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Eine Reise durch Italien über die 10 wichtigsten Werke von Raffael

Als beliebtester und repräsentativster Maler der Renaissance angesehen, hat Raffael eine riesige Anzahl von Gemälden hinterlassen, die international zu den größten Meisterwerken der Kunstgeschichte gehören. Hier empfehlen wir Ihnen die zehn schönsten Werke, die man in Italien bewundern kann.

Die Vermählung Mariä, Mailand

 

Die Vermählung Mariä (1504)

Die Vermählung Mariä (1504)

1504 gemalt, als Raffael kaum 21 Jahre alt war, markiert das Altarbild Die Vermählung Mariä den Übergang von der jugendlichen Periode zur künstlerischen Reife. Das Gemälde zeigt zum ersten Mal die volle stilistische Unabhängigkeit gegenüber seinem Lehrer Perugino und eine besondere Aufmerksamkeit für perspektivischen Raum und ideale Schönheit.  Bis 1798 in der Kirche S. Francesco in Città di Castello aufbewahrt, befindet es sich heute in der Pinacoteca di Brera in Mailand.

Die Grablegung Christi, Rom

 

Die Grablegung Christi (1507)

Die Grablegung Christi (1507)

Die Grablegung Christi (Pala Baglioni) ist ein Ölgemälde aus dem Jahr 1507, das die Grablegung Jesu darstellt. Es gehört zu den berühmtesten Kunstwerken der Florentiner Schaffensperiode von Raffael. Der Aufbau folgt einem klassischen Schema, fügt aber Dynamik, Dramatik und Natürlichkeit im Ausdruck hinzu. Einst in der Kirche S. Francesco al Prato in Perugia zu finden, wird es heute in der Galleria Borghese in Rom aufbewahrt.

Die Madonna del Cardellino, Florenz

 

Madonna del Cardellino (1506-1507)

Madonna del Cardellino (1506-1507)

Die Madonna del Cardellino ist eines der Werke von Raffael, das im Jahre 1506 in Florenz anlässlich der Hochzeit von Lorenzo Nasi und Sandra di Matteo Canigiani gemalt wurde. Der Einfluss von Leonardo ist im pyramidenförmigen Aufbau, in der Nutzung von Helldunkel, sowie in den somatischen Zügen der beiden Kinder deutlich zu erkennen. Heute befindet sich das Werk in den Uffizien in Florenz.

Dreifaltigkeit mit Heiligen, Perugia

 

Kapelle von San Severo (1505)

Kapelle von San Severo (1505)

Raffael wurde 1505 nach Perugia geholt, um an der Kapelle von San Severo zu arbeiten, die später von Perugino fertiggestellt wurde. Hier schuf er das obere Fresko mit der Dreifaltigkeit, den Benediktiner-Heiligen Maurus, Placidus und Benedikt und den Kamaldulensern Romuald, Benedikt dem Märtyrer und Johannes dem Mönch. Das Werk zeichnet sich durch seinen monumentalen Charakter und den dreidimensionalen Effekt aus, mit dem Blick, der auf Christus gerichtet ist. Es wird nach wie vor in der Kirche des Klosters San Severo in Perugia aufbewahrt, heute ein Museum für Raffael und Perugino.

Der Hl. Sebastian, Bergamo

 

Der Hl. Sebastian (1501-1502)

Der Hl. Sebastian (1501-1502)

Vom knapp zwanzigjährigen Raffael gemalt, zeigt Der Hl. Sebastian eine große Feinheit in der Ausführung und klare Verweise auf Perugino; es enthüllt jedoch bereits einen eigenen Stil in den Gesichtszügen, in der Eleganz der Gesten und im Aufbau. Das Werk befindet sich in der Accademia Carrara in Bergamo.

La Fornarina, Rom

 

La Fornarina (1520)

La Fornarina (1520)

Um das Jahr 1518-1519 gemalt, ist La Fornarina ein Werk, dem Raffael sehr verbunden war (er bewahrte es bis zum Tod in seinem Atelier auf). Die Identität der dargestellten Frau wurde nie bestätigt: Viele Kunstwissenschaftler haben in ihr Margherita Luti erkannt, Muse und Geliebte von Raffael, die auch auf dem Porträt einer Frau (La Velata) abgebildet sein soll. Die These von der Geliebten wird durch zwei Elemente bekräftigt: die Armbinde mit dem Namen des Künstlers und die Myrte, traditionell mit Venus, der Göttin der Liebe assoziiert. Das Gemälde wird in der Galleria Nazionale d'Arte Antica di Palazzo Barberini in Rom aufbewahrt.

Selbstporträt, Florenz

 

Selbstporträt (1504-1506)

Selbstporträt (1504-1506)

Das Tempera aus den Jahren rund um 1504-1506, ist das berühmteste Selbstporträt des großen Meisters der italienischen Renaissance: Das Werk war oft Gegenstand von Diskussionen zwischen den Wissenschaftlern in Bezug auf die Zuordnung. Heute neigt man zu der Theorie, dass es sich um eine Replik des Selbstporträts des Künstlers handelt, das in der Schule von Athen auftaucht. Man kann es in den Uffizien in Florenz bewundern.

Die Verzückung der Heiligen Cäcilia, Bologna

 

Die Verzückung der Heiligen Cäcilia (1514)

Die Verzückung der Heiligen Cäcilia (1514)

Als Meisterwerk aus der künstlerischen Reife Raffaels, essenziell für die Entwicklungen im Klassizismus des siebzehnten Jahrhunderts, wurde die Verzückung der Heiligen Cäcilia von der Adelsfrau Elena Duglioli für die Kapelle der Hl. Cäcilia in der Kirche S. Giovanni in Monte in Bologna in Auftrag gegeben. Das Werk steht im Widerspruch zur traditionellen Darstellung der Dreifaltigkeit und legt den Akzent auf die menschliche Darstellung: Im Mittelpunkt steht nur die mystische Erfahrung der Heiligen. Das Werk befindet sich in der Pinacoteca Nazionale di Bologna.

Die Schule von Athen, Vatikan

 

Die Schule von Athen (1511)

Die Schule von Athen (1511)

Das bekannteste Werk von Raffael, die Schule von Athen, ist ein großes Fresko, das zwischen 1509 und 1511 für die Stanza della Segnatura in den Apostolischen Palästen angefertigt wurde. Das Werk zelebriert die klassische Weisheit: Im Zentrum eines idealen perspektivischen Schwerpunktes sind Aristoteles und Platon dargestellt, die mit anderen berühmten Philosophen und Mathematikern der Antike, wie Euklides, Pythagoras, Epikur und Sokrates im Dialog stehen. Das Werk kann in den Vatikanischen Museen besichtigt werden.

Die Transfiguration, Vatikan

 

Die Transfiguration (1518-1520)

Die Transfiguration (1518-1520)

Es ist das letzte Werk von Raffael vor seinem Tod und veranschaulicht seine volle Entwicklung als Künstler. Das Werk stellt zwei Episoden aus dem Evangelium nach Matthäus dar: Die Verklärung Christi mit den Propheten Mose und Elija und die Begegnung der Apostel mit dem besessenen Jungen. Der Aufbau ist sehr komplex, mit zwei verschiedenen Stilebenen: ruhig und geordnet im oberen Bereich, dynamisch und dramatisch im unteren Bereich mit einem höchst theatralischen Effekt. Das Werk kann in der Vatikanischen Pinakothek bewundert werden.

Es muss erwähnt werden, dass Raffael einer der größten Meister der italienischen Renaissance war, nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt. 1514, nach dem Tod von Bramante, wurde er zum Chefarchitekt auf der Baustelle des Petersdoms ernannt: Als innovativer Architekt ersetzte Raffael den Grundriss mit griechischem Kreuz durch einen Grundriss mit lateinischem Kreuz und verlieh der Kirche einen akzentuierten Hell-Dunkel-Effekt aus der Malerei. Raffael verdanken wir auch weitere religiöse Gebäude (wie die Chigi-Kapelle und die Kirche Sant’Eligio degli Orefici), weltliche Palazzi (Villa Madama, Palazzo Branconio dell'Aquila, Palazzo Jacopo da Brescia, Palazzo Pandolfini und Palazzo Alberini), sowie die prächtigen Logen von Raffael im Vatikan.