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Kalabrien und das Peperoncino

Eine Reise nach Kalabrien, das Land des roten Golds, auf die Entdeckung intensiver Düfte, die auf den Einfluss des Orients auf die lokale Küche erinnern.
In dieser Region ist das rote Gold das Peperoncino, der italienische Chili, der hier als König aller Rezepte gilt.
Die Stadt Diamante ist dessen Hauptstadt und hat dem Piparedduzzu (so wird der Chili im Dialekt genannt) sogar eine Akademie gewidmet, die jedes Jahr im September ein Festival internationalem Ruhms organisiert: Kino, Kunst, Kultur, Treffen, Debatten, Satire, Musik, Modenschauen, Straßenkunst und viel Gastronomie, die natürlich von der geschätzten Zutat gekennzeichnet ist.Kalabrien - Diamante photo by ivo.spadone-flickr
Unsere reise beginnt genau in Diamante, im „Zeder Garten“, acht km an Strand und  kristallklarem Meer und mit Graffiti bunt bemalten Gassen. In dieser bezaubernden Ortschaft muss man die zahlreichen Saucen und Cremes sowie das berühmte N'duja probieren: Eine mit Chili aromatisierte Wurst, die meist als Antipasti serviert oder bei der Zubereitung von ersten Gängen genutzt wird. Weiter, sollte man hier Maierà besichtigen, eine 8 km von Diamante entfernt gelegene Ortschaft mit einem Peperoncino-Museum unweit des zentralen Palazzo Ducale.

Entlang der Küste kommt man im Norden zu den beliebtesten Stränden des Gebiets: Scalea, mit dem historischen Dorf, gekennzeichnet von den vielen Treppenwegen, und Praia a Mare, umgeben von Zedern, mit der zauberhaften Insel Dino und dem Heiligtum Madonna della Grotta, von dem man ein atemberaubendes Panorama auf die Küste genießen kann.

Über den Nationalpark Pollino, mit der besonders rauen Natur, kommt man nach Castrovillari, bekannt für die imposante aragonesische Festung aus dem Jahr 1490. Dieses Gebiet ist eines der Startpunkte für Wanderungen und Ausflüge im Pollino. Wenn Sie also lieber Berge und Natur als Strand und Meer um sich haben, haben Sie hier die Möglichkeit alle denkbare Sportarten auszuüben  (Wandern, Mountain Bike, Alpinismus, Canyoning, Rafting, Speläologie sowie Langlauf in der Winterzeit) oder einfach die Schönheit des Parks und der Naturreservate (Naturreservat im Tal des Flusses Lao, die Schluchten von Raganello, und das Tal des Flusses Argentino) zu genießen und in den zahlreichen Hütten und Zeltplätzen zu übernachten.

Dieses Schutzgebiet ist seit über 5 Jahrhunderten auch Heimat der albanischen Volksminderheit Arbëresh, die zwischen 1470 und 1540 in der Flucht vor den Türken nach Italien kamen (Kalabrien und Basilikata). Einen Besuch wert sind hier die Dörfer: Aquafromosa, Civita (mit dem Museum der Arbëresh Kultur), San Basile, Lungro, Plataci und Frascineto. Besonders eindrucksvoll sind die Heiligen Messen, die nach griechisch-byzantinischer Tradition gehalten werden.
Von den Bergen zu den Städten: Wir beginnen in Cosenza, Hauptstadt der Provinz, mit dem malerischen Corso Mazzini, der eindrucksvollen Altstadt und dem Panorama auf die Flüsse Crati und Busento. Nach einem Besuch im eindrucksvollen Dom geht man zu Tisch, wo man auf die herzhaften Gerichte Kalabriens und die lokale Spezialität mùstica trifft: kleine Fische, die in Peperoncino eingelegt, in der Sonne getrocknet und in Öl aufbewahrt werden.

Unsere Reise endet zurück an der Thyrrenischen Küste, in Paola, wo man vom 1. bis zum 4. Mai den Patron Kalabriens, San Francesco di Paola, feiert. Für dieses Fest kommen zahlreiche Gläubige aus ganz Italien an um hier mit Gesängen und Tänzen die Tage und die Nächte zu verbringen. Das Fest gipfelt in der Prozession der Statue des Heiligen, entlang einer Straße mit zahlreichen Majoliken-Kapellen, die die Wunder des Heiligen Franz repräsentieren, um erst an den Reliquien des Heiligen Franziskus in der gotischen Kirche eines Klosters vorbei zu gehen und schließlich am Strand, für die Segnung der Boote anzukommen. Ein großes Feuerwerk beendet um Mitternacht das Fest.

Was Sie kaufen sollten
In den Dörfern der Äberesh-Kultur finden Sie eindrucksvolle Stoffe (Wandteppiche, Satteltaschen, Schürzen), die aus Ginsterfasern hergestellt werden. Die Stoffkunst ist jedoch im gesamten Gebiet verbreitet.
Besondere Produkte aus der lokalen Gastronomie sind weiter: das Peperoncino natürlich, aber auch verschiedene Wurstwaren (wie die sehr scharfe „Sopressata“), Pecorino-Käse, Ricotta-Käse und das Zitronat (kandiert oder als Likör, eine Spezialität aus Diamante). Mit Zitronat werden auch die „Panicilli“ gemacht, Rosinenbrötchen eingehüllt in Zeder-blättern.
Unter den lokalen DOC-Weinen sind die roten Donnici, Pollino und Savuto besonders empfehlenswert.