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Die Villen in Tivoli

Falls Sie sich im Latium befinden, sollten sie auf keinen Fall einen Besuch in Tivoli verpassen, bei den Monti Tiburtini. Eine bezaubernde Stadt, die 1215 v. Chr. entstand und von Vergil als „Tiberium Superbum“ („Stolzes Tibur“, Eneis) bezeichnet wurde, ein Titel, dass heute noch den Wappen der Stadt ziert. Die seit der Antike bekannten, schwefelhaltigen Heilquellen sind Ziel zahlreicher Touristen, die jährlich hierher kommen um sich zu entspannen.Tivoli ist aber auch für ihre zwei UNESCO Stätte bekannt: Villa Adriana und Villa d'Este.Hadriansvilla - Karyatiden am Canopus

 

VILLA ADRIANA
Die Sommerresidenz des römischen Kaisers Hadrian, auch bekannt unter den Namen Hadriansvilla, war ursprünglich über zwei Straßen (Via Tiburtina, Via Prenestina) oder auch über den Fluss Aniene erreichbar. In seiner Gartenanlage ließ der Kaiser Miniaturen der Monumente und Landschaften nachbauen, die ihn während seiner vielen Reisen, vor allem in Griechenland, fasziniert hatten. Eine Tour durch diese Monumentanlage soll nun einen Vorgeschmack bieten auf die aufwendigste Palastanlage, die sich je ein Römischer Kaiser erbauen ließ.
Ein enormer Garten, der Pecile,umgeben von antiken Arkaden und mit einem zentralen Schwimmbecken war beispielsweise für die Sommer- und Winterspaziergänge vorgesehen. Weiter, über eine Anlage von Kurhäusern erreicht man den Canopus – benannt nach einer antiken Stadt, die durch ein Kanal mit Alexandrien verbunden war – wo wir ein weiters Wasserbecken finden. Ringsherum stehende Säulen und Statuen schmücken das langförmige Becken, dessen Höhepunkt ein an sein Ende stehender kuppelförmiger Tempel ist. In Verlängerung des Canopus finden wir die Überreste von zwei Thermen: die Große und die Kleine Therme.
Diese verfügten über ein Freilicht-Frigidarium und einen runden Raum mit einer Kastenförmiger Kuppel und fünf große Fenster. Diese mit kostbarer Stuckarbeit verzierte Bauten, waren einst für der kaiserlichen Familie und deren Gäste vorgesehen.
Die Große Therme dagegen, war für das Personal der Villa reserviert. Hier finden wir eine Fußbodenheizung und einen eindrucksvollen Saal, der als Sudatarium genutzt wurde. Man sollte an dieser Stelle auf das große Gewölbe der zentralen Halle hinweisen, das trotz des Zusammenfalls einer der vier Stützpunkte, sich noch in perfekter Balance hält.

Doch die besuchenswerte Bereiche innerhalb der Villa sind noch viele mehr, wie z.B die Akademie, das Stadion, der kaiserliche Palast, der Philosophensaal, das griechische Theater und der Goldenen Platz. Letzterer ist eine majestätische Struktur, die zu Repräsentationszwecken diente und mit einem großen Peristilum ausgestattet war, das seinerseits mit feinem Stuck verziert wurde.Schließlich, unter den vielen Adelsbauten, lohnt sich ein Besuch des prächtigen Teatro Marittimo. Hierbei handelt es sich um eine Insel mit einer Kolonnade ionischer Ordnung, die von einem Kanal umgeben ist. Im inneren befand sich einst der private Zufluchtsort des Kaisers, der über ein System beweglicher Brücken erreichbar war.  

VILLA D'ESTE
Der Bau der Villa d'Este wurde von Kardinal Ippolito II. D'Este - Statthalter von Tivoli im Jahr 1550 - in Auftrag gegeben, mit der Absicht die Pracht der Höfe von Ferrara, Rom und Fontainebleau wieder zu beleben. Die beeindruckende Anzahl an Springbrunnen, Grotten und Wasserspiele, war ein oft kopiertes Gartenmodell unter den europäischen Gärten des Manierismus und des Barocks.
Von besonderem Interesse sind die Säle der Adelsetagen des Palastes, die von einer Gruppe von Künstlern des späten römischen Manierismus geschmückt und bemalt wurden. Besonders nennenswert ist der beeindruckende Garten der Villa d'Este, der vom Maler und Architekt Pirro Ligorio konzipiert wurde. Auf verschiedenen Terrassen, Treppenwege und Pfade gegliedert erinnert dieser Garten an die hängenden Gärten von Babylon, während die Wasserversorgung – über ein Aquädukt und einem unterirdischen Tunnel -  die Perfektion der römischen Stadtkonzeption bestätigt.
Besonders beeindruckend sind sicherlich die Cento Fontane, hundert Springbrunnen die entlang einer hundert Meter langen Allee situiert sind. Auf der linken Seite der Allee finden wir dann den barocken Brunnen Fontana dell`Ovato. Seiner besonderen Schönheit tragen der außerordentliche Effekt der Felsen, des dekorativen Gesteins und der Wasserläufe bei, die die Monti Tiburtini – die regionale Hügelkette– und die daraus entspringenden Flusse Aniene, Erculaneo und Albuneo, repräsentieren.
Unterhalb der Cento Fontane, finden wir den spektakulären Drachenbrunnen, Fontana die Draghi, der aufgrund seiner zentralen Lage, als Herz der Gartenanlage gilt. Die Legende besagt, dass dieser Brunnen, in einer einzigen Nacht, im September 1572 erbaut wurde und zwar als Hommage an Papst Gregor XIII, der zu der Zeit zu Besuch in der Villa war.
 Im tieferen Teil des Parks kommen wir zur Rotonda die Cipressi, ein kreisförmiger Platz umgeben von hundertjährigen Zypressen.
Der eindruckvollste Brunnen der Villa d`Este ist jedoch sicherlich der Neptunbrunnen, der ursprünglich von Gian Lorenzo Bernini gebaut und im 20. Jh. restauriert wurde und der dank seiner Schönheit , zum Vorbild für viele weitere Brunnen im 18.Jh. wurde.
Zur Vervollständigung der Szenerie wurde oberhalb vom Neptunbrunnen eine Wasserorgel gebaut, die Fontana dell'Organo. Dieser Bau verdankt seinen Namen einem Wassermechanismus im Inneren des Brunnens, der Orgelklänge produziert zur Unterhaltung der Besucher.

Nützliche Infos

Gemeinde von Tivoli
Palazzo San Bernardino
P.zza del Governo. 1, 00019 Tivoli
Tel.: +39 0774 4531
Email: info@pec.comune.tivoli.rm.it


Villa Adriana
Via di Villa Adriana- 00019 Tivoli
Tel: 06/39967900
Weitere Infos


Vila d'Este
Piazza Trento, 5 - 00019 Tivoli 
Tel:199.766.166 (aus Italien) ; 0039 0412719036 (aus dem Ausland) 
fax: 0039 0412770747
email: villadestetivoli@teleart.org/info@villadestetivoli.info 
Eine Reservierung ist notwendig
Weitere Infos  

Anfahrt 

Mit dem Auto: Autobahn A24, Ausgang Tivoli;
Mit der Bahn: Linie Rom-Pescara, Bahnhof Tivoli;
Mit dem Bus: Linie Cotral Rom-Tivoli (Endhaltestelle Rom: U-Bahnhaltestelle Ponte Mammolo)