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Cosenza

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Cosenza ist eine der bevölkerungsreichsten Provinzen Italiens und flächenmäßig die achtgrößte. Mit ihren 228 Kilometern Küste nimmt die Provinz Cosenza 44,1% der Fläche Kalabriens ein, also nahezu den gesamten nördlichen und mittleren Teil der Region. 
Das vorwiegend bergige oder hügelige Gebiet ist landschaftlich einzigartig. Es erstreckt sich von der ionischen Küste im Osten bis zur tyrrhenischen im Westen, vom Pollino-Massiv im Norden bis zur Hochebene der Großen Sila. Es gibt Ebenen wie die von Sibari und große Täler wie beispielsweise das von Crati. Hügelland findet man im Norden und im Osten der Sila Greca. Die Provinz ist landschaftlich ausgesprochen abwechslungsreich und unterscheidet sich sogar von Küste zu Küste und innerhalb der einzelnen Gebirgszüge, was Besucher ebenso verwirrt wie beeindruckt. 

Die Provinz umfasst acht Berggemeinden: Greca/Destra Crati, Alto Ionio, Pollino, Alto Tirreno/Appennino Paolano, Savuto, Delle Valli/Media Valle Crati, Silana und Media Valle Crati/Serre Cosentine
Das Gebiet von Cosenza birgt wie der übrige Teil Kalabriens Zeugnisse der geschichtlichen Entwicklung, die bis in die Vorzeit reichen. An der Küste finden sich auch menschliche Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit. Ab der Zeit der Magna Graecia und der Römerzeit wurden die Wasserwege zu wertvollen Verbindungswegen. Im Mittelalter war das Gebiet Schauplatz der byzantinischen Eroberung, die für die örtliche Wirtschaft förderlich war und durch die Einführung neuer Techniken der Landwirtschaft und der Seidenfabrikation das Zusammenwachsen der Bevölkerung begünstigte. Die Auswirkungen lassen sich noch heute an der eleganten und raffinierten Architektur ablesen. In den nachfolgenden Jahrhunderten hinterließen neben den Normannen auch die Herrscher aus dem Haus Anjou und Aragon sowie die Spanier ihre Spuren. 

Scalea, CosenzaCosenza, die Stadt der  Bruttier, ist eine der ältesten Städte Kalabriens und entstand auf sieben Hügeln im Cratital, am Zusammenfluss von Crati und Busento. Aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung galt sie früher auch als das Athen Italiens und beherbergt heute den größten  Universitätscampus  Italiens.
 
Die Altstadt zeichnet sich durch steile, enge und verschlungene Gassen aus und ist in den letzten Jahren zu großer Lebendigkeit wiedererwacht. Das historische Stadtzentrum ist eines der schönsten und ältesten Italiens: Hier findet man monumentale Gebäude und herrschaftliche Paläste; das Stadtbild wird von einem Gewirr aus Straßen geprägt, die von antiken Gebäuden und Kirchen gesäumt werden. 

Das kulturelle Leben der Stadt ist von den verschiedenen Theaterinitiativen gekennzeichnet, wie dem Traditionstheater A. Rendano, dem historischen Cinemateatro Italia und dem Teatro Stabile d'Innovazione della Calabria. Die Aufgabe der Cosentiner Akademie besteht in der Verbreitung der Kultur und der Weiterbildung von Künstlern und Wissenschaftlern. Das im Jahr 2009 eröffnete Museo dei Brettii (Bruttiermuseum), das sich in dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Gebäudekomplex S. Agostino befindet, ist der kulturelle Pol der Stadt. Zu erwähnen sind ferner das Museo delle Rimembranze (Museum der Erinnerungen) und das Freilichtmuseum Bilotti

Rocca Imperiale liegt am ionischen Meer und grenzt an die Region Basilikata. Die Ortschaft wird von einer imposanten Festung überragt, die Friedrich II. errichten ließ.  Rende ist eine alte römische Siedlung zwischen den Bergbächen Emoli und Surdo, die ins Cratital hinabfließen; hier errichteten später die Normannen eine Burg und eine Ringmauer. Corigliano Calabro ist mittelalterlichen Ursprungs und wird von einer mächtigen Burg beherrscht. Über eine Freitreppe gelangt man in das antike Viertel Ognissanti, das mit seinen eindrucksvollen schmalen Gassen auf einem Hügel liegt. 

In Rossano laden das Lakritzmuseum Giorgio Amarelli und das Diözesanmuseum für sakrale Kunst zu einem Besuch ein, während das Städtische Museum in Praia a Mare Werke zeitgenössischer Künstler ausstellt. Das wie eine Burg auf einem felsigen Gebirgsausläufer thronende Mormanno trägt dagegen noch die Spuren seiner langobardischen Gründer. 

Fluss Busento, Crati, Cosenza | Quelle: wikicommonsDie Vielfalt der Landschaft macht das Gebiet von Cosenza ideal für lange Wander-Ausflüge. Protagonist der örtlichen Fauna ist sicherlich der Wolf, der immer noch auf der bewaldeten Hochebene außerhalb der Stadt Cosenza lebt, für die er bis heute das Symbol ist. 

Für ausgedehnte Wanderungen wurden Wanderwege angelegt, auf denen man alte Kapellen entdecken und von den Holzbrücken aus eindrucksvolle Panoramen bewundern kann. In den hügeligen und ebenen Zonen sind Ausritte zu Pferd beliebt. Hobbyfotografen finden hier überall Motive für einzigartige und eindrucksvolle Schnappschüsse. Im Winter werden auch Schneeschuhwanderungen in den Bergen angeboten. Ferner gibt es Skigebiete in den höher gelegenen Zonen der Sila

Im Nationalpark Pollino sind Rafting und Kanufahren möglich, insbesondere zwischen den Canyons und den Schluchten auf dem Fluss Lao. In den letzten Jahren hat sich das Nordic Walking verbreitet, ein sanfter und für jedermann geeigneter Sport, bei dem man mit speziellen Stöcken wandert. Beim Canyoning kann man den Sturzbach Lanello hinaufsteigen, einen Nebenfluss des Lao, der sich durch zahlreiche Wasserfälle auszeichnet. Bei diesen Ausflügen im Nationalpark Pollino stellen die Führer Seile zum Durchqueren des Flussbetts zur Verfügung. 

An der Küste gibt es diverse Wasserparks wie den Park Odissea 2000 in Zolfara in der Nähe von Rossano. Außerdem ist der Fluss für Wassersport von Windsurfen bis Wasserski geeignet. Dort befinden sich auch Beachvolleyball- und Fußballfelder. Im Landesinneren kann man die zahlreichen Jahrmärkte und Feste besuchen, um typische Gerichte zu kosten und einheimische Traditionen wiederzuentdecken. 

Fusilli und Chilli, CosenzaDie typischen Cosentiner Spezialitäten basieren auf einfachen und natürlichen Produkten. Cuddrurieddri sind gesalzene Kringel, die zum Fest Mariä Empfängnis und in der gesamten Weihnachtszeit zubereitet werden. Turididdri sind ein frittiertes und mit Feigenhonig überzogenes Weihnachtsgebäck; Scaliddre sind die mit Zuckerguss überzogene Variante. 

Zu den ersten Gängen gehören Pitta 'mpigliata (eine Art Rosinenschnecke), Fusilli (frische Nudeln), Pasta e patate are tijeddra (Pasta mit Kartoffel-Tomatensauce), Patate e pipareddre (Bratkartoffeln mit Peperoni), Broccoli di rapa e salsiccia (Stängelkohl mit grober Wurst), Lagane e ciciari (Bandnudeln mit Kichererbsen). Probieren sollte man auch die frischen Nudeln mit Pilzen der Sila. Unter den Fischgerichten sind Baccalà fritto (frittierter Stockfisch) und Spaghetti mit Sardellen und gerösteten Semmelbröseln am geläufigsten. 

Eine typische Süßigkeit zum Fest des Heiligen Josef sind Mostaccioli, Küchlein aus Bienen- oder Feigenhonig, eingedicktem Traubenmost, Mehl und Mandeln in typischen Formen, die sich von den antiken Opfergaben an die Götter herleiten.

Sehr geschätzt wird auch der Lakritzlikör