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Matera

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Matera ist eine der zwei Provinzen der Basilikata. Sie grenzt im Osten ans ionische Meer, im Norden an Apulien (die Provinzen Bari und Taranto), im Westen an die Provinz Potenza und im Süden an Kalabrien (Provinz Cosenza). 
Die Provinz ist in zwei verschiedene geographische Gebiete aufgeteilt: die metapontinische Ebene und das Hügelland von Matera, wo ein rauheres Klima herrscht und im Winter oft Schnee liegt.
 
Zum Gebiet dieser Provinz gehören zwei Naturschutzgebiete: das regionale Reservat San Giuliano mit dem gleichnamigen See, ein wichtiges Feuchtgebiet und Brutplatz zahlreicher Vogelarten, und die WWF-Oase Bosco Pantano di Policoro, ein letztes Überbleibsel der mächtigen Hochwälder, die sich vor der Trockenlegung über die ganze sumpfige Küste erstreckten.
 
In dieser Gegend befinden sich auch das Naturdenkmal Calanchi (durch Wassererosion entstandene Rillen, Spalten, Grate und kleine Täler), der Naturpark Gallipoli Cognato - Piccole Dolomiti Lucane und ein kleiner Teil des Nationalparks Pollino
Wahrer Protagonist dieses Gebiets sind jedoch sicherlich die Sassi von Matera: Steinhauser, die eng aneinander und aufeinander gebaut sind und die zusammen mit den Verbindungstreppen und -Gassen wie aus dem Fels entstanden scheinen. Ein wahres Meisterwerk, das 1993 der Stadt die Anerkennung der UNESCO gesichert hat.

Wenn man von Matera spricht, muss man einfach die Sassi (Höhlensiedlungen) erwähnen, die diese Stadt auf der ganzen Welt berühmt gemacht haben und an sich schon eine Reise in die Basilikata rechtfertigen.
Die „Matera Sassi“, übereinander liegende Wohnhöhlen, die von verschlungenen Straßen und breiten Treppen verbunden sind, gehören seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe. 

Sie waren bis Mitte des letzten Jahrhunderts bewohnt und haben nur eine Mauerwerkfassade, während der (oft aus einem einzigen Raum bestehende) Rest in den Fels gegraben ist. Sassi bezeichnet in diesem Fall also ganze in den Fels gegrabene Wohnviertel und wurde bereits im Mittelalter im Namen zweier Stadtviertel benutzt – Sasso Barisano und Sasso Caveoso –, die in zwei Karstmulden oberhalb des Baches Gravina um den ursprünglichen Stadtkern – die Civitas – herum entstanden. 

Zum architektonischen Panorama gehören nicht nur Wohnhäuser, sondern auch eine Reihe von in den Fels gehauenen Kirchen. Unter den wichtigsten Monumenten, die sich im Sasso Caveoso befinden, sind einige besonders erwähnenswert: die Kirche San Pietro Caveoso, die kleine Bergkirche Santa Lucia delle Malve, die im 8. Jh. von einer Benediktiner-Gemeinschaft erbaut wurde; die Kirche Madonna dell’Idris, die zu der mit Fresken aus verschiedenen Epochen reich verzierten Krypta San Giovanni in Monterrone führt; der Barbarenfriedhof im Malve-Viertel und die vier Bergkirchen des Convicinio di Sant' Antonio

In Sasso Barisano befinden sich hingegen die Kirche San Pietro Barisano, eine der größten Felskirchen Materas, die Kirche Madonna delle Virtù, die zu einem antiken Kloster gehörte, und die 1591 im Barockstil erbaute Kirche S. Agostino.

Eine Besichtigung wert sind auch der 1268-70 im romanischen Stil erbaute Dom, der Palazzo Lanfranchi in Matera, ein architektonisches Kleinod aus dem 17. Jh., und die vielen Museen, u.a. das Archäologische Landesmuseum „Domenico a Ridola”, das Landesmuseum für Mittelalterliche und Moderne Kunst und das MUSMA, Museum der Plastischen Gegenwartskunst Materas

Nicht weit entfernt befindet sich der archäologisch-historische Landschaftspark der Bergkirchen von Matera mit bedeutenden historischen und archäologischen Zeugnissen: über 160 Bergkirchen, drei Jungsteinzeitdörfern (Serra d’Alto, Timmari und Murgia Timone) und unzähligen prähistorischen Gräbern.

Südöstlich von Matera liegen mehrere malerische Orte wie etwa Montescaglioso mit der wunderschönen Abtei San Michele Arcangelo, Miglionico, mit dem großartigen Kastell Malconsiglio, Bernalda mit der prächtigen Burg aus dem 15. Jh. und ferner Tricarico, Grassano, Irsina und Ferrandina mit verschiedenen interessanten Bauwerken.
 

Weiter südlich stößt man auf das zauberhafte Gebiet der Calanchi mit seinen weißen Lehmhügeln, an denen Wind und Regen Zinnen, Grate und kleine Canyons geformt haben. Erwähnenswert ist der hübsche, heute unbewohnte Ort Craco mit Siedlungsschichten aus unterschiedlichen Epochen, einer Burg und einer direkt an den Fels gebauten Wohnsiedlung mit engen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen. 
Erwähnt seien auch das Städtchen Tursi mit dem Rabatana-Viertel, einer Burgruine und der Kirche S. Maria Maggiore della Rabatana sowie die nahe gelegene Kirche S. Maria d’Anglona.
 
Sehenswert ist schließlich auch die Küste des ionischen Meeres, das einzige ebene Gebiet der Provinz, einst ein wichtiges Zentrum der Magna Graecia und deshalb reich an archäologischen Hinterlassenschaften. Im Ausgrabungsgebiet Metaponto finden sich besonders bedeutende Zeugnisse: der Hera-Tempel im dorisch-archaischen Stil; der Apollo-Tempel im dorischen Stil und der um 470 v. Chr. erbaute ionische Aphrodite-Tempel; Des weiteren die antike Agora mit dem Theater und das Archäologische Landesmuseum von Metaponto mit etlichen archäologischen Fundstücken.

Ein Besuch lohnt sich auch in Policoro mit seiner Burg, dem Archäologischen Park mit griechischen Ruinen und dem Nationalmuseum der Siritide. 

Die vielen Naturparks, die sich in der Provinz Matera befinden, eignen sich gut, um die üppige Vegetation und die artenreiche lokale Fauna zu erforschen: in jedem Reservat kann man Wander-, Fahrrad- oder Reitausflüge organisieren, um in die zauberhafte Atmosphäre der Landschaft einzutauchen. 

Das Naturschutzgebiet Bosco Pantano di Policoro ist ein wahres Paradies für Fotografen und Vogelfreunde, da hier viele Vogelarten wie Rohrweihe, Kormoran, Teichralle, Silberreiher und Graureiher vorkommen, ferner auch viele verschiedene Käferarten. Auch in dem von namhaften vogelkundlichen Zeitschriften empfohlenen Naturpark Gallipoli Cognato - Piccole Dolomiti Lucane lassen sich wundervolle Exemplare bewundern: heimisch sind Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Wanderfalke, Schleiereule, Uhu und andere Eulenarten. Und natürlich gibt es auch Säugetiere wie Wildschweine, Wölfe, Füchse, Dachse, Stachelschweine, Wildkatzen, Hasen, Igel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Wiesel, Steinmarder und in den Wasserläufen Fischotter. Sehr selten ist die Griechische Landschildkröte, eine kleine gelb gefleckte Schildkröte, die in der Nähe von Waldlichtungen und der mediterranen Macchia vorkommt. 

Die Provinz Matera eignet sich mit ihrer 30 km langen Küste am Ionischen Meer auch gut für diejenigen, die Ferien am Meer lieben: weitgehend unverbaute Natur, breite Wiesen und die bis dicht an die weiten Sandstrände heranreichende mediterrane Macchia machen die Küste zur Perle Lukaniens. Policoro, Metaponto und Pisticci gehören zu den besser ausgestatteten Badeorten. 

Aus kulinarischer Sicht haben die Provinz Matera und das nahe Apulien vieles gemeinsam: vor allem Orecchiette (Hartweizennudeln), die mit Tomatensoße oder Rübsaat, Brokkoli, Blumenkohl, Semmelbrösel und Rosinen angemacht werden. 

Chili-Peperonis, die hier Diavulicchiu, Frangisello oder Cerasella genannt werden, sind hier, wie auch im benachbarten Kalabrien eine beliebte Zutat. Ein anderes typisch Gericht aus Matera ist der Cotto di Fichi, eine Art getrocknetes Feigenkompott. Eine Variante wird auch aus Kaktusfeigen hergestellt. Typisch ist auch der Kräuterseitling, der auf verschiedene Arten gekocht oder roh mit festem Ricottakäse, Zitrone und heimischem Olivenöl gegessen wird.
 
Beliebt sind Weizen-Kichererbsensuppe und Cialled, eine Gemüsesuppe mit Croutons, Eiern und Oliven. Viele Gerichte sind eng mit den religiösen Traditionen verbunden. Ein traditionelles Ostergericht aus Matera sind Disteln mit Käse und Eiern und Pirc'dduzz (kleingeschnittene Nudeln mit Vino Cotto); in Irsina werden hingegen Fusilli mit gerösteten Brotkrumen und Feigensoße serviert. 

In der Gegend um Metaponto gibt es viele Fischgerichte wie Scapece (in Essig marinierte gebratene Sardellen) und mit Paprika zubereiteten Stockfisch auf lukanische Art. Großer Beliebtheit erfreuen sich Lamm- und Schaffleisch. Ein typisches Gericht ist Gnummaridd' (Schaf- und Böckcheninnereien). Zur traditionellen Küche Materas gehört auch mit Peperoni, Tomate, Minze und Lorbeer gekochter Aal.

Unter den Käsesorten sind Ricotta, Pecorino und Burrata am beliebtesten. 
Außer den köstlichen Feigen mit Honig seien von den Desserts erwähnt: Pasch'nisch, ein süßes Brot aus Grieß und Most, sowie Cuccìa, eine Süßspeise aus gekochtem Getreide, Schokolade, Granatäpfeln, Nüssen und Vino Cotto, die auch in Potenza sehr beliebt ist.
 
Die begehrtesten Weine sind Val BradanoSangioveseMoscatoMalvasia und Elixir di noci