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Venedig und die Biennale

Venedig, auch “La Serenissima” oder Wohnzimmer Italiens genannt, ist nicht nur für ihre architektonischen und landschaftliche Schönheiten bekannt, sondern auch für ihre Geschichte und ihren kulturellen Einfluss. Sie war Protagonistin der Kunst und Kultur zur Zeit der Dogen, spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Verlagswesens und repräsentierte die Macht der Seerepubliken. Die tausendjährige Kulturtradition Venedigs wird heute mit der weltweit bekannten Biennale di Venezia gefeiert, die von zahlreichen Veranstaltungen verschiedener Art gekennzeichnet ist.  Biennale d'arte - Arsenale - Photo by AudreyH - FlickrUrsprünglich 1895 als eine Kulturassoziation gegründet mit der Ausstellung Esposizione Biennale d’Arte nel Mondo, hatte diese als Ziel die Förderung der Kreativität und des Kunstmarktes in Venedig und Italien. Heutiges Ziel der Biennale ist noch immer die Förderung neuer Kunsttendenzen durch zahlreiche internationale Kunstveranstaltungen und Ausstellungen: Die internationale Kunstausstellung, das internationale Festival für zeitgenössische Musik (seit 1930), das internationale Theaterfestival (seit 1934), die internationale Architektur-Biennale (seit 1980), das internationale Festival für zeitgenössischen Tanz (seit 1999) und die internationale Filmfestspiele von Venedig (seit 1932). 

Die Kunst- und Architektur-Biennale findet alle zwei Jahre statt, mit den Giardini als Hauptausstellungsbereich. Hier werden verschiedene Länder in jeweils einem der 29 errichteten Stands repräsentiert wobei Italien im Padiglione Cantrale (ehemals Padiglione Italia), mit der Hauptausstellung der Veranstaltung, gefeiert wird. Erst seit wenigen Jahren hat die Kunst-Biennale auch die Gebäude des Arsenale zu ihren Ausstellungsräumen hinzugefügt.
Die Biennale zählt heute bis zu 17000 m² an Ausstellungsraum sowie zahlreiche Nebenveranstaltungen, die in den verschiedenen Sestieri, die Bezirke Venedigs, stattfinden.

Die internationale Filmfestspiele finden im historischen Palazzo del Cinema, im Lido di Venezia statt.
Ursprünglich nicht als Wettbewerb gedacht, gehört heute ihre Auszeichnung zu den wichtigsten internationalen Anerkennungen: der goldene Löwe, Symbol der Stadt und des Markusdoms.
Die Filmfestspiele sind eine Institution der siebten Kunst und ziehen oft die Blicke eher für die Stars auf dem roten Teppich als für den tatsächlichen Kunstwettbewerb. Nach der Zeit des zweiten Weltkriegs, in der hauptsächlich Propaganda Filme gefördert wurden, verbreiteten die Filmfestspiele den Neorealismus von Rossellini und Visconti und feierten große internationale Namen wie Orson Wells und Fritz Lang. Später würden die Filmfestspiele auch das asiatische Kino unterstützen (hauptsächlich das Japanische) sowie zahlreicher junger Talente fördern.

Der Name „Biennale“ bezieht sich auf die zweijährig stattfindenden Veranstaltung, mit Ausnahme der Filmfestspiele, die jährlich stattfinden, und ist inzwischen ein Markenzeichen in der Welt der großen internationalen Veranstaltungen.
Die intenationale Kunst-Biennale und die Filmfestspiele von Venedig sind die weltweit ältesten und noch existierenden Veranstaltungen ihrer Art.

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