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Unterirdisches Rom

Viele sind die Besucher, bei einem Besuch in Rom, das Zentrum des Christentums, auch die Katakomben der ersten Anhängern Jesu besichtigen möchten.

Die Katakomben des San Callisto befinden sich in Rom, im bezaubernden und idyllischen Gebiet der Appia Antica.Sie entstanden in der Hälfte des 2. Jh. und umfassen rund 500.000 Gräber antiker Christen, vieler Märtyrer sowie 16 Päpste. Auf einer Fläche von 15 ha bestehen diese Katakomben aus einem ca. 20 km langen, unterirdischen Gängen-Netz, das bis zu einer Tiefe von 20 Mt. reicht. Die vier bzw. fünf Ebenen der Katakombe sind von kleinen Grotten umgeben.

Via Appia antica photo by ewewlo- flickr 

Geschichte
Einige arme, römische Familien (sowohl Christen als auch Heiden) einigten sich im 1. Jh. n.Chr. und begruben ihre Verstorbenen in diesen Tuffgrotten entlang der Via Appia Antica. Am Ende des 3. Jh. befreite der Kaiser Commodus, der dank seiner christlichen Geliebte Marcia die Christen tolerierte, die Kirchenmänner, die in den Bergwerken Zwangsarbeit leisteten.
Unter Ihnen befand sich auch Calixtus, ein Sklave, der für eine gewaltige Auseinandersetzung in einer Synagoge beschuldigt war. Papst Zephyrinus sah in ihm jedoch einen talentierten jungen Mann und ernannte Calixtus im Jahr 199 zum Diakon und Aufseher der ersten offiziellen Grabstätte der römischen Kirche.
Im 3. Jh. wurde Calixtus zum Papst und nach seinem Tod heilig gesprochen.
Später, schaffte es Papst Damasus das Christentum vom Kaiser Theodosius als offizielle Staatsreligion anerkennen zu lassen und beschloss diese Katakomben zu restaurieren, um zu beweisen, dass das Heidentum nicht die stärkste Tradition Roms war.

Besichtigung
Der oberirdische Teil der Stätte (oberirdisch)
Hier sind noch die Reste zweier Basilika sichtbar mit jeweils drei Apsiden, die sogenannte „Trichora“. In der östlichen Apsis wurde wahrscheinlich Papst Zephyrinus und der junge Märtyrer der Eucharistie, Tarzisius begraben.
Im unterirdischen Teil der Grabstätte sind verschiedene Bereiche vorhanden.

Der unteriridische Teil
Die Krypta der Päpste ist sicherlich der wichtigste Ort. Auch als „Der kleine Vatikan“ bekannt, lagern hier die Reste von mindestens fünf Päpste die erst gepeinigt und dann heilig gesprochen wurden.

Besonders interessant ist auch die Krypta der Hl. Cäcilia, eine weitere bekannte Märtyrerin, die hier  mindestens fünf Jahrhunderte lang verehrt wurde. Ihr Körper lag dort, wo heute ihre wundervolle Statue steht, die unmittelbar nach der Ausgrabung des Sarkophagen und des Körpers der Heiligen gemeißelt wurde. Im Jahr 821 wurden ihr Leichnam  in die ihr geweihte Basilika in Trastevere gebracht.
Die Krypta war gänzlich mit Fresken und Mosaiken dekoriert von denen heute ein Abbild der Hl. Cäcilia im Gebet zu sehen ist. Außerdem ist am Lichtschacht die Darstellung dreier Märtyrer sichtbar:  Policamo, Sebastiano und Quirino.



Nach der Krypta gehen wir entlang der beeindruckenden Gängen voller Nischen und erreichen so einen Bereich mit fünf kleinen Räumen, genannt die „Sakramentskapellen“: Familiengräber mit zahlreichen Fresken aus dem 3. Jh., die die Sakramente der Taufe und der Eucharistie thematisieren.
In einem weiteren Fresko ist außerdem der Prophet Jona abgebildet, Symbol der Wiederauferstehung. 

Nützliche Infos

  • Heilige Cäcilia (Zwischen Geschichte und Legende)Sie gehörte einer römischen Adelsfamilie an und bekehrte ihren Ehemann zum Christentum. Da dieser sich weigerte den Götzenbildern Opfer zu bringen wurde er gepeinigt, während Cäcilia des Todes verurteilt wurde. Sie sollte im Dampfbad ihres Hauses in Trastevere ersticken, blieb jedoch für mehrere Tage am Leben indem sie Hymnen sang: dies machte sie zur Heiligen Patronin der Kirchenmusik. Sie wurde schließlich zur Enthauptung verurteilt, doch dem Henker gelang es dreimal nicht der Heiligen den Kopf abzutrennen und so bekehrte sie weiter Menschen zum Christentum, bevor die endlich starb.