Cantalupo in Sabina: Das Museumsdorf, das einer Frucht ihren Namen gab
60 Kilometer von Rom entfernt, zwischen dem Tiber und den Apenninen, bezeichnet sich Cantalupo in Sabina selbst als „Freilichtmuseum“ und hat einer weltweit bekannten Melonensorte seinen Namen gegeben. Diese wurde im 15. Jahrhundert von asiatischen Missionaren hierhergebracht. Bereits in der Römerzeit war die Stadt ein Erholungsort. Zwei Kilometer vom Zentrum entfernt zeugen die Überreste des Complesso del Tulliano, einer Villa aus der Zeit Hadrians, die möglicherweise Cicero gehörte, davon. Der Eingang erfolgt durch die Porta Maggiore, wo zwei Statuen von Merkur und Minerva aus dem 16. Jahrhundert die Besucher empfangen. Es sind die „Bammocci“, die Puppen im Dialekt, das Symbol des Ortes.
Der Palast und der Park
An den Hauptplatz grenzt der Palazzo Cesi-Camuccini mit einer Säulenhalle im Erdgeschoss, einer Loggia im ersten Stock sowie zwei mittelalterlichen Türmen auf der Rückseite. Im Inneren befinden sich die von den Brüdern Zuccari mit Fresken verzierten Säle, die mythologische Motive und Landschaften mit Ruinen im Stil von Paul Brill zeigen. Nach 1862 verwandelte Giovanni Battista Camuccini das Gebäude in ein Museum und sammelte dort Gemälde seines Vaters Vincenzo sowie Waffen und römische Fundstücke. Daneben erstreckt sich der vier Hektar große Parco Camuccini mit jahrhundertealten Bäumen. Er ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet.
Die älteste Kirche
Über der Grabstätte eines Einsiedlers aus dem 11. Jahrhundert erhebt sich an der Staatsstraße SS 313 die Kirche Sant’Adamo. Die seit 1150 urkundlich belegte Kirche wurde im 15. Jahrhundert erweitert. Ihre spätgotischen Fresken in der Apsis zählen zu den seltensten in der Sabina. Am 3. Mai wird noch immer das Fest des Heiligen mit der Segnung der Tiere gefeiert.