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Das Ferrara der Familie Este

Die Stadt Ferrara erhebt sich am Ufer des Flusses Po di Volano in der emilianischen Poebene. Diese bezaubernde Stadt hat es geschafft ihre Schönheit im Laufe der Jahrhunderte zu bewahren. Deren urbanistische Struktur (bekannt unter dem Namen Addizione Erculea) verdankt die Stadt der Familie Este, die aus einem mittelalterlichen Dorf ein echtes Meisterwerk der Renaissance machte. Der kulturelle und politische Einfluss der Familie Este begann 1391 mit der Gründung einer der heute ältesten Universitäten Europas, während seine stetige Entwicklung den Hof der Este zu den bedeutendsten Europas machte.Ferrara - Trento und Triest Platz Humanisten und Künstler wie Leon Battista Alberti, Piero della Francesca und Tizian fingen an in die Stadt zu kommen sowie große Schriftsteller wie Boiardo, Ariost und Tasso, die schmeichelnde Versen für die Herzöge schrieben.
Am Stadtplan, der von Ercole I d'Este (daher der Name Addizione Erculea – Hinzufügung der Ercole) in Auftrag gegeben wurde, ist heute noch der Geist der Renaissance und die charmante Mischung aus Alt und Neu spürbar und sichtbar. Diesem Projekt verdankt die Stadt auch deren Eintrag als UNESCO Welterbe.
Das Stadtzentrum bietet eines der besterhaltenen Exemplaren mittelalterlichen Stadtbaus, mit zahlreichen Denkmälern, Kirchen, Klöstern, großen Grünflächen und historische Straßen sowie Gebäude wie z.B. das Castello Estense, das Schloss der Familie Este. Vom Markgrafen Niccolò II d'Este beauftragt, diente das viereckige Schloss, mit seinen vier Türmen und einem Burggraben, zur Verteidigung der Familie. Unter Herzog Ercole I d'Este wurde das Castello zu Residenz und wurde durch eleganten Balkonen und einem zusätzlichen Stockwerk mit Pultdach verschönert, während die Türme verfeinert und veredelt wurden.

Der Innenhof wurden mit Freskenmalereien der Este-Vorfahren  dekoriert während man im Inneren, mittelalterliche Räume wie  die herzoglichen Wohnräume, die Küchen und die Gefängnisse besichtigen kann.
Vor dem Castello Estense, wohnte die Familie der Herzöge im Palazzo Municipale, das heute als Rathaus fungiert. Das 1245 erbaute Palast, erreichte seinen heutigen Umfang am Ende des 15. Jh., während eine seiner Fassaden Anfang des 20. Jh. im neugotischen Stil restauriert wurde. 
Ein im inneren verlaufender Weg (Via Coperta), verbindet das Palazzo mit dem Castello Estense, während man über den Haupteingang (genannt Volto del Cavallo und von zwei Bronzestatuen definiert) den beeindruckenden Innenhof erreicht, die Piazza del Municipio (Rathausplatz). In seinem inneren können außerdem zahlreiche, kostbar dekorierte Räumlichkeiten besucht werden.

Eines der beeindruckendste Bereiche des historischen Stadtzentrums bleibt jedoch das sogenannte Quadrivio degli Angeli, das aus dem Palazzo dei Diamanti, dem Palazzo Prosperi-Sacrati und dem Palazzo Turchi di Bagno besteht.


Nützliche Infos

Palazzo dei Diamanti (Diamantenpalast)
Das Gebäude wurde zwischen 1493 und 1503 gebaut und war ursprünglich Wohnsitz der Este und ab 1641 der Grafenfamilie Villa, während es heute die Pinakothek und eine Abteilungen der Ferrara Universität beherbergt. Seine Besonderheit ist sein Äußeres, das mit Quader in Diamant-Spitze-Form bedeckt ist. Diesem verdankt der Palast seinen Namen und seine prächtige perspektivischen Effekte. Sehr beeindruckend sind auch die Ornamente und Dekorationen pflanzlichen Inhalts. Im inneren finden wir einen, für die Renaissance-Zeit typischen Platz mit einem Marmorbrunnen  und umgeben von Portiken.

Palazzo Turchi di Bagno
Entworfen um das Jahr 1942, ist das Palazzo Turchi di Bagno ein lineares Gebäude, das  von seinen kantigen Pilaster aus weißem Stein mit einer doppelten Reihe korinthischer Kapitellen charakterisiert ist. Es gehörte ursprünglich der Famiglie Bagno und wurde im Jahr 1933 dem Militär übergeben. Nach Schäden, die es während des II. Weltkrieges erlitt, wurde es restauriert und beherbergt heute den Fachbereich für Biologie und Evolution sowie das Museum für Paläontologie und Urgeschichte, „Piero Leonardi“.

Palazzo Prosperi-Sacrati

Es ist das älteste der in der Phase der Addizione Erculea gebauten Gebäuden, und wurde im typischen Baustil der Ferrara-Renaissance gebaut.
Berühmt ist sein monumentales Tor im venezianischen Stil mit einem weißen Marmor-Balkon, erhoben von, auf dem Balkon sitzenden, Putten.

Ein weiteres wichtiges Gebäude, ist das Palazzo Schifanoia, das von Alberto D'Este 1385 beauftragt und später erweitert wurde und dessen Fassade ein großes und meisterhaft geschnitztes Tor bietet.
Nennenswert ist der Besuch im Flügel aus dem 13. Jh., das Ausstellungen verschiedener Art beherbergt während man im Saal Salone die Mesi eines der wichtigsten Zyklen von Fresken aus dem fünfzehnten Jh. bewundern kann. In der angrenzenden  Sala delle Virtù (Halle der Tugenden) ist die charmante, vergoldete und bemalte Kassettendecke nicht zu verfehlen, die eine Darstellung der Kardinal-und theologischen Tugenden sowie der Unternehmungen der Este bietet, ein Werk von Domenico di Paris (aus dem 15. Jh.).

 Für weitere Informationen: www.comune.fe.it