Cottanello: von den Steinbrüchen der Sabiner Berge bis zu den Säulen des Petersdoms
Die 44 rosafarbenen und roten Säulen, welche die Altäre des Petersdoms umgeben, stammen aus einem Steinbruch auf dem vier Kilometer von Cottanello entfernten Monte Lacerone. Es war Bernini, der sie zum Jubiläum im Jahr 1650 haben wollte. Die Blöcke wurden von Ochsen bis nach Stimigliano gezogen und dann auf Lastkähnen den Tiber hinunter nach Rom transportiert. Ein Unterfangen, das dreißig Jahre in Anspruch nahm. Das 500 Einwohner zählende Dorf mit seiner doppelten mittelalterlichen Stadtmauer in der Provinz Rieti bewahrt noch immer die Struktur des ursprünglichen Castrums.
Eine römische Villa und ein antiker Name
Der Name des Orts leitet sich von den Aurelii Cottae ab, einer Senatorenfamilie, die hier eine Villa besaß. Deren Überreste befinden sich im Ortsteil Collesecco: etwa dreißig Räume mit bunten Mosaiken, Platten aus einheimischem Marmor und Glaspaste, die Blumen und Hühner darstellen. Die Villa bestand bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. und blieb bis in die Spätantike bewohnt.
Die Einsiedelei im Fels
An der von Rieti heraufführenden Provinzstraße, vor den Toren des Dorfes, ragt die Einsiedelei San Cataldo aus einem Granitfelsen hervor und scheint Teil des Berges zu sein. Die Mönche von Farfa nutzten sie als Zufluchtsort für die Kontemplation. Im Inneren befinden sich byzantinische Fresken aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, darunter ein thronender Christus mit den Aposteln, der bis 1944 unter dem Putz verborgen blieb: Eine deutsche Explosion brachte ihn ans Licht, ohne ihn zu zerstören. Seit 2018 sind die Einsiedelei und der Steinbruch gemeinsam ein Naturdenkmal der Region Latium.