Trient
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Trient wurde in römischer Zeit am Fuße des Felsvorsprungs Doss Trento am rechten Ufer der Etsch gegründet, wo sich heute das Mausoleum von Cesare Battisti befindet. Das antike Zentrum wurde auf das gegenüberliegende Flussufer verlegt und im Mittelalter mit einer mächtigen Stadtmauer umgeben. Um das Jahr 1000 errichtete Kaiser Konrad II. des Heiligen Römischen Reiches das Fürstbistum Trient und die Stadt war lange Zeit ein wichtiges religiöses Zentrum.
Hier fand beispielsweise das berühmte Konzil von Trient statt, das die Gegenreformation einleitete. Das 16. Jahrhundert war das goldene Zeitalter Trients, dank einer Reihe von Bischöfen, die den Bau neuer Gebäude und Kirchen förderten. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zum Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen den napoleonischen Truppen und dem Habsburger Reich, und erst 1919, am Ende des Ersten Weltkriegs, wurde Trient Teil Italiens.
Das politische, religiöse und monumentale Zentrum der Stadt ist zweifellos die Piazza del Duomo, die von prächtigen, freskengeschmückten Adelspalästen wie dem Palazzo Cazuffi-Rella überragt wird. Auf dem Platz, auf dem San Vigilio begraben wurde, erhebt sich die gleichnamige romanische Kathedrale, die 1212 von Bischof Federico Vanga erbaut wurde und in der alle offiziellen Sitzungen des Konzils von Trient stattfanden. Der Prätorianerpalast und der zinnenbewehrte Vanga-Turm aus dem 13. Jahrhundert bilden zusammen mit der Kathedrale einen spektakulären Komplex, der den Platz beherrscht, auf dem auch der Neptunbrunnen aus dem 18. Jahrhundert. Eine echte Augenweide ist dann das Castello del Buonconsiglio, das aus einer Reihe von Gebäuden aus verschiedenen Epochen besteht. Das Schloss war vom 13. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Residenz der Bischöfe von Trient und beherbergt heute mehrere Museen.
Bemerkenswert sind auch die venezianischen Renaissance-Paläste mit ihren Freskenfassaden entlang der eleganten Via Belenzani. Zwei charakteristische Gebäude, beide aus dem 16. Jahrhundert, sind die Kirche S. Maria Maggiore aus rotem Marmor und der Palazzo Tabarelli, dessen Fassade mit 22 Profilen lokaler historischer Persönlichkeiten geschmückt ist. Sehenswert sind auch der Palazzo Pona Geremia aus dem 15 Jahrhundert mit seiner spektakulären Fassade, die mit Fresken geschmückt ist, die Episoden aus dem Leben der Stadt und Mythen darstellen, sowie die Kirche Sant'Apollinare aus dem 13. Jahrhundert, die am Fuße des Doss Trento in der Nähe des alten Dorfes Piedicastello erbaut wurde.
Trient beherbergt eine bedeutende Universität und ist eine Stadt voller junger Menschen mit einem typischen Studentenleben. Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Aperitifs sind hier an der Tagesordnung.
Es gibt auch zahlreiche Museen zu besichtigen: von den verschiedenen Sälen des Provinzmuseumskomplexes bis zu den Piedicastello-Galerien, vom Kriegsgeschichtsmuseum bis zum Luftwaffenmuseum, vom Tridentinischen Diözesanmuseum bis zum Markt. Ein breites Spektrum an kulturellen Attraktionen, von der zeitgenössischen bis zur modernen Kunst, von der Archäologie bis zur religiösen Kunst.