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Ancona - Hafen
Bereits seit der Antike ist das Leben dieser Stadt mit ihrem Hafen verbunden: man sagt, dass das Meer und die Schiffe die Seele Anconas seien. Eine sehr alte Vergangenheit, die sich aber noch ganz in der Szenerie zwischen dem Apennin und dem Adriatischen Meer spiegelt. Sanfte Hügel durchziehen die Landschaft: eine Einladung dazu, die mit der Geschichte verflochtene Natur langsam zu genießen.
Ancona, die Landeshauptstadt der Region Marken, grenzt im Osten ans Adriatische Meer und befindet sich in Mittelostitalien. Ihre Provinz erstreckt sich von Norden nach Süden, von Senigallia bis Loreto, und umfasst auch Orte wie Serra, San Quìrico und Jesi, die sich mehr im Landesinnern befinden.
Vom Meer bis zu den mit Weingütern bedeckten Hügeln, von den Stränden bis zu den Bergen, auf denen sich mittelalterliche Städtchen befinden, bietet die Provinz Ancona eine abwechslungsreiches Kulisse. Längs der gradlinigen Küste, wo sich Sand- und Kieselstrände abwechseln, befinden sich die berühmtesten Badeorte wie Senigallia, eine Stadt, die am Fluss Misa entstanden ist. Das Vorgebirge des Cònero, woher auch der Name des Regionalparks stammt, fällt steil zum Meer ab und ist ein 5800 Hektar großes Gebiet, das ein Drittel des gesamten Pflanzenbestandes der Marken bewahrt. Der Berg Cònero, der sich als ein isolierter Ausläufer des Apennins zeigt, unterbricht die Homogenität der Küste und birgt anspruchsvolle Kletterpfade und mehrere Wanderwege. Durch die Erosion der Winde und des Meeres haben sich in diesem Gebiet wundervolle Kliffe und natürliche Höhlen gebildet.
Die 49 Gemeinden der Provinz Ancona sind überall zwischen den Bergen und dem Meer verteilt; dazwischen die Täler, die für den Anbau von Obst, Wein und Oliven genutzt werden. Um die malerischsten Ecken zu erforschen und zu genießen, gibt es gemütliche Ausflugsmöglichkeiten auf den vielen Wanderwegen. Ferner befindet sich hier das größte Naturschutzgebiet der Marken, der Nationalpark Gola della Rossa mit den wundervollen Karsthöhlen, die sich über 18 km im Naturpark erstrecken.
Die nördliche Küste wird dank des feinen goldfarbenen Sandes Spiaggia di velluto (Samtstrand) genannt; auf der südlichen Seite, vom Berg beherrscht, befindet sich die Riviera del Cònero, wo breite Kiesstrände sich mit kleinen Felsbuchten abwechseln.
Die Geschichte der Stadt Ancona und ihrer Provinz ist stark mit dem Meer verbunden. Es scheint nämlich, dass die Stadt im 4. Jh v. C. von den Griechen aus Syrakus gegründet wurde, weil die ellenbogenförmige Landzunge sich sehr gut für den Bau eines Hafen eignete. Es ist kein Zufall, dass der Name von dem Wort „Ankon“ stammt, was auf Griechisch „Ellbogen“ heißt. Der Hafen erlangte sofort eine wichtige strategische Bedeutung für den Handel mit dem Orient.
Die Stadt besteht aus zwei Teilen: einem alten Kern am Guasco-Hügel und einem modernen Teil. Es bietet sich an, die Stadtbesichtigung in der Oberstadt zu beginnen, wo sich die Kathdrale San Ciriaco befindet. Wenn man Richtung Hafen hinunter geht, stößt man auf den Trajansbogen und kommt dann zum römischen Amphitheater. Sehenswert sind die Mole Vanvitelliana und nicht weit entfernt die Kirche S. Agostino. Auf der Piazza Plebiscito sollten Kunstliebhaber die Kirche S. Domenico besichtigen, wo die „Kreuzigung“ von Tizian und die „Ankündigung“ vom Guercino zu sehen sind. Erwähnenswert sind auch der Palazzo degli Anziani mit seiner barocken Fassade, heute Sitz der Universität, sowie der Palazzo Ferretti aus dem 16. Jh., wo heute das Archäologische Museum der Marken ist.
Die Städtische Pinakothek „Francesco Podesti“ und Galerie für Moderne Kunst beherbergt die „Jungfrau mit Kind und Heiligen” von Tizian, die „Jungfrau mit Kind“ von Carlo Crivelli, Werke von Lorenzo Lotto, Sebastiano del Piombo und Corrado Cagli. Nördlich von Ancona liegt Chiaravalle, bekannt aufgrund der berühmten Abtei, die sich auf dem großen Platz im Zentrum des Städtchens befindet. Weiter im Landesinnern befindet sich das historisch bedeutende, von den Umbrern gegründete Jesi, das von Etruskern, Semnonen und Römern besiedelt wurde. Richtung Norden lohnt sich ein Abstecher zu der auf römischen Grundmauern errichteten Della-Rovere-Burg, dem Wahrzeichen von Senigallia.
In Panoramalage zwischen den Tälern des Cesano und des Nevola befinden sich die Heimat der Heiligen Maria Goretti, die Pilgerstätte Corinaldo, und in derselben Gegend zwei weitere bezaubernde Orte: Ostra und Ostra Vetere.
An der Grenze zu Umbrien, eingefasst zwischen den Bergen, befindet sich das seit dem 13. Jh. für seine Papierherstellung bekannte Fabriano. Zurück in Richtung Küste gelangt man 18 km südlich von Ancona, auf den Hügeln zwischen den Tälern Aspio und Musone, nach Osimo mit seinen zahlreichen Zeugnissen aus der Klassischen Antike.
Hinter Castelfidardo sollte man unbedingt Loreto besichtigen, wo sich das größte Marienheiligtum Italiens befindet. Sehenswert ist in diesem typischen Gebirgsort neben dem Heiligtum mit seiner Basilika und der Casa Santa auch die Pinakothek im Palazzo Apostolico mit ihren wunderschöne Kunstwerken.
Das Gebiet bietet viele Gelegenheiten, die landschaftlichen Reize aktiv zu entdecken, etwa mit dem Fahrrad oder zu Pferd. Für passionierte Bergsteiger gibt es eine Kletterschule, während Schneefans sich mit Langlauf und Alpinem Ski beschäftigen können. Lohnenswert sind die drei Höhlentouren durch die Frassasi-Grotten, wo man sich mit Hilfe von Experten im Speläo-Trekking versuchen kann.
Die Beschaffenheit des Gebietes und die vielen Parks bieten viele Ausflugsrouten für Trekking- und Mountainbikefans. Von Senigallia bis Ancona bietet die Küste verschiedene Möglichkeiten zum Tauchen, Segeln, Angeln und Fallschirmspringen.
Folgende traditionelle Events sollte man sich in Ancona nicht entgehen lassen: Festa del Mare (Fest des Meeres) am ersten Septembersonntag mit einem Umzug hunderter Schiffe, die zu Ehren der Ertrunkenen auf See hinausfahren, während an Land Paraden, Aufführungen und ein Bogenschießen stattfinden. Zur selben Jahreszeit findet auch die spektakuläre Ragata del Cornero statt.
Zahlreich sind auch die historische Feste und Veranstaltungen. Erwähnenswert ist die Contesa del pozzo della Polenta (Wettkampf um den Polentabrunnen), der in Corinaldo stattfindet und an den Sieg der Corinalder 1517 erinnert und in der Preisverleihung gipfelt. Dem siegreichen Stadtviertel winkt die begehrte Trophäe.
Die typischen Produkte der Region kann man überall kosten. Das Symbol der kulinarischen Tradition Anconas ist Stockfisch auf Anconer Art, der von einer eigens gegründeten Akademie geschützt wird, und „mosciuli“ (Muscheln), die „alla marinara” mit Knoblauch, Olivenöl, Petersilie und Weißwein gekocht oder zum Anmachen von leckeren Spaghetti verwendet werden. Das typische Hauptgericht der Region ist der köstliche „Brodetto“ auf Anconer Art, eine dickflüssige Fischsuppe, die mit geröstetem Brot serviert und traditionsgemäß mit 13 verschiedenen Fischsorten zubereitet wird.
Überall in der Region, speziell in den Provinzen Ancona und Macerata, schätzt man „Vincigrassi“, eine Pastete aus mehreren Schichten Eiernudeln, Ragout, Mozzarella und Parmesan.
Probieren sollte man die schwarzen und weißen Trüffel, die traditionellen Wurstwaren wie den im Landesinnern besonders beliebten „ciavuscolo“ und den „mezzofegato“, eine Wurst, die im Gebiet um Fabriano hergestellt wird. Probieren sollte man auch die leckeren Käsesorten aus Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch.
Wein- und Schlemmerstraßen verlaufen parallel zu den landwirtschaftlichen Betrieben, in denen zwei der typischsten Produkte überhaupt hergestellt werden: der „Verdicchio dei Castelli di Jesi“, auch bekannt als Botschafter der Marken, der als einer der zehn besten Weißweine gilt, sowie der Rosso Conero, ein traditionsreicher Wein, der bereits von Plinius und später in Urkunden der Benediktinermönchen und von Leopardi erwähnt wird.
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