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Turin und die Tradition der Schokolade

Die Liebesgeschichte zwischen Turin und der Schokolade beginnt im Jahr 1560 als Emanuele Filiberto den Wechsel der Königreichs-Hauptstadt von Chambéry nach Turin, mit der symbolischen Gäste einer heißen Schokolade für die Stadt feierte.
Eine Leidenschaft, die weltweit bekannte Spezialitäten, nicht nur aus der Weihnachtszeit, hervorgebracht hat und die seit Jahrhunderte die Kreativität der Meister-Chocolatiers fördert.
Hier wurde im 18. Jh. zum ersten mal auch das Bicerin serviert, ein heißes Getränk aus Kaffe, Cacao und Milchcreme.
Durch der Schokolade hat Turin zum einen ihre innovative Ader entdeckt, denn hier wurde zu Beginn des 19. Jh. eine neue Verarbeitungsprozedur eingeführt: durch die Vermischung von Kakao, Vanille, Wasser und Zucker konnten  feste Tafeln oder auch  Pralinen  jeglicher Form hergstellt werden. 
PralinenIm Jahr 1985 wurde dann die Nusspraline Gianduiotto von Michele Prochet erfunden. Dafür wurde Schokolode mit der Haselnuss der Langhe vermischt und so die erste in Papier eingewickelte Praline geboren. Der Gianduiotto wurde zum ersten Mal zur Karnevalszeit auf dem Markt gebracht, was auch zu seinem Namen geführt hat: Den der traditionelle Karnevalsfigur Turins, des Spaßmachers Gianduja.  
Seit dem verdanken viele Unternehmen der Pralinenproduktion ihren Erfolg: Peyrano, Baratti & Milano, Streglio, Feletti, Caffarel, Stratta und vor Allem Giordano, die einzige Marke, die heute noch ihre Pralinen per Hand schneidet, mit der sogenanten „Coltella“.
Marktführer der Pralinenproduktion bleibt jedoch die Familie Peyrano, deren Tradition vom Ahnen Antonio, Chocholatier der Elite Turins, beginnt.
Das historische Geschäft befindet sich in Corso Moncalieri und produziert heute, außer den bekannten Gianduiotti, weitere zahlreiche und sehr beliebte Pralinen.  

Neben den traditionellen Herstellen gibt es in der Stadt auch viele kleine Läden von Schokoladenmeistern: Stroppiana, der das Gianduiotto noch immer per Hand einwickelt; G. Pfatisch aus dem Jahr 1929 und viele mehr, die nicht weniger Qualitativ sind.
Zur Tradition gehört jedoch niht nur das Giaunduiotto: die Schokoladenkunst Turins drückt sich auch im Alpino, eine mit Likör-creme gefüllte Praline, im Boero, ein Klassiker mit Schokoschale und einer Likör-Creme-Füllung, im Cremino, eine Art Praline aus drei Schoko-Schichten, die zwei äußeren aus Gianduja Schokolade und die Innere aus einer Schoko-Nusscreme. Das Cremino wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh.  von Ferdinando Baratti erfunden, der mit seinem Partner Edoardo Milano ein Likör- und Pralinen-Geschäft in Turin mit dem Namen „Baratti & Milano“ eröffnet hatte.  

Nicht zuletzt, sollte man das Nutella nennen, die weltweit bekannte Nougatcreme, die von Pietro Ferrero, dem großen Konditor Turins, 1946 erfunden wurde. Die Legende besagt, wie die Milchhändler der Stadt erzählen, dass es ursprünglich um eine Schokolade handelte, die mit der Hitze schmolz, und so zur Nutella wurde, wie diese Creme einige Jahre später vom Sohn, Michele Ferrero, genannt wurde.

Heute stellt die Provinz Turin und seine Umgebung das größte Zentrum Italiens bezüglich der Verarbeitung von Schokolade dar. Neben den großen Firmen von industrieller Produktion wie Ferrero, Caffarel und Streglio führen auch kleinere Chocolatiers die Tradition der Schoko-Stadt Turin weiter.
Seit 2003 organisiert Turin das jährliche Festival CioccolaTò, eine Veranstaltung mit Festen, Events, Kostproben, Schauen und Aufführungen, alle um das Thema Schokolade, die ein fester Treffpunkt für alle leidenschaftliche Nascher sowie Austauschmöglichkeit für alle internationalen Meister-Chocolatiers und Hersteller ist.