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Chieti

Beschreibung

Chieti - Dom, Innenansicht

Chieti - Dom, Innenansicht

Die nach dem alten Namen der Stadt (Teate) auch teatinische Provinz genannte Provinz Chieti grenzt im Nordwesten an die Provinzen Pescara und L'Aquila, im Südwesten an die Region Molise und im Nordosten ans Adriatische Meer. Das Gebiet ist hauptsächlich hügelig und bergig.
Charakteristisch sind die parallel zueinander verlaufenden, von diversen Wasserläufen durchschnittenen Täler. 
Im Norden ist die Landschaft rauh und unbewohnt, während sie im Süden sanfter und von kleinen Ortschaften durchzogen ist. Die Haupttäler sind das Pescaratal und das Sangrotal. Die Provinz umfasst auch einen großen Teil der Majella, mit 2794 m der zweithöchste Berg des Apennins.
Die wichtigsten Flüsse sind Alento, Aterno-Pescara, Aventino, Sangro, Sinello und Trigno. Weite Landstriche einschließlich der zur Bewahrung und Aufwertung der einzigartigen Landschaft eingerichteten Naturschutzgebiete sind bewaldet. 
Das südliche Gebiet der Provinz ist vorwiegend von Nadelwäldern bedeckt. An der Küste erstreckt sich die Lecceta di Torino di Sangro, ein Steineichenwald, der von der Naturschutzgebietsverwaltung gepflegt wird. Im Gebiet der Majella gehören Kalabrischer Ahorn, Birke, Schwarzkiefer und Buche zur Vegetation.

Was sehen

Die teatinische Küste wird wegen der malerischen „Trabocchi”, hölzerner Pfahlbauten zum Fischfang, auch Costa dei Trabocchi genannt. Hier wechseln sich flache Sand- und Kiesstrände mit steil ins Meer abfallender Felsküste ab. 
Chieti ist die nach Einwohnern viertgrößte Gemeinde der Abruzzen.
Im Laufe der Geschichte unterstand Chieti dem Haus Anjou und später den Aragoniern, ehe es im frühen 19. Jh. unter französische Herrschaft gelangte. Die Stadt steht auf dem Hügel, der die Wasserscheide zwischen dem Aterno-Pescara und dem Alento darstellt. Die Stadt besteht aus zwei Kernen: dem historischen Chieti Alta (der Oberstadt) und dem jüngeren Chieti Scalo mit dem Universitätscampus. 
Die Kathedrale S. Giustino ist die größte und wichtigste Kirche der Provinzhauptstadt. Im Rathaus, einem Herrensitz im neoklassizistischen Stil, befindet sich das Archäologische Landesmuseum. Sehenswert ist auch das KunstmuseumCostantino Barbella” im Palazzo Martinelli-Bianchi mit seinen Fresken, Gemälden und Keramiken. 
Vasto, genau wie Chieti römischen Ursprungs, ist die nach Einwohnern zweitgrößte Stadt der Provinz. Die Stadt besteht aus zwei städtischen Kernen: dem eigentlichen Vasto (der Altstadt) und dem neueren Wohn- und Geschäftsviertel Vasto Marina. Die Küste vor Vasto ist bei Strandurlaubern besonders beliebt. Die Kathedrale San Giuseppe stammt aus dem 13. Jh. Der auf den Grundmauern eines Gebäudes aus dem 14. Jh. errichtete Palazzo D'Avalos trägt den Namen des letzten Herrschergeschlechts der Stadt und ist heute Sitz des Archäologischen Museums und der Pinakothek. Das Kastell Caldora wurde im 19. Jh. auch als Wohnsitz genutzt. 
Die Gemeinde Atessa gehört zur Berggemeinschaft Sangrotal und ist die größte Gemeinde der Provinz. Unweit des Stadtzentrums steht die Säule des Hl. Christophorus auf der Kuppe des gleichnamigen Hügels. Die Statue des Heiligen wurde im Jahr 1657 als Gebetsstätte zum Schutz vor der Pest errichtet. 
Erwähnenswert sind neben der Kathedrale San Leucio und der Kirche Santa Croce auch die verschiedenen noch erhaltenen Adelspaläste: Palazzo Coccia-Ferri, Palazzo Spaventa, Casa De Marco und Palazzo Marcolongo.
In der Provinz kann man auch die Römischen Thermen, das Archäologische Landesmuseum und das Diözesanmuseum von Lanciano besichtigen. 2002 wurde zu Ehren der 1314 Zivilopfer und der Kanadischen und Deutschen Soldaten, die im Dezember 1943 während der Schlacht von Ortona fielen, das Museum MUBA '43 eingeweiht. Ein thematischer Rundgang veranschaulicht das Kriegsgeschehen. 
Sehenswert sind ferner das Kunstmuseum Costantino Barbella im Palazzo Martinelli-Bianchi mit seinen Fresken, Gemälden und Keramiken sowie das Museum für Sakralkunst in Ortona.

Was machen

Die abwechslungsreiche teatinische Landschaft bietet zu jeder Jahreszeit beste Voraussetzungen für Unternehmungen im Freien.
Im Winter ist auf den von den bewaldeten Höhen der Pizziberge umgebenen Pisten von Pizzoferrato und Gamberale die Skisaison in vollem Gange.
Auf dem Gebirgskamm der Majella befinden sich die Pisten von Passolanciano und Majelletta. Gute Langlauf- und Abfahrtsski möglichkeiten findet man praktisch überall. 
In den Höhenlagen der Majella befinden sich zahlreiche Almwirtschaften, die Wanderern zu jeder Jahreszeit offen stehen und echte Bergexpeditionen veranstalten. Für Vogel- und Naturbeobachtungen eignen sich besonders die Parks und Naturschutzgebiete. 
Es gibt drei festgelegte Routen für Mountainbike- und Trekking-Fans: Majella, Sangro und Trigno. Im engen Kontakt zur Natur lassen sich hier auch archäologische und kunsthistorische Zeugnisse bewundern, um all das zu entdecken und zu fotografieren, was die Provinz zu bieten hat – und natürlich um die Spezialitäten der Küste und des Hinterlands zu kosten. 
Küste heißt nicht nur Meer und Sonne. In den Strandbädern an der Küste finden Sportfreunde neben Swimmingpools auch gut ausgestattete Beachvolleyball-, Tennis- und, Fußballplätze. Zum Angebot gehören außerdem Wasserski, Windsurfen und Segeln. Die Kiefernwälder sind ideal für erfrischende Spaziergänge. Man kann auch in der Nähe der Trabocchi angeln. Für ein buntes Nachtleben an der Küste sorgen Diskos, Kneipen und Lokale. Im Landesinnern hingegen gibt es ein großes Angebot an önogastronomischen Veranstaltungen, Kirmessen und Freilichtaufführungen.

Was probieren

Meeresfrüchte und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Hinterland machen die teatinische Küche zu einer reichen kulinarischen Fundgrube. Hier kommt jeder auf seinen Geschmack. Die meisten traditionellen Gerichte werden mit heimischem Olivenöl zubereitet.
Besondere Erwähnung verdienen neben Trüffeln und Honig auch die aus frischem Obst hergestellten Konfitüren
Unter den Teigspeisen findet man, wie überall in den Abruzzen, „Spaghetti alla chitarra”. Eine Fleischspezialität sind die so genannten „Arrosticini”, kleine Lammspieße, die traditionell im Hinterland zubereitet werden, sich aber auch an der Küste immer größerer Beliebtheit erfreuen. Eine besondere Delikatesse sind „Turcenelle”, geschmorte Zickleininnereien mit Peperoni und Tomatensauce. Auf vielen Speisekarten findet sich außerdem Hasen schmorbratenalla chietina” mit Schinken-Rosmarin-Füllung. 
Zu den bekanntesten Süßigkeiten zählen neben Torrone mit getrockneten Feigen vor allem der berühmte „Sanguinaccio alla chetina” aus gefiltertem Schweineblut, Most, Zimt, Schokolade und Pinienkernen.
Unter den Käsesorten sind der milde Provolone und der scharfe Guardiagrele erwähnenswert. Auch Ricotta und Schafskäse haben in den Abruzzen eine lange Tradition. 
Die berühmtesten Fischgerichte sind Alici all‘ortonese (Sardellen) und Seppie alla sanvitese (Tintenfisch).
 In Lanciano werden hervorragende Peperoni angebaut. Zu den zumeist aus schlichten Zutaten hergestellten traditionellen Süßigkeiten zählen Pizzelle (Waffeln), Tarallucci (Mürbekekse), Cicerchiata (Mutzenmandeln) und Fiadoni (ein typisches Ostergebäck). 
Nicht zu vergessen die Weine der Abruzzen, wie Montepulciano d'Abruzzo, Trebbiano und Cerasuolo d'Abruzzo. Sehr beliebt sind auch Liköre wie der berühmte Amaro (Kräuterlikör). 

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