
Pistoia - San Zeno
In der nördlichen Toskana gelegen, erstreckt sich die Provinz Pistoia über die Südhänge des toskanisch-emilianischen Apennins und ist deshalb überwiegend gebirgig oder hügelig.
Das Hügelgebiet ist ein Naturparadies mit Wäldern und Olivenhainen, Weinbergen und Obstgärten: ideal für einen entspannenden Urlaub in der Natur.
Das Berggebiet um den Abetone-Pass zwischen Emilia Romagna und Toskana ist eines der wohl ältesten und bekanntesten Ferien- und Skigebiete des Apennins. Dank seiner modernen Anlagen und gut ausgebauten Pisten ist Abetone heute zusammen mit Pian di Novello und anderen Orten des Sestaione-Tals, des Lima-Tals, des Scoltenna-Tals und des Luce-Tals ein Skigebiet erster Ordnung.
Die wunderschönen Wälder am Abetone mit jahrhundertealten Buchen und Fichten sind weitgehend unberührte Naturlandschaften, die das Gebiet das ganze Jahr über zu einem idealen Ausflugsziel machen.
Im Sommer sind die Dörfer in den Hügeln, von San Marcello Pistoiese bis Cutigliano, ein wahres Paradies für Naturfreunde.
Doch es gibt noch viele andere Naturschätze, wie. die Thermalbäder von Montecatini Terme und Monsummano Terme, oder das schöne Val di Nievole, bekannt für die Tradition der Floristik. Letzteres spiegelt sich ganz besonders im wunderschönen Blumenmarkt von Pescia wider, einem der wichtigsten seiner Art in ganz Italien.
Die Faszination des Gebietes erklärt sich auch durch seine geschichtlichen Zeugnisse und Kunstschätze: von den prächtigen Bauten des Zentrums vom Pistoia über die kleinen historischen Ortskerne, von den zahlreichen alten Villen wie z.B. die schöne Villa Màgia in Quarrata bis hin zum reich mit modernen Statuen und Skulpturen ausgestatteten Parco di Pinocchio.
Die erste Etappe der Entdeckungsreise durch die Region ist Pistoia, einer romanisch und gotisch geprägten Stadt.
Der kleine Stadtkern, mit seinen Stadtmauern aus dem 14. Jahrhunderts liegt rund um den Domplatz , der von der San Zeno-Kathedrale beherrscht wird, einem Musterbeispiel Pisaner Romanik mit einem massiven Glockenturm.
Neben dem Baptisterium, einem Werk des Andrea Pisano, steht hier das im 13. Jahrhundert gegründete Ospedale del Ceppo, mit seiner hübschen Fassade und die Cappella del Tau aus dem 14. Jh. mit ihren Fresken.
Auf den Hügeln und in den Bergregionen gibt es zahlreiche Orte für Sommerfrischler, wie etwa Cutigliano und San Marcello Pistoiese ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge bis zur malerischen Hängebrücke (ponte sospeso) über den Fluss Lima.
Eine Gegend von besonderem Wert ist das Val di Nievole, voller Kunstschätze und einzigartiger Landschaften. Hier befindet sich Pescia, berühmt für den sommerlichen Blumenmarkt und für sein bemerkenswertes mittelalterliches Kunsterbe mit einem Dom in romanisch-gotischem Stil und der gotischen Kirche San Francesco.
In der Nähe von Pescia liegt das mittelalterliche Dorf Uzzano hoch auf den Hügeln. Dann gibt es den Ort Collodi, dessen Namen der Schöpfer des Pinocchio, der Schriftsteller Carlo Lorenzini als Pseudonym wählte, da er hier seine Kindheit verbracht hatte. Eine große Attraktion in Collodi ist der Pinocchio-Park, ein ganz besonderer Garten, der auch das Paese dei Balocchi beinhaltet, mit zeitgenössischen Skulpturen , die die Personen des Werkes darstellen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit von Collodi ist die historische Villa Garzoni aus dem 17. Jahrhundert, bekannt für ihren schönen Garten, der die Geometrie der Renaissance perfekt mit der Wucht des Barocks vereint. Dies spiegelt sich in den Terrassen, Treppen, Brunnen und Wasserspielen wider.
Wenige Kilometer vom berühmten Thermalort Montecatini Terme entfernt, hoch in den Hügeln über der Stadt, befindet sich Montecatini Alto mit den Resten der Burg, dem historischen Turm und der Barockkirche San Pietro.
Neben den anderen Schätzen der Region sticht, in der Nähe von Quarrata, ganz besonders die Medici-Villa La Màgia hervor. Sie ist von einem wunderschönen Park umgeben.
Viele Orte des Pistoiesischen Appennin bieten abwechslungsreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wie etwa Wanderungen, Mountainbiketouren und Ausritte zu Pferd; dabei kann man wunderbare Aussichten genießen, wie am Pian dei Termini in der Nähe von Cutigliano. Hier befindet sich auch eine Sternwarte.
An den Flüssen und Bächen der Region kann man gut fischen oder sogar Kanu fahren.
Wichtige touristische Attraktionen sind die Sommerveranstaltungen in Pistoia (Luglio Pistoiese), das Internationale Bluesfestival oder die Veranstaltung „Giostra dell’Orso“, die Darstellung eines mittelalterlichen Palio.
Unter den religiösen Festen ist das der Heiligen Celestina mit dem Ballonstart in San Marcello Pistoiese im September, das Madonnenfest in Serravalle sowie das St. Bernhadsfest in Cireglio besonders erwähnenswert.
Es gibt hier auch einige Gastronomieveranstaltungen: bei der Weidetierausstellung in Cutigliano (Mai) präsentieren Viehzüchter ihre Tiere, während unzählige „sagre“in Pescia und Umgebung der „cioncia“ (einem traditionellen Gericht mit Kalbskopf), sowie dem Spargel oder den Bohnen gewidmet sind.
In Montecatini finden im Juni das Touristenfest und die Sagra del Bombolone (Krapfen) statt , sowie ein Antiquitätenmarkt.
Die pistoiesische Küche ist einfach und unverfälscht. Typische Gerichte sind die „Fettunta“, eine einfache Vorspeise mit Weißbrotscheiben, Crostini di milza (geröstete Weißbrotscheiben mit Milz), die Pistoiesische Brotsuppe, Biroldi (Blutwurst) und die auch in Florenz bekannten Pappardelle al sugo di lepre (Bandnudeln mit Hasenragout).
Zu den Hauptgerichten: Sehr verbreitet sind “Rigaglie”, also Innereien meist vom Geflügel, Hase nach Jägerart (Lepre alla cacciatora), die Fenchelsalami “Finocchiona”, die zuvor beschriebene “Cioncia” und “Macco”, ein Bohnenpüree.
Typische Nachspeisen sind zum Beispiel die Brigidini di Lamporecchio, dünne knusprige Scheiben aus Ei, Mehl, Zucker und Anis, die Schiacciata di farina di castagne (Kastanienkuchen) und die Cantucci di Baggiano (knusprige Mandelkekse).
Unter den Weinen sollte man unter anderem den Montecarlo und den Bianco della Valdinievole probieren.
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