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Personenbeförderung: Luftverkehr

Alle Fluggesellschaften, die innerhalb der EU arbeiten, sind verpflichtet, die Fluggäste über ihre Rechte im Falle von Nichtbeförderung, Annullierung und Verspätung zu informieren.

 

Flugbuchung - Bei der Buchung hat der Passagier das Recht auf Auskunft über: Fluggesellschaft, Flugzeiten, Flugzeugtypen, Preise sowie etwaige einschränkende Bedingungen und Bekanntgabe der Buchungsnummer. Bei Passagieren mit eingeschränkter Beweglichkeit oder Minderjährigen ohne Begleitung ist der entsprechende Status bei der Buchung ausdrücklich anzugeben. Die Fluggesellschaft muss daraufhin Auskunft erteilen, welche Art der Assistenz in solchen Fällen vorgesehen ist.

Der Kaufvertrag wird mit dem Kauf des Tickets abgeschlossen. Das Ticket ist entweder ein herkömmlicher Flugschein oder ein elektronisches Ticket. Im Falle eines elektronischen Tickets hat der Käufer Anspruch auf eine Empfangsbestätigung seitens der Fluggesellschaft mit den gleichen Daten wie auf einem herkömmlichen Flugschein.

Leistungsmängel: Nichtbeförderung (Überbuchung), Flugannullierung oder erhebliche Verspätung

Im Falle von Nichtbeförderung (wegen Überbuchung), Flugannullierung und erheblicher Verspätung hat der Passagier gemäß der „Charta der Rechte von Fluggästen” Anspruch auf Schadenersatz in Form von Rückerstattung des Flugpreises oder einen Ersatzflug.


- Rückerstattungen zur Entschädigung:

250,- Euro bei Flügen bis zu 1.500 km;

- 400,- Euro bei Flügen innerhalb der EU über 1.500 km bzw. bei allen Flüge zwischen 1.500 und 3.500 km;

- 600,- Euro bei Flügen über 3.500 km und außerhalb der EU.

Dieser Betrag kann bar, per elektronischer Überweisung, Scheck, Reise-Gutschein oder nach Absprache mit dem Passagier in Form anderer Vergütungen gezahlt werden. 

Eine Flugannullierung aufgrund technischer Probleme stellt keinen außergewöhnlichen Umstand dar, der eine Entschädigung des Fluggastes ausschließen würde (EU-Verordnung 261/2004), es sei denn, das Problem kann nicht dem normalen Betrieb eines Luftfahrtunternehmens zugerechnet werden und entzieht sich somit seiner Kontrolle.

Passagiere bei Flugverspätungen haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie bei Flugannullierungen und somit Recht auf eine Entschädigung von 250,- bis 600,- (EU-Verordnung 261/2004), sofern sie aufgrund der Flugverspätung drei oder mehr Stunden verloren haben. Flugverspätungen aus Gründen, die sich der Kontrolle der Fluggesellschaft entziehen, sind davon ausgenommen.

- Verspätungen und Touristenrechte

Im Falle einer Verspätung von 2, 3 oder 4 Stunden hat der Reisende je nach Länge des Fluges während der Wartezeit Anspruch auf:

- zwei Telefonate (Fax oder auch E-Mail) auf Kosten der Fluggesellschaft
- angemessene Mahlzeiten, Getränke oder Hotelunterbringung, sofern eine oder mehrere Übernachtungen erforderlich sind.

Beträgt die Verspätung mehr als 5 Stunden, hat der Fluggast Anspruch auf:

- Rückerstattung des Flugpreises innerhalb von sieben Tagen,
- (oder) Beförderung mit einem anderen Flug mit dem gleichem Flugziel oder auf die Beförderung zu einem späteren Zeitpunkt gemäß seinen eigenen Wünschen und der Verfügbarkeit der Plätze. 

Haftung für Gepäck

Die Fluggesellschaften der EU und solche, die dem Montrealer Abkommen beigetreten sind, entschädigen Reisende mit bis zu 1.000 DSP (rund 1.167,- Euro) im Falle von Verzögerung, Verlust oder Beschädigung des aufgegebenen Gepäcks. Fluggesellschaften, die das besagte Abkommen nicht unterzeichnet haben, sind für die Rückerstattung bis zu 17,- DSP (rund 20,- Euro) pro Kilogramm für verlorenes oder beschädigtes Gepäck haftbar.

Etwaige Reklamationen müssen innerhalb 7 Tagen nach Erhalt des Gepäcks und bei Verspätungen innerhalb 21 Tagen schriftlich bei der Fluggesellschaft eingereicht werden. 
Dazu ist es erforderlich, ein RIP-Formular (Property Irregularity Reports) auszufüllen, welches beim Gepäck-Reklamationsbüro, der Fluggesellschaft oder bei der Flughafenverwaltung erhältlich ist. Eine umgehende Reklamation des Schadens wird empfohlen, da es andernfalls dem Passagier obliegt zu beweisen, dass der Schaden während des Fluges entstanden ist.

Haftung bei Unfällen

Bei Unfällen haben Fluggäste Anspruch auf gesetzlichen Schadensersatz gemäß den Angaben der „Charta der Passagiere“.


Rechte der Menschen mit Behinderungen und/oder beweglichen Einschränkungen im Flugverkehr

Fluggesellschaften, ihre Angestellten und Reiseunternehmen dürfen weder Buchungen von Behinderten bzw. von Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit verweigern noch deren Anbordnahme bei Flügen von oder zu einem Flughafen in der EU, sofern diese im Besitz eines gültigen Flugtickets sind und eine Buchung vorliegt.

Die Anbordnahme von Passagierne mit Behinderungen kann nur dann verweigert werden, wenn zwingende Umstände diese nicht zulassen, etwa im Falle, dass die Sicherheit des Fahrzeugs oder Größe des Flugzeugs (bzw. der Türen) die Anbordnahme eines Rollstuhls nicht gestattet. In diesem Fall ist dem betroffenen Passagier die Verweigerung umgehend und jedenfalls binnen 5 Tagen nach Anfrage zuzusenden. Die Fluggesellschaft muss umgehend Auskunft über die entsprechenden Sicherheitsvorschriften sowie etwaige, in derartigen Fällen vorgesehene Einschränkungen erteilen.

Menschen mit Behinderungen und ihre etwaigen Begleiter, die aus diesen Gründen nicht an Bord gehen konnten, haben Anspruch auf Rückerstattung des Flugpreises oder auf Umbuchung auf einen geeigneten Flug.