoher Streiter,
Da küsste bebend mich auch dieser hier,
Der nun fortan mein ewiger Begleiter.
Galeotto war das Buch und der’s gedichtet!
An diesem Tage lasen wir nicht weiter . . .
»

Dante Alighieri, Die göttliche Komödie

 

 

Die Burg und die Festung von Gradara präsentieren eine der besterhaltendsten mittelalterlichen Strukturen der Marken und Italiens, die von zwei Mauerringen geschützt werden. Der äußere Ring ist ca. 800 Meter lang und zählt zu den mächtigsten seiner Art. Die Burg befindet sich auf einem Hügel, in 142 Meter Meereshöhe und sein Wachturm ragt weitere 30 Meter empor.Festung von GradaraDurch ihre günstige Position, ist Gradara schon seit der Antike ein Knotenpunkt von Verkehr und Menschen: im Mittelalter war die Festung einer der wichtigsten Schauplätze von Kämpfen zwischen der Miliz des Kirchenstaats und den turbulenten marchigianischen und romagnolischen Häusern, während die Stadt heute, dank ihrer Nähe zum Meer, eine der touristischen Hauptziele darstellt – die romagnolische Riviera und die Adria der marchigianischen Provinz.

Geschichte
Der Wehrturm wurde um ca. 1150 von der mächtigen Familie De Giffo erbaut, aber es waren die Malatesta, die die Festung und die zwei Mauerringe zwischen dem XIII und XIV Jahrhundert erbauen ließen, welche Gradara ihr aktuelles Erscheinungsbild verleiht.  Gradara geriet unter die Herrschaft verschiedener Häuser, es waren einige der wichtigsten Häuser der Halbinsel, die  sich um die Stadt stritten: die Häuser Borgia, della Rovere und Medici. Man verdankt Umberto Zanvettori den ausgezeichnete Zustand der Festung, da er ihr um 1920 seine ursprüngliche Schönheit zurückerstattete.

Events und Typisches
Gradara befindet sich in einer an Oliven, Wein und antiker Küche reichen Gegend. Die typischen Gasthäuser und Restaurants von Gradara bieten eine optimale marchigianische und romagnolische Küche, wo man die Speisen beider Traditionen verkosten kann. Ein typisches Gericht von Gradara: „Tagliolini con la Bomba“ - ein traditionelles Bauerngericht, dass seinen kuriosen Namen seiner Zubereitung verdankt.
Mit der Initiative „Das Mittelalter zu Tisch“ zeigt Gradara seine Berufung für Historik und Mittelalter. Im Laufe des Jahres werden einige Tage der medävalen Küche gewidment, in denen sich die Restaurants der Kleinstadt in Tavernen aus dem XV Jahrhundert verwandeln, was einem echten Sprung in die Vergangenheit entspricht.
Der Hauptevent Gradaras ist die „Belagerung der Burg“, ein Gedenken an die schreckliche Belagerung von 1446. Am vorletzten Juliwochenende findet die Eventeröffnung mit einer großen musikalischen Vorstellung, Feuerwerk und einer Erinnerungsschau an die Belagerung mit mehr als hundert Statisten, Pferden und Spezialeffekten statt. Es folgen mittelalterliche Tage im Zentrum der Altstadt.
Nicht zu versäumen wäre außerdem „The Dragon Castle“, das zauberhafteste keltische Festival Italiens, das mit Fabeln und Träumen zur Wiederentdeckung einer fantastischen Welt dient.

Kuriosum
Die Tradition besagt, dass die Geschichte von Paul und Franziska, der von Dante als wollüstig bezeichneten Liebhaber, ihren Schauplatz in der Burg von Gradara hat.  Zur ewigen Verfluchung verurteilt, sind die beiden Figuren Symbol der reinen und bedinnungslosen Liebe geworden.