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Hausmuseen

Wie der Name bereits erklärt, sind Hausmuseen ehemalige Wohnbauten, die aufgrund ihrer Geschichte zum Museum wurden. Ob Wohnsitz berühmter Persönlichkeiten oder gewöhnlicher Leute, ob Ort familiärer Momente oder Austragungsort geschichtlich wichtiger Ereignisse, es ist die authentische Art mit der diese, die Geschichte und die Traditionen der Leute aber auch der Epochen erzählen.

Der Besuch eines Hausmuseums ist ein besonderes Erlebnis, denn alles was sich darin befindet gehört zum Ausstellungs-Inventar: Möbel, Bilder, Bücher und Gegenstände des persönlichen und alltäglichen Gebrauchs. Italien zählt zu ihrem Kulturerbe zahlreiche Hausmuseen, in denen vom hohen Norden bis in den tiefen Süden, berühmte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland hausten.

Das International Council of Museum (ICOM) unterteilt diese in ihrem DEMHIST in verschiedene Kategorien. Die am häufigsten vertretene ist die Kategorie der „Hausmuseen berühmter Persönlichkeiten“ wie das von Giovanni Pascoli in San Mauro Pascoli, in Emilia-Romagna, wo der Dichter seine Jugendjahre verbrachte. In Recanati in den Marken, finden wir das Hausmuseum eines weiteren wichtigen italiensichen Dichters, Giacomo Leopardi: das Haus, ein Palazzo, blickt auf den Platz, dem Leopardi das Gedicht „Der Samstag auf dem Dorf“ gewidmet hat. Castello di DonnafugataDoch das Hausmuseum des italienischen Dichters par excellence, Dante Alighieri, steht in Florenz: Das beeindruckende Palazzo gegenüber der Torre della Castagna, wo Dante geboren wurde. In Rom können die Besucher vor Allem die Häuser internationaler Persönlichkeiten besichtigen, die eine Zeit lang in der ewigen Stadt verweilten. Neben dem Hausmuseums des italienischen Literaturwissenschaftlers und Experten englischer Literatur Mario Praz, finden wir in der Tat beispielsweise das Hausmuseum des englischen Dichters des Romantizismus John Keats. Das Museum, unweit von der Spanischen Treppe, ist außer Keats auch seinem Landesmann Percy Bysshe Shelley gewidmet. Das bekannteste Hausmuseum Roms ist jedoch das Goethehaus, indem der Dichter während seiner Italienreise, zusammen mit weiteren Künstlern verweilte.

Zu weiteren italienische Museen, die großen Persönlichkeiten geweiht sind gehören das Hausmuseum von Grazia Deledda, Literaturnobelpreis von 1926 in Nuoro, Sardinien, das historische Museum Carlo Levi, Autor des bekannten „Christus kam nur bis Eboli“, in Aliano, Basilikata sowie das Vittoriale degli Italiani in Gardone Riviera, in der Lombardei, das das Haus von Gabriele D'Annunzio einschließt. 

Ein Augenweide für die Besucher sind außerdem die Häuser bekannter Sammler, wie das Palazzo Jatta in Ruvo, Apulien oder das adlige Casa Carbone in Lavagna, Ligurien. Weiter gibt es Häuser, die zu Museen wurden aufgrund ihres besonderen künstlerischen und architektonischen Wertes wie beispielsweise das beeindruckende Palazzo Spada in Rom.
Ebenfalls zu Museen wurden Häuser aufgrund ihres besonderen Wert für die Gemeinschaft und stellen in ihren Räumen die Wichtigkeit des Gemeinschaftslebens dar wie beispielsweise das Museum Haus des Landwirts in Corciano, Umbrien, wo man einen Eindruck vom Leben der Landwirte zu beginn des 20. Jh. bekommen kann.

Von den oben genannten abgesehen gibt es weitere Kategorien von Hausmuseen wie die Museen von Adelsbauten, wie das Castello di Donnafugata in Ragusa, Sizilien, und die Hausmuseen, die bestimmten historischen Ereignissen geweiht sind. Dazu gehören beispielsweise die Hausmuseen von Ercolano, in Campanien, die durch den Vulkanausbruch im 79. n.C., wie auch Pompeji unter Asche vergraben wurden und nun ein beeindruckender Beweis des damaligen Lebens sind. Geschichts- und Kunst-begeisterte sollten außerdem die ethnisch-anthropologischen Hausmuseen nicht auslassen - wie beispielsweise das Trullo-Museum Casa Pezzola von Alberobello, Apulien - und die Museen in Adelspalästen wie die königliche Wohnräume von Borgo Castello in Venaria Reale, im  Piemont. Sizilien