Home » Highlights » Aquilanische rundwege » Vom Peligna-Tal bis zur Hocheben der Cinque Miglia auf den Spuren von Film und Fernsehen
Eine Route, die vom Peligna-Tal zur Hochebene der Cinque Miglia führt und die den italienischen Film und das Fernsehen zu Erzählungen über das Leben in Italien von einst und heute inspirierte.
Autor: Accademia dell'Immagine - Abruzzo Film Commission
Die Stadt Sulmona, das wichtigste Zentrum des Peligna-Tals in der Provinz von l´Aquila, ist die Heimatstadt Ovids und berühmt für ihre Süßwarenerzeugung. Sie ist auch die Heimat der Confetti (mit Zuckerguss überzogene Mandeln).
Die Altstadt besitzt wertvolle Monumente aus verschiedenen Epochen, angefangen von den Resten des romanischen Aquädukts über den mittelalterlichen Stadtteil bis hin zu den Kirchen und Häusern aus dem 16.Jh., aus dem Barockzeitalter und dem 19.Jh..
Die besondere Atmosphäre einer Kleinstadt in der Provinz inmitten der umliegenden Berge hat den Regisseur Mario Monicelli dazu angeregt, seinen Film "Parenti serpenti" (1992) mit Alessandro Haber, Tommaso Bianco, Cinzia Leone, Marina Gonfalone und Paolo Panelli in der Rolle des Großvaters, hier anzusiedeln.
In dem Teil des Films, in dem ein altes Ehepaar die Kinder bittet, sich um sie zu kümmern und ihnen dafür das Erbe verspricht, übernimmt der Regisseur Stilelemente und Merkmale der realistischen Verhaltenskomödie, die bis zum grausamen Ende weiter entwickelt werden, wenn die Kinder nach einem wahren Bruderkrieg beschließen, die Eltern mit einem defekten Gasofen zu töten.
Der Stoff beinhaltet verschiedene Ausschnitte aus der Kultur und den Traditionen der Abruzzen: Weihnachtstraditionen der Stadt, einige Dialektausdrücke, die im Film gebraucht werden (wie z.B. die typische Verwünschung, die von der Großmutter Trieste ausgesprochen wird: "Che sci 'ccise la còcce!").
Von Sulmona aus können Sie auf der Staatsstraße SS 17 durch die typische, zugleich raue und süße Berglandschaft der Abruzzen bis hinauf auf die Hochebene der Cinque Miglia fahren, wo Sie Pescocostanzo erreichen, eines der wertvollsten Schmuckstücke des reichen Kulturerbes der Provinz von l´Aquila.
Der wunderschöne und suggestive Ort wurde von Film und Fernsehen oft als Drehort ausgewählt. Dino Risi drehte 1968 hier einige Szenen seines Films "Straziami, ma di baci saziami" mit Nino Manfredi, Ugo Tognazzi und Pamela Tiffin, ein Film, dessen Titel in die gesprochene Sprache als volkstümliche Redensart übernommen wurde.
In jüngster Zeit, im Jahr 2008, war hier der Drehort von "Raccontami, Capitolo II", eine Fernsehserie mit Massimo Ghini und Lunetta Savino und der Regie von Riccardo Donna, die im Winter desselben Jahres mit großem Erfolg von RAI1 ausgestrahlt wurde. Eine Location war neben dem Zentrum von Pescocostanzo die schöne Wallfahrtskirche Madonna del Casale auf der Hochebene der Cinque Miglia, die als Drehort für die Szenen der Volksschule der historischen Figur des Don Milani gewählt wurde. Don Milani war der Titelheld der gleichnamigen Serie der Brüder Frizzi aus dem Jahr 1997.
km 0.22
42.047 N - 13.926 E
Sulmona ist eine Gemeinde der Provinz L'Aquila mit ca. 25.000 Einwohnern, auf 400 m ü.M. gelegen.
Es liegt am Fuße des Monte Morrone, dem Symbol für den spirituellen Weg Zölestins V und wird von den Flüssen Gizio und Vella durchquert. Schriftsteller der Antike sind sich einig, dass der Name Sulmona mit der Zerstörung Trojas in Verbindung zu bringen ist. Für Ovid und Silio Italico stammt der Name der Stadt von Solimo Frigio, einem der Gefährten des Äeneas.
Es handelt sich um Publio Ovidio Nasone, wahrscheinlich zusammen mit Papst Innozenz VII der berühmteste Bürger dieser Stadt.
Im Jahre 1706 wurde Sulmona durch ein verheerendes Erdbeben zerstört, bei dem mehr als ein Viertel der Bewohnen ums Leben kamen und ein Großteil der Stadt zerstört wurde.
Sulmona ist bekannt für seine Konfektherstellung, mit der man am Ende des 15. Jh. begann und für die Goldschmiedekunst aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
Beeindruckend ist die Kathedrale San Panfilo, im 8. Jh. auf den Resten eines heidnischen Tempels errichtet, der Städtische Park mit dem Bischofspalast aus dem 18. Jh. sowie die Kirche Santa Maria della Tomba und San Francesco della Scarpa, die mit einer wunderschönen romanischen Pforte geschmückt ist.
In der Zeit vom Juli und August wird in Sulmona die Giostra Cavalleresca, eine alte Ritterschlacht, veranstaltet.
km 0.06
42.048 N - 13.926 E
Piazza Garibaldi, der 'maggiore' (“der größte”) genannte Platz, gehört in der Tat zu den größten Plätzen Italiens. Mitten auf dem Platz ragt ein großer Brunnen aus Kalkstein der Majella auf, der im Jahre 1823 hinzugefügt wurde.
Rund um den Platz befinden sich viele wichtige Bauten und Sehenswürdigkeiten: die Kirche San Filippo Neri, die Kirche und das Kloster von Santa Chiara, der staufische Aquädukt aus dem Jahr 1256, das Seitenportal der Kirche S. Francesco della Scarpa und die kleine Kirche San Rocco.
Im Juli und im August findet auf der Piazza Garibaldi die 'Giostra Cavalleresca' statt, bei der Ritterkämpfe zu Pferd in historischen Kostümen nachgespielt werden.
km 0.3
42.048 N - 13.926 E
Die Piazza Garibaldi in Sulmona ist an der Südseite für ca. 100 Meter von einem Aquädukt aus dem Mittelalter begrenzt, der 1256 unter der Herrschaft von Manfred, einem Sohn Friedrichs des Staufers, erbaut wurde.
Mit Hilfe dieses Aquädukts wurden die Spinnereien, eine Mühle und die Gärten innerhalb der Befestigungsmauer mit Wasser versorgt; er besteht aus 21 Spitzbögen und ist aus Natursteinen gemauert. Er ist heute noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, während ein Abzweig für die Wasserversorgung des westlichen Stadtgebiets bei einem Erdbeben im Jahre 1706 zerstört wurde.
Die Wasserleitung endet über dem Corso Ovidio mit einer von longobardischen Handwerkern errichteten Treppe, ein wunderschöner Anblick und Symbol des Ortes.
km 24.4
42.049 N - 13.923 E
km 24.4
42.049 N - 13.923 E
km 11.7
41.893 N - 13.995 E
Die eindrucksvolle vom Nationalpark Abruzzen umgebene Ebene auf 1200 m Höhe erstreckt sich über 'fünf antike Meilen' (cinque miglia ), heute neun Kilometer, von Nordwesten nach Südosten.
Hier befinden sich zahlreiche touristisch interessante Ziele: Roccaraso mit den größten Skianlagen Mittelitaliens; Rivisondoli mit der ältesten berühmten lebenden Krippe Italiens;
Pescocostanzo mit vielen Erzeugnissen aus dem Kunsthandwerk: filigrane Goldschmiedearbeiten, geklöppelte Spitzendeckchen , schmiedeeiserne Objekte, Holzintarsien. Pescasseroli, Sitz des Nationalparks der Abruzzen; Opi, eines der touristischen Hauptziele im Nationalpark.
Die Hochebene bietet besonders im Sommer ein Naturschauspiel von grosser Schönheit und ist dank zahlreicher Wanderwege gut erschlossen.
Sie ist ein Naturschutzgebiet, in dem viele einheimische Tiere zu sehen sind: Bären, Wölfe, Hirsche, Eichhörnchen, Füchse. Auf der Ebene kann man im Winter Langlaufski fahren.
41.889 N - 14.064 E
Zwischen der Majella und dem hohen Tal von Sangro liegt Pescocostanzo, eine römische Siedlung aus dem 3. Jh. n.Chr. , die sich um das Jahr 1000 entwickelt hat, wie aus einer Gravierung aus dem Jahre 1066 auf einer der Tafeln des Bronzetores der Abtei Monte Cassino hervorgeht.
Im Jahre 1456 wird es durch ein Erdbeben zerstört, was seine komplette sozio-kulturelle Umgestaltung verursacht. Die gesamte Anlage des Ortes wird wieder aufgebaut und der Reichtum aus der Schafzucht zieht Arbeiter aus der Lombardei an. Diese bringen weit entwickelte Techniken in der Bearbeitung von Stein, Marmor, Schmiedeeisen und Holz mit. Im Jahre 1774 erlangt die Gemeinde Eigenständigkeit und verleiht sich selbst den Titel „Universitas Sui Domina“ (Gemeinde, die ihr eigener Herr ist), ein Motto, das noch heute im Stadtwappen zu sehen ist. Das Gedeihen der kleinen Gemeinde auf dem Felsen in der Geschichte ist in der wunderschönen Architektur im Zentrum zu sehen, wo die bemerkenswerte Kollegiatkirche Santa Maria Assunta, heute Basilika, die der Santa Maria del Colle geweiht ist hervorsticht. Durch ihre herrlichen Pforten, eine romanisch und eine aus der Renaissancezeit, gelangt man zu den fünf Schiffen, deren zentrales, ein Werk des Architekten Carlo Sabatini, reich mit Kirchengerät ausgestattet ist.
Die wertvolle Kassettendecke aus dem 17. Jh. wird durch zahlreiche Gemälde noch kostbarer gemacht, darunter Werke von Giovannangelo Buco und andere unbekannter Herkunft, wahrscheinlich aus der Spagnoletto-Schule und von Salvador Rosa. Zum Altar gehört eines der seltenen Exemplare mittelalterlicher Holzkunst der Abruzzen, die Madonna del Colle, aus Holz, farbig bemalt.
Vom Bahnhof aus erreicht man das Zentrum über eine lange Allee, die an Gärten vorbei führt, und man gelangt fast sofort zu der Barockkirche Chiesa di Gesù e Maria (1611) und zu dem angrenzenden Franziskanerkloster. An der Treppe der Kollegiatkirche liegt die Kirche Santa Maria del Suffragio dei Morti; beim Weitergehen erreicht man die zahlreichen größeren und kleineren Paläste aus dem 18. Jahrhundert.
Der Mathematiker und Philosoph Ottavio Colecchi war Bürger dieser Ortschaft.
Von hier aus kann man auch die Skianlagen und die Wege in der Natur genießen, die zur Berggemeinde Alto Sangro und zur Hochebene der Cinque Miglie gehören.