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Sardinien und die Nuraghen

Sardinien, mit der wilden Natur und den großen Steinbauten, die Nuraghen.  Weit von  überfüllten Stränden entfernt, ist Sardinien ein magischer und beeindruckender Ort der einen Besuch sicher Wert ist. 
Eine 200 km lange Reise, von Cagliari bis nach Nuoro, auf die Entdeckung von Zeugnisbeweisen einer tausendjährige Zivilisation sowie deren Kultur und Bräuche. Es gibt nur wenig Information über die antike Nuraghenkultur sowie über ihr Volk von Hirten und Bauern, die in kleinen Gemeinschaften für über acht Jahrhunderte auf Sardinien gelebt haben. 
Sie waren diejenigen, die diese bemerkenswerte Bauten errichteten (es gibt ca. 7000 auf der ganzen Insel), deren Funktion heute noch unklar ist: Es handelt sich vielleicht um Schutzburgen, um Paläste, oder auch um Kultstätte. Nuraghe Is paras
Sicher ist nur, dass die Nuraghe das Zentrum des sozialen Lebens dieses Volks darstellte. Aus dieser Zeit sind uns jedoch noch weitere Steinbauten erhalten geblieben, wie Nekropolen, Grabstätte und weitere Kultstätte.Startpunkt unserer Reise ist Cagliari. Hauptstadt der Region und Haupthafen der Insel. Hier ist der Besuch des archäologischen Nationalmuseum fast eine Pflicht, da es, bezüglich der Nuraghenkultur, das weltweit wichtigste ist. 
Einen weiteren Halt sollten Sie dann am römischen Amphitheater und an der Città Alta, im alten Stadtteil Castello, einplanen, wo heute noch der spanische Einfluss sichtbar ist. Schließlich sollten Sie sich einen Blick auf die römische Kathedrale nicht entgehend lassen und deren barocken und normannischen Aufarbeitung bewundern sowie die Aussicht aus der Bastei von St. Remy genießen.Von Cagliari überqueren wir auf einer Staatsstraße die Ebene von Campidano, in deren Umgebung zahlreiche Nuraghen-Ruinen zu finden sind wie die gut sichtbare Sa Uga.
Zweite Etappe unserer Reise ist Barumini, wo die beeindruckende Anlage von Su Naraxi – UNESCO Weltkulturerbe - steht, dass von einer eindrucksvollen Nuraghe dominiert wird und von einem weiterenn Dorf (bewohnt zwischen 1600 v. Chr. und dem 3. Jh n.Chr.) umgeben ist. 
Um die 15 mt hohe Zentral-Nuraghe befinden sich vier Seitentürme, die durch ein Mauer verbunden sind. Im Hauptturm, deren zwei Etagen noch gänzlich erhalten sind finden wir einen Innenhof in Halbmondform sowie einen über 20 mt tiefen Brunnen. Gut sichtbar sind außerdem die kreisförmigen Hütten.

Weiter im Norden, ist es fast Pflicht, einen Ausflug zur Hochebene der Giara zu machen, um die in der Wildnis lebenden Pferde zu entdecken. Unser drittes Ziel ist Isili, ein Dörfchen, das auf das Sarcidano-Tal blickt und ein bekanntes Ziel für alle Kletter- und Kanufans ist.
In diesem Gebiet gibt es mehrere Nuraghen, einschließlich der Is Paras, deren schöne Kuppel die höchste Sardiniens ist - fast 12 m hoch –. Hier finden wir auch die Domus de Janas (Häuser der Feen oder Hexen), in den Fels gehauene, neolithische Gräber, eine Nachahmung des Inneren der Häuser, von denen wir welche auch in Goni und Pimentel finden.

Nach einem Halt in Nurallao wo das Megalith-Grab Aiodda steht, führt uns unser Weg in Richtung Laconi, das Land der Menhire, Monolithen in verschiedenen Größen und manchmal fein bearbeiteten, von denen viele Exemplare im archäologische Stadtmuseum aufbewahrt sind. Ebenfalls sehenswert ist die Ruine der mittelalterlichen Burg im Inneren eines geschützten Parks, ebenfalls reich an Nuraghen.
Gelegen an den Hängen des Gennargentu, die Heimat der Mufflons und Steinadler, finden wir Aritzo, ein Dorf, gekennzeichnet von Häusern mit Steinfassaden und großzügigen Holzbalkonen. 

Weiter in Richtung Norden kommen wir zu weiteren drei wichtigen Stationen: Fonni, auf 1000 Meter Höhe und so die höchstgelegene Stadt Sardiniens; Gavoi, mit dem schönen See Gusana; und Ollolai, im Gebiet San Basilio, wo alte Gräber stehen, die durch die Trockenmauer-Schließung von Naturkluften entstanden sind.

Bevor wir Nuoro erreichen, führt uns ein kurzer Umweg nach Sedilo, Sitz der Gräber der Riesen und einer Großnuraghe. Hier finden wir außerdem eine der ältesten, unterirdischen Nekropolen Sardiniens, die Domus der Janas von Iloi, mit 34 gefundenen Gräbern.
Wir erreichen nun, endlich, das Ziel unserer Reise: Nuoro, Hauptstadt der Barbagia und der Bergkultur. Geburtsort der Literatur-Nobelpreisträgerin, Grazia Deledda, deren Haus-Museum man hier besichtigen kann, bietet Nuoro seinen Besuchern auch ein Museum über das Leben und die Traditionen des sardischen Volks.
Zusätzlich zur Besichtigung der zahlreichen Nuraghen-Ruinen, und zu den Spaziergängen entlang der schönen Panoramastraße aus Granitstein im Park des Gennargentu, können Sie den Gipfel des Monte Ortobene erreichen, auf dem die große Statue Christi des Erlösers steht. Genau hier, an dieser beeindruckenden Stelle endet auch unsere Reise in Sardinien.

Nützliche Infos

Kauftipps
In Cagliari finden Sie die gesamte Handwerks-Produktion der Insel. Isili ist die Heimat der Teppiche, Tagesdecken und handgefertigten Satteltaschen. In Nuoro finden Sie Einzelstücke der Goldschmiedekunst, von einzigartiger Filigranarbeit sowie Holzmasken, Teppiche und Wandteppiche, handgefertigte Kissen und Gardinen. In Aritzo können Sie außerdem geschnitzte Holztruhen kaufen während Ollolai für seine Asfodelo-Körbe bekannt ist. In der gesamten Region können sie schließlich schöne Keramik-Gegenstände finden.

Unter den gastronomischen Spezialitäten, die Sie probieren und/oder kaufen sollten: Brot, Natives Olivenöl Extra, Ravioli und Gnocchi, Honig, gebratene Fleischspieße (vor allem aus Spanferkel, Lamm und Zicklein) mit Kräutern, Käse (Pecorino, Ricotta und Caciocavallo), Fleisch (Wurst, Schinken und Speck) sowie Süßgebäck, das oft mit Frischkäse oder Nüssen, Mandeln, Haselnüssen und Rosinen gefüllt sind. Unter den sardischen Doc Weinen sollten Sie folgende probieren: Cannonau, Nuragus, Monica, Mandrolisai und Girò. Sehr gut zum Dessert passen Malvasia, Moscato und Nasco.

Veranstaltungen
Zur Karnevalszeit verkleidet sich Barbagia mit erschreckenden, traditionellen Masken: ein Besuch nach Mamoiada oder nach Orgosolo, nach Ottana oder Fonni reicht um diese zu sehen und zu bewundern während in Gavoi verschiedene Karnevalsgruppen, im Tanz das Bild der Königs Karneval begleiten.
An Ostermontag, findet jährlich das Torrone-Fest in Tonara statt, mit Weinverkostungen sowie Kostproben besonderer, traditioneller Gerichte und Süßigkeiten. Am 1. Mai wird in Cagliari der Heilige Sant'Efisio (ein Heiliger der die Region von der Pest und den Piraten befreite) mit ausgeschmückten Karren zelebriert, die von Ochsen und herausgeputzten Pferden gezogen werden. Am letzten Julisonntag finden, 8 km von Gavoi entfernt,  Rennen von Sardischen Pferden, für das Fest des Sanktuariums der Madonna d'Itria, statt sowie folkloristische Veranstaltungen.
Schließlich, in Nuoro, findet am letzten Augustwochenende das Fest des Erlösers (Sagra del Redentore)statt, dessen Höhepunkt, der Umzug von über 3000 Trachten ist, ergänzt durch zahlreiche Aufführungen und Tänzen, die die sardische Kultur bestens repräsentieren.