Castrocielo, das Dorf in der Ciociaria im Tal des Liri
Castrocielo liegt an den Hängen des Monte Cairo in der Provinz Frosinone und blickt auf das Tal des Liri. Der im Jahr 996 gegründete Ort liegt heute auf halber Höhe des Hügels, hat seine Wurzeln in der Römerzeit und einen Festkalender, der noch immer das ganze Dorf in Bewegung setzt.
Eine Burg im Himmel und dann der Abstieg ins Tal
Der Name sagt schon alles: Castrum Coeli, „Festung des Himmels“. Der Benediktinerabt Mansone ließ sie auf dem Gipfel des Monte Asprano in 771 m Höhe errichten, um den Bewohnern von Aquino vor den Einfällen der Sarazenen Schutz zu bieten. Das Problem war jedoch, dass es dort kein Wasser gab. Deshalb zogen die Familien nach und nach hinab ins Tal.
Heutige Sehenswürdigkeiten
Die Altstadt gruppiert sich um die Kirche Santa Lucia, die im klassizistischen Renaissancestil erbaut wurde und über drei Schiffe ohne Kuppel verfügt. In der Kirche befinden sich zwei Gemälde von Alfonso Simonetti. In der Ortschaft Villa Eucheria befindet sich das Monacato (Monasterium), ein ehemaliges Benediktinerkloster mit einem noch intakten Kryptoportikus, das zum Netz der historischen Residenzen des Latiums gehört.
Feste und Traditionen, die das Dorf in Bewegung bringen
Ende Juli sorgt der Palio delle Contrade für drei Festtage in den Straßen der Altstadt. Am Karfreitag hingegen wird seit über 40 Jahren die Lebendige Passion (Passione Vivente) aufgeführt. Am Ostermontag verbindet der Bacio delle Madonne (Kuss der Madonnen) die Ortschaften Castrocielo und Colle San Magno: Zwei Prozessionen steigen von entgegengesetzten Hängen den Monte Asprano hinauf und treffen sich im Morgengrauen in der Stiftskirche Santa Maria Assunta in Cielo. Anschließend wird mit den Pigne Pasquali, den Osterkuchen, gefeiert.