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Das im Nordwesten an der Grenze zu Frankreich und der Schweiz gelegene Aostatal ist die kleinste Region Italiens. Die überwiegend bergige Region wird von den majestätischen Gipfeln dominiert, allen voran den höchsten Gipfeln der Alpen wie dem Matterhorn, dem Monte Rosa und dem Gran Paradiso mit Seiner Majestät dem Mont Blanc. Er ist mit seinen 4810 m der höchste Berg Europas und das Dach des alten Kontinentes. Seine Besteigung ist nichts für jedermann. Wer sich nicht für Bergsteigen interessiert, kann sich gemütlich mit der Seilbahn zum Gipfel bringen lassen, die vom bekannten Wintersportort Courmayeur aus fährt.
Im Panorama dieser gewaltigen Berge und der bunten Täler liegt der älteste Nationalpark Italiens (Gran Paradiso), in dem man noch Tiere in freier Wildbahn beobachten kann wie Steinböcke, Gämsen, Adler und Murmeltiere.
Historisch ist das Aostatal durch den engen Kontakt und die phasenweise Vereinigung mit Frankreich geprägt, was sich auch in der offiziellen Zweisprachigkeit des Landes niederschlägt sowie im Status als autonome Region. Die großen, modernen Tunnel, der Sankt-Bernhard- und der Mont-Blanc-Tunnel, sind technische Meisterwerke. Sie garantieren eine rasche Verbindung nach Frankreich und haben den Verkehr zwischen Italien und dem restlichen Europa gefördert.
Die einzige Provinz ist Aosta (Regionalhauptstadt).
Wenn man an das Aostatal denkt, kommen einem sofort die in ganz Europa bekannten Skipisten von Cervinia, Courmayeur und Pila in den Sinn, Ziel vieler Wintersportler, Skifahrer, Wanderer, Snowboarder und Schlittschuhläufer. Die Region birgt nicht nur eine wunderschöne Natur, sondern auch wichtige Kulturgüter und Traditionen.
Von Süden gelangt man durch das Tor der Gemeinde Point Saint Martin ins wunderschöne Gressoney. Die alte Konsularstraße führte über die Brücke aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert nach Aosta. Sie ist ein klares Zeugnis des römischen Einflusses in diesem Gebiet. Am Tal entlang, das von Point Saint Martin nach Courmayeur führt, sind sage und schreibe 82 Bauwerke zu bewundern; schlichte Wehranlagen, Festungen, Residenzen und Wachttürme, die von der langen Feudalgeschichte dieser Region zeugen. Sie erheben sich wie stille Wächter über das Tal und bilden eine malerische Kulisse für aufregende Touren. Das bekannteste Schloss im Aostatal ist das ehrwürdige Schloss Fenis mit seinen zahlreichen Wehranlagen. Die raffinierte Innengestaltung zeugt noch vom Reichtum seiner einstigen Bewohner. Zu besichtigen sind auch die Schlösser Issogne, Sarriod de la Tour, Sarre, Saint Pierre und Ussel, um nur einige zu nennen.
Die Straße nach Aosta führt an vielen Schlössern vorbei. Aosta selbst ist eine Ansammlung historischer Bauten aus der Römerzeit und dem Mittelalter, denen noch viele malerische Traditionen anhaften. Eine Römerstadt, die noch immer die sichtbaren Zeugnisse jener Epoche in sich trägt wie den Augustusbogen, das Prätorianertor und die fast auf ganzer Länge begehbare Stadtmauer. Von großem Interesse sind auch die Kathedrale Santa Maria Assunta mit den unter dem heutigen Boden befindlichen archäologischen Ausgrabungen und die Kollegiatskirche Sant’Orso aus dem 11. Jh. Ebenfalls dem Hl. Ursus geweiht ist der Markt, der jedes Jahr Ende Januar in Aosta stattfindet.
Tausende Touristen beleben dann die Innenstadt, die festlich geschmückt alte Handwerksprodukte zur Schau stellt wie Holzskulpturen, Schmiedeeisen, Steingutgefäße, Lederwaren, Flechtarbeiten, Wollstoffe und Spitzen, aber auch Spiele und Masken.
Den Monte Rosa kann man ganzjährig besichtigen, auf seinem Gipfel Sport treiben oder aber einfach auf den vielen Pfaden wandern, die bis auf die Gipfel hinauf führen, um von dort die wunderschöne Aussicht auf die Landschaft mit dem prachtvollen Farben- und Lichtspiel zu genießen.
Am Monte Rosa gibt es wirklich viele Sportmöglichkeiten: die drei Täler d’Ayas, Gressoney und Valsesia besitzen die größten Skizentren Italiens. Im Winter bieten sich Langlauf, alpiner Ski und Snowboard an, während in den Sommermonaten Bergsteigen, Rafting, Kanufahrten und Wanderungen oder Mountainbike-Touren auf dem Programm stehen.
Wer die Gletscher in ihrer ganzen Pracht bewundern will, sollte unbedingt die Aussichtsterrasse auf dem Pointe Helbronner besuchen. Von dort führt eine Seilbahn auf den Mont Fréty, wo man die Naturoase Pavillon du Mont Fréty besichtigen kann, ein großes Gebiet, in dem man die Alpenflora bewundern kann, und die zugleich den Alpengarten Saussurea beherbergt. Es ist einer der höchstgelegenen Gärten Europas mit über 500 Exemplaren der Fauna des Mont Blanc und anderer Gebirge der ganzen Welt.
In der Sommerzeit sind bei Trekkingfans die Wege, die sich im Inneren der Oase kreuzen, besonders beliebt, da man dort den Kontakt zur Alpenwelt aus vollem Herzen genießen kann. Wer möchte, kann den Mont Blanc auch mit dem Heißluftballon überfliegen und die starken Emotionen beim Gleiten über die greifbar nahen Kuppen genießen.
Für Liebhaber guter Schoppen gibt es auch hier eine Weinstraße, die Urlauber durch Weinberge und Winzereien führt, auf der Suche nach Trauben, die hier vielerorts unter extremen Klimabedingungen gedeihen.
Die Regionalküche des Aostatals ist derb, ideenreich und besitzt einen unverfälschten Geschmack. Es gibt Fleischspezialitäten wie Carbonada (in Wein eingelegtes Kochfleisch mit Zwiebeln und Gewürzen), Mocetta (getrocknetes Ochsen- oder Steinbockfleisch mit Bergkräutern), köstliche Wurstwaren und aromatischen Schweinespeck d’Arnad, Boudin de la Valle d’Aosta (Wurst mit gekochten Kartoffeln, Speck und Gewürzen) und den bekannten Schinken aus Bosses. Ausgezeichnet sind auch die Käsesorten, allen voran Fontina DOP, wichtige Zutat für viele Rezepte wie Fondue oder die typische Suppe aus Kohl, Wirsing, Fontina und eingeweichtem Roggenbrot.
Dank des Mikroklimas der Region tragen die Weinreben bis zu einer Höhe von 1200 m. und es gibt zwei knappe Dutzend DOC-Weine aus dem Aostatal. Um nur einige zu nennen: Arnad Montjovet, Enfer d’Arvier, Blanc de Morgex et de la Salle, Donnas. Erwähnt sei schließlich der ausgezeichnete Kräuterlikör Genépy des Alpes, den man aus traditionellen Holzbechern trinkt.
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