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Die Scrovegni-Kapelle in Padua

Die Scrovegni-Kapelle in Padua ist ein absolut künstlerisches Meisterwerk. Heutzutage wird sie von einer großen Anzahl an Touristen und unter Voranmeldung besichtigt. Sie wurde auf Wunsch eines reichen und mächtigen Geldverleihers, Enrico Scrovegni, erbaut. Giotto hat die in ihr gut erhalten gebliebenen Fresken in 855 Tagen zwischen 1302 und 1305 gemalt. Als Familienkapelle konzipiert, wurde sie direkt an einen großartigen Palazzo, der selbst auf einem römischen Amphitheater aus dem Jahr 60 v. Chr. errichtet wurde, angebaut und enthält in ihrem Inneren circa 1000 Quadratmeter an Malereien, die dem Alten und Neuen Testament gewidmet sind.Cappella degli Scrovegni photo by Rastaman3000-wikimediaDie Kapelle, wurde der Maria Empfängnis mit einer Fürbitte für den Vater von Enrico Scrovegni, Reginaldo Scrovegni, gewidmet, dessen Seele als Wucherer laut Dante´s Göttlicher Komödie in die Hölle kommen sollte. Die Kapelle zeigt sich in einem einzigen Raum, und beherbergt im Hintergrund in einem Presbyterium den Sarkophag des Auftraggebers. Das Gebäude mit seinem einfachen, rechteckigen Grundriss und schmalen, hohen Fenstern und einem gotischen dreibögigen Fenster an seiner Hauptfassade, stammt wahrscheinlich  von Giotto selbst.

Der Auftraggeber engagierte Giovanni Pisano zur plastischen Gestaltung der Kapelle, dessen 3 Altarstatuen aus Marmor die Hl. Maria mit Jesuskind zwischen 2 Diakonen darstellt. Giotto wurde mit der Bemalung der Kapelle beauftragt, als er schon die Basilika des Hl. Franziskus in Assisi, die Lateransbasilika S. Giovanni in Rom und den Palazzo della Ragione in Padua (ein weiteres künstlerisches Meisterwerk des 14. Jahrhunderts) mit Fresken ausgeschmückt hatte. Zum Zeitpunkt der Auftragserteilung befand er sich bei Arbeiten in der Basilika des Hl. Antonius in Padua.

Das besondere an Giottos Fresken, eine Maltechnik, in der das Pigment in den feuchten Mörtel gemalt wird, um den von außen eingreifenden Umwelteinflüssen standzuhalten, sind die leuchtenden Farben wie das seltene ultramarinblau, das Giotto über Venedig von „jenseits der See“ bekam und das in seinem Freskenzyklus im Sternenhimmel eingesetzt wurde.
Die Themen behandeln hauptsächlich Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament, wobei die Darstellung des jüngsten Gerichts hervorsticht, eine gesamte Fläche der Kapelle in Anspruch nimmt und Christus als Richter und König zwischen den Aposteln darstellt, wo unter ihnen die Kräfte des Bösen hausen und die Sünder sich verkriechen.
Die Kapelle macht auf den Betrachter einen bogenförmigen Eindruck, in denen mehrere bulläugig geformte Szenen die Person Christus unter den Aposteln und Profeten zeigen. Vertreten sind auch die Szenen der Tugend und Todsünde. Sie stellen einen richtigen Leitfaden zum korrekten Verhalten für die Gläubigen von damals dar.

Im Tonnengewölbe befindet sich ein Sternenhimmel, der von malerisch vorgetäuschtem  Marmor mit breiten, echt erscheinenden Formen und Drapierungen gestützt wird, die ein Stück Geschichte des Christentums vom Theologen Augustinus inspiriert, visuell erzählen.
Nicht einmal 40 Jahre alt war Giotto bei der Fertigstellung dieses von der ganzen Welt angesehene Meisterwerks, dessen Prestige nur die Sixtinische Kapelle von Michelangelo in Rom nahesteht.

Wichtige Informationen

Cappella degli Scrovegni (auch: Scrovegni-Kapelle)

Öffnungszeiten:
Das gesamte Jahr über von 9.00 bis 19.00 Uhr.
Dal dal 27. bis 29. Dezember und vom 2. bis 6. Jänner abends von 19.00 bis 22.00 Uhr.

Geschlossen zu Weihnachten und Silvester

Tickets:
Vollpreis: 13 €
(incl. Reservierungspreis v. 1€)
In diesem Ticket ist der Besuch des eremitischen Museums und des Palazzo Zuckermann inbegriffen.

Wo: Padua, Cappella degli Scrovegni, Piazza Eremitani 8