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Eine Reise in die Hügel des Chianti

Der Chianti ist das Gebiet zwischen Florenz und Siena, zwischen Arezzo und den pisaner hügeln und seit jeher als das “Herz der Toskana” angesehen. Es ist eine Reihe von prächtigen Landschaften, die von dichten Weingärten, Kastanienwäldern, Eichen und Steineichen, eindrucksvollen mittelalterlichen Orten romantischen Burgen und bezaubernden Bauernhäusern gekennzeichnet sind. Es ist auch das Land, in dem man einen der besten Rotweine der Welt herstellt, den Chianti.

Chianti Weinberg photo by Podere Casanova-flickr 

Auf Reisen in den Dörfern

Die Gegend des Chianti ist der ideale Platz für Reisen zwischen mittelalterlichen Dörfern, romantischen Weingärten und charakteristischen hügeligen Landschaften. In jedem kleinen Dorf ist es möglich, auf Weinkeller, Schlösser und Höfe zu stoßen und den hochwertigen Wein in einer der zahlreichen Enotheken zu kosten. Die Geschichte, reich an Legenden, und die Weintradition haben die Gegend des “Clante” (der Name eines Baches in etruskischer Zeit) in der ganzen Welt berühmt gemacht.

Kommt man aus Florenz, ist Impruneta der natürliche Zugang zum Weingebiet, reich an Denkmälern, unter ihnen auch der mit Zinnen gekrönte Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert und die Basilika Santa Maria mit dem anliegenden Schatzmuseum. Zwei Ereignisse von internationaler Bedeutung: das Fest der Trauben mit dem Umzug allegorischer Wägen und die Messe von San Luca finden beide im Herbst statt.
Hinter Florenz, Richtung Siena, muss man unbedingt das mittelalterliche Dorf Greve in Chianti besuchen mit seinem antiken und eigenartig dreieckigen Platz, eingegrenzt von Häusern, Bogen- und Laubengängen, die alle in Richtung der Kirche Santa Croce zusammenlaufen.
Der Platz beherbergt im September die wichtigste Weinausstellung des Chianti. Von oben dominiert das Castello di Montefioralle, ein antikes befestigtes Dorf, die Stadt.
Man trifft dann auf Volpaia, ein pittoreskes, mittelalterliches, um ein Schloss herum entstandenes Dörflein, ebenso ein Zentrum der Weinproduktion.

Nicht weit entfernt ist Radda, das sich um die Kirche San Nicolò aus dem 14. Jh. und um den majestätischen Palazzo Pretorio (circa 1415) entwickelt hat. Zu besichtigen ist auch die Pfarre von San Giusto in Salcio, die in einem üppigen Talkessel liegt, zwischen Weingärten und der Pfarre von Santa Maria Novella mit ihrer charakteristischen romanischen Fassade. Nicht weit außerhalb von Radda liegt die Genossenschaft Vino Chianti Classico  mit dem historischen Weinstudienzentrum - ein weiteres "muss“.

Die Reise in Richtung Valicio dei Monti del Chianti fortsetzend trifft man zuerst auf Gaiole, mit einem der berühmtesten Panoramen Italiens, und weiters auf unzählige Gehöfte und Schlösser wie San Leonino und Fonteruoli.
Hat man die senesische Stadt hinter sich, sind weitere historische Sehenswürdigkeiten Monteriggioni aus dem 13. Jh., auf dem Gipfel eines Hügels erbaut und mit einer massiven Mauer umgeben, und als senesischer Vorposten etruskischen Ursprungs Castellina mit einer schönen zentralen Piazza, die von der mittelalterlichen Via delle Volte durchquert wird.
Abschließend wird das prächtige Poggibonsi besucht, wo im Oktober bei einem Fest die antike Technik der Kelterung der Trauben der hügeligen Gegenden vorgeführt wird, und zuletzt in Montespertoli die jährliche Ausstellung des Chianti.

Der Wein

Jeder Chianti ist DOCG  (kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung), aber jeder Chianti ist verschieden, jeder mit eigenem Charakter, der an das eigene Territorium und die Produktionsmethode gebunden ist.Die Traubenmischung ist immer dieselbe, aber die Prozentsätze variieren: Sangiovese (75-90%), Canaiolo (5-10%) und Malvasia del Chianti (5-10%). Die perfekte Komposition wurde im 19. Jahrhundert von Baron Ricasoli entdeckt, der später der Trebbiano Toscano hinzugefügt wurde. Die Tradition ist so sehr verwurzelt, dass die toskanischen Produzenten die verschiedenen Rebsorten in der richtigen Proportion zusammenpflanzen, die zur Weinherstellung benötigt wird.

Der Anbau in toskanischer Bogenart verdankt dem Boden aus Mergelgestein viel, er ist porös und wasserdurchlässig und lässt keine Stockung des Wassers im Bereich der Wurzeln zu. Im Herbst nach der Ernte kann man möglicherweise noch einige Trauben auf den Reben sehen: es ist das Verfahren des “Governo”, das Jahrhunderte überlebt hat. Weil dem fertig gegorenen Wein frischer Most zugefügt wird, beginnt die Gärung erneut. Dadurch wird der Zucker zur Gänze in Alkohol umgewandelt und man erhält einen trockenen und stabilen Wein.
Nach der Gärung bleibt der Wein zur Verfeinerung bis März in Becken aus Stahl oder Zement und einmal abgefüllt ist er marktfertig.

Wenn der Chianti mehrere Jahre gelagert wird, davon zumindest drei Monate Veredelung in der Flasche, darf er den Zusatz „Riserva“ führen. Voraussetzung ist, dass er bei Zulassung zum Konsum zumindest 12% Alkohol hat im Gegensatz zu den 11,5% des klassischen Chianti.

Charakteristiken

Die Farbe ist ein belebtes Rubinrot, das Bukett intensiv mit einer Spur von Veilchen, Schwertlilie und Vanille, während der Geschmack harmonisch und trocken mit Spuren von Vanille und Mandeln ist. Mit dem Alter wird er weich und samtig. Jährliche Produktion: ca. 63 Millionen Flaschen.

Bei Tisch

Der junge Chianti und alle einfachen DOCG sind ausgezeichnete Weine für alle Mahlzeiten; die gealterten und die Riserva sind mit rotem Fleisch, Wild und pikanten Käsen zu bevorzugen.
Die Flaschen werden waagrecht gelagert und mit Raumtemperatur serviert.
Zu den charakteristischen Gerichten der toskanischen Küche:
Die Ribollita - ihre Hauptzutaten, das übriggebliebene gekochte Gemüse der Vortage, werden zusammen aufgekocht - wird mit altbackenem Brot und kaltgepresstem Olivenöl angerichtet. Ein anderer “Klassiker” der Gegend sind die Vorspeisen wie geröstete Brotwürfel mit Hühnerleber, die Bruschetta mit Tomaten und senesische Schweinewurst, allgemeiner als “Finocchiata” bekannt.