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Auf dieser Rundfahrt lernen Sie Orte kennen, wo wichtige Ereignisse sich in die Geschichte des Territoriums von l’Aquila mischen und dadurch eine besondere zivile oder religiöse „Epik“ entsteht.
Autor: Sandro Cordeschi - Lhasa
Ausgehend von den historischen Resten von Amiternum, die nur wenige Kilometer von l’Aquila entfernt sind – die wichtigsten sind das Amphitheater und das römische Theater – windet sich die Route durch die Erinnerungen, aus denen die Geschichte der Stadt und ihres Territoriums besteht. Der Historiker Sallust wurde in Amiternum geboren, wo er lebte und das Epos seiner Zeit schrieb. Der Hügel über dem Theater, die Kirche und die Katakomben erinnern dem Namen nach an die Ereignisse im Leben eines der ersten Märtyrer in Italien, San Vittorino.
Wenn Sie mit dem Auto nach L’Aquila kommen, sehen Sie unter dem Rathausturm ein Monument für Sallust. Der Turm hält trotz Beschädigungen und Renovierungen den Unbillen der Zeit und der Geschehnisse stand, als Symbol für eine Stadt, die nicht untergehen will. Die Glocke läutete hier schon immer zu erinnerungsschweren Stunden, angefangen von jenen, die
Buccio di Ranallo in seinen Dichtungen besingt. Ein kurzer Spaziergang führt Sie vor die Basilica di San Bernardino da Siena. Es handelt sich um einen der vier Schutzheiligen der Stadt, der seinen Namen auf ewig mit dieser verknüpfen wollte. Als er fühlte, dass sein Ende gekommen war, sprach er folgende Worte aus : „Eamus ad Aquilam“, damit hier ein Zeichen seines Geistes verbleibe. Die tiefer als die Basilika gelegene Via Fortebraccio erinnert an eine der wichtigsten Schlachten des 15.Jh. in Italien, wo unter den Stadtmauern von l’Aquila die Heere des Papstes sowie die der Königin und des Königs von Neapel gegen das Heer des tapfersten Herren und Heerführers seiner Zeit kämpften. Die Legende sagt, dass in einem Haus in dieser Straße der mutige Feldherr nach seiner durch die Bewohner von l’Aquila mit verursachten Niederlage das Zeitliche segnete. Die Geschichte des Kriegs von Fortebraccio wird von Niccolò Ciminelli di Bazzano, dem zweiten Homer von L’Aquila, erzählt. Via Fortebraccio öffnet den Blick auf enge Durchgänge, Bogen und Gässchen der Altstadt und führt den Besucher zur Basilica di Collemaggio, wo sich die Apotheose einer weiteren heldenhaften und tragischen Figur erfüllte, die des bescheidenen Eremiten Pietro da Morrone, der hier mit dem Namen Coelestin V. zum Papst gekrönt wurde. Hier war noch bis vor kurzem auch seine Grabstätte als Zeichen für die Würde, auf die der Eremit auf seiner Suche nach einem authentischen Christentum nicht verzichten wollte. Neben der Basilika und dem besinnlichen Kloster öffnet sich der Parco del Sole wie ein Amphitheater auf die natürliche und historische Kulisse des Aterno-Tals. In diesem Tal, das man von hier aus der Vogelperspektive betrachten kann, erfüllte sich das Schicksal von Fortebraccio und seiner Stadt, die ihn zuerst verehrte und dann mit tödlichem Hass verfolgte. Vielleicht kann gerade aus dieser grünen und im Sonnenlicht des Frühlings leuchtenden Landschaft und aus der Erinnerung an die epischen Schicksale unserer berühmten Männer wieder eine Stadt entstehen, die Altes und Neues zu vereinen weiß.
km 1.23
42.401 N - 13.306 E
Die Jahrtausende alte Geschichte der Region Abruzzen und ihrer Hauptstadt hat dazu geführt, dass auch heute noch viele Spuren aus vorrömischer und römischer Zeit existieren. Ein Beispiel dafür sind die Reste der antiken Stadt Amiternum, die ca. 9 km von der Stadt L´Aquila entfernt in der Fraktion San Vittorino, entlang der Staatsstraße SS80 nach Amatrice, zu sehen sind.
Die Gegend war ursprünglich von den Sabinern besiedelt und wurde im Jahr 290 v. Chr. von den Römern erobert, die sie zu einem blühenden und hoch entwickelten Zentrum machten. Heute findet man noch Spuren der Thermen und eines Aquädukts, besonders gut erhalten sind vor allem der Zuschauerraum des Theaters aus der Zeit des Kaisers Augustus und einige Hundert Meter weiter der beinahe unversehrte Umfang des Amphitheaters, das Mitte des 1.Jh.n.Chr. erbaut wurde.
Die imposanten und monumentalen Bauten konnten riesige Menschenmengen aufnehmen; das Theater hatte einen Durchmesser von ca. 80 Metern und mehr als 2000 Zuschauerplätze, während das Amphitheater, dessen 48 Bögen gut erhalten sind, bis zu 6000 Plätze bieten konnte.
km 9
42.397 N - 13.315 E
Entlang der Staatsstraße S.S.80, die L’Aquila mit Amatrice verbindet, sehen wir, wenn wir Richtung San Vittorino hochfahren, die romanische Kirche San Michele, die auf den Katakomben von San Vittorino mit dem Grab des christlichen Märtyrers entstanden ist. Die Geschichte dieses Kirchenbaus hat seine Wurzeln in römischer Zeit; der unterirdische Friedhof besteht aus mehreren Räumen. Der Saal, in dem das Grab des Heiligen steht, wird von einem Monument geschmückt, das nach einer Marmorinschrift im 5.Jh. vom Bischof Quodvultdeus in Auftrag gegeben wurde.
In den anderen Räumen der Katakomben, die alle miteinander verbunden sind, hat man hingegen die sterblichen Überreste von Christen gefunden, die neben dem Heiligen begraben werden wollten.
Die darüber gebaute Basilika mit lang gestrecktem Grundriss entstand um das Jahr 763, war zuerst San Vittorino geweiht, dann San Michele Arcangelo und wurde schließlich im Jahr 1170 wieder San Vittorino geweiht.
km 9
42.397 N - 13.315 E
Entlang der Staatsstraße S.S.80, die L’Aquila mit Amatrice verbindet, sehen wir, wenn wir Richtung San Vittorino hochfahren, die romanische Kirche San Michele, die auf den Katakomben von San Vittorino mit dem Grab des christlichen Märtyrers entstanden ist. Die Geschichte dieses Kirchenbaus hat seine Wurzeln in römischer Zeit; der unterirdische Friedhof besteht aus mehreren Räumen. Der Saal, in dem das Grab des Heiligen steht, wird von einem Monument geschmückt, das nach einer Marmorinschrift im 5.Jh. vom Bischof Quodvultdeus in Auftrag gegeben wurde.
In den anderen Räumen der Katakomben, die alle miteinander verbunden sind, hat man hingegen die sterblichen Überreste von Christen gefunden, die neben dem Heiligen begraben werden wollten.
Die darüber gebaute Basilika mit lang gestrecktem Grundriss entstand um das Jahr 763, war zuerst San Vittorino geweiht, dann San Michele Arcangelo und wurde schließlich im Jahr 1170 wieder San Vittorino geweiht.
km 0.03
42.351 N - 13.399 E
Zu einem der mit Bäumen bepflanzten historischen Plätze der Stadt, der zentralen Piazza Palazzo, gehört Palazzo Margherita, Sitz der Gemeinde von L'Aquila.Der Palazzo, im 13. Jh. erbaut, wurde von Margarethe von Österreich, der Tochter von Karl V, zum Wohnsitz erwählt. Zeugnis der antiken Struktur bleibt der Turm, dessen Glocke jeden Abend die Schließung der Eingangstore in den Stadtmauern ankündigte. Der Turm ist auch nach dem Erdbeben am 6. April 2009 stehen geblieben, während der Palazzo schwer beschädigt wurde. In ihm wird unter anderem die Bulle, mit der Papst Zölestin V die Vergebung des Papstes erlassen hatte und die jedes Jahr in der Perdonanza Celestiniana erneuert wurde, aufbewahrt.
Im Zentrum der Piazza Palazzo dominiert das Denkmal von Gaius Sallustius Crispus, dem latinischen Schriftsteller und Senator der römischen Republik, geboren in Amiternum, während der Römerzeit ein blühendes Zentrum in der Nähe von L'Aquila, von dem heute noch monumentale Reste eines Theaters und eines Amphitheaters erhalten sind.
km 0.02
42.351 N - 13.398 E
Der Palazzo Margherita wurde gegen Ende des 13. Jh. als Wohnsitz für den 'Capitano della Giustizia' (eine Art Richter) erbaut. Einige Jahrhunderte später wurde er von Margarethe von Österreich, der Tochter Karls V, zum Wohnsitz erwählt; nach ihr wurde er schließlich auch benannt. Heute ist er Sitz der Gemeindeverwaltung von L'Aquila. Der Glockenturm, von dem aus einst am Abend die Schließung der Stadttore angekündigt wurde, gehört zu dem Komplex.
Vor dem Erdbeben wurden hier die päpstliche Bulle von Zölestin V sowie der Olivenholzstock aufbewahrt, der zur Öffnung der Heiligen Pforte von Collemaggio verwendet wird. Mit der Öffnung der Heiligen Pforte für die Zeremonie der Ablassgewährung beginnen die Feierlichkeiten für die 'Perdonanza Celestiana'.
km 0.3
42.351 N - 13.398 E
La Torre di Palazzo, Symbol und Stolz der Stadt, existierte wahrscheinlich schon vor dem Jahr 1254, wurde jedoch im Laufe des 14.Jh. in die heutige Form umgebaut.
Der Turm hat sich aus dem Mittelalter die dreieinhalb Stockwerke erhalten, die durch Gurtgesimse aus lokalen Kalksteinquadern unterteilt sind. Sie stammen wahrscheinlich aus den Jahren 1254 – 1374. An der Hauptfassade ein in Stein gehauenes Wappen eines spanischen Feldherrn, das Wappen von Karl V., König von Neapel und Spanien, sowie die Stadtwappen, die im 17.Jh. die älteren ersetzten. 1901 wurde unter dem alten Wappen ein großer Gedenkstein für Giuseppe Garibaldi angebracht.
Der Stadtturm wurde dem Palazzo einverleibt, dem heutigen Rathaus, der 1573 für Margarethe von Österreich gebaut wurde. Die Tochter von Karl V. und Herzogin von Parma wurde von ihrem Bruder , dem spanischen König Filipp II. zur Statthalterin der Abruzzen bestimmt.Ende des 19.Jh. wurde die alte, von Buccio besungene Turmuhr aus dem 14.Jh. durch eine neue ersetzt.Die Turmuhr schlägt seit jeher den Rythmus des Stadtlebens und im Mittelalter gab sie auch das Signal zum Schließen der Stadttore. In der Stadt der magischen Zahl 99, sollen die 99 Schläge an die Burgen erinnern, die an ihrer Gründung beteiligt waren.
km 0.11
42.351 N - 13.402 E
Die Basilika San Bernardino ist eines der wichtigsten Monumente der Stadt und hier befinden sich die sterblichen Reste von San Bernardino, der 1444 in L'Aquila gestorben ist. Die charakteristische große Kuppel wurde in der zweiten Hälfte des 15.Jh. auf Initiative von San Giovanni da Capestrano gebaut und symbolisierte Macht und Prestige der städtischen Handelsoligarchie. Die Kirche mit dem anliegenden Kloster wurde 1472 fertig gestellt, während die herrliche Fassade nach verschiedenen Unterbrechungen in der ersten Hälfte des 16.Jh. nach einem Projekt Cola dell’Amatrice aus goldgelbem Stein errichtet wurde.
Nach dem Erdbeben von 1703 war die Kirche teilweise zerstört und von dem Bau aus dem 15. Jh. waren nur noch die Mauern mit den großen Spitzbogenfenstern, der Turm mit den zweibogigen Fenstern, die polygonale Kapelle des San Bernardino, die man vom Klosterkreuzgang aus sehen kann und die Apsis-Kapellen erhalten. Die Kirche wurde wieder aufgebaut und bereits 1730 war das neue Gebäude fertig, prunkvoll im Inneren, mit seiner vergoldeten Orgel.
Die Kirche hat einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, grandiose Ausmaße und zeigt sich im Barock-Gewand, mit drei Schiffen und einer wertvollen Holzdecke (von Bernardo Mosca da Pescocostanzo), die das mittlere Schiff überdacht, sowie einer achteckigen Kuppel. Die Seitenkapellen sind reich mit Kunstwerken ausgeschmückt, darunter sind das Altarbild von Andrea della Robbia, das Mausoleum des San Bernardino von Silvestro dall’Aquila und seiner Schule, eine Kreuzigung aus dem 16.Jh., das wunderschöne Grabmal der Maria Pereira, ein Werk aus dem späten 15.Jh. von Silvestro dall’Aquila und seinem Gehilfen Salvato da Roma, von ganz besonderer Bedeutung.
Sehenswert sind außerdem die beiden Kreuzgänge des Klosters, die sich im Besitz der Franziskaner befinden (in den anderen beiden ist der Militärdistrikt untergebracht) und das wunderschöne Refektorium, heute Sala Bernardiniana, mit Fresken des Cardone aus dem 16.Jh..
Das Erdbeben vom 6. April 2009 hat die Apsis und den Turm der Basilika schwer beschädigt.
km 1.5
42.350 N - 13.401 E
Die mitten im Zentrum liegende Via Fortebraccio ehrt den italienischen Feldherrn Andrea Fortebraccio, bekannt als Braccio da Montone, Protagonist zahlreicher Schlachten in der Gegend während der dreizehn Monate dauernden Belagerung der Stadt L'Aquila.
Der Feldherr starb im Jahr 1424 an den Folgen der Verletzungen, die er in der Schlacht von Bazzano erlitten hatte.An der Straße liegen Palazzo Alfieri, der auf die Renaissancezeit zurück geht und der heute Sitz des Instituts Santa Maria degli Angeli ist, sowie Palazzo Dragonetti und Palazzo Romanelli.
km 0.15
42.343 N - 13.405 E
Die Arbeiten zum Bau der Basilica di Santa Maria di Collemaggio wurden 1287 auf Initiative von Pietro Angeleri, genannt da Morrone, begonnen.
Dieser wurde dann im Jahr 1294 mit dem Namen Coelestin V. zum Papst gekrönt.An der Fassade beherrscht eine große, von geometrischen Motiven unterbrochene Rosette die lange Straße, die zur Basilika führt. Zwei weitere Rosetten und drei Portale schmücken außerdem die Fassade.
Ein Seitenportal auf der rechten Seite ist die berühmte Heilige Pforte, die jedes Jahr am 28. und 29. August zur Perdonanza Celestiniana geöffnet wird. Damit wird jedes Jahr an die Krönung des Papstes Coelestin V. erinnert und an die Bulle, mit der er 1294 den vollständigen Sündenablass gewährte.
Die Basilika ist mit Spitzbogen in drei Schiffe unterteilt, die von Pilastern auf achteckigen Sockeln getragen werden. Ursprünglich im romanischen Stil wurde sie im Barock erneuert und dann in den 70er Jahren des 20.Jh. wieder in den Originalzustand zurück versetzt.
In ihrem Inneren bewahrt sie die sterblichen Reste ihres Gründers Papst Coelestin V. und zahlreiche Fresken aus dem 15.Jh.Die Basilika wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. In einigen Räumen des anliegenden Klosters sind das Konservatorium „A.Casella“ und andere öffentliche Ämter untergebracht
42.343 N - 13.403 E
Angrenzend an die Basilika Santa Maria di Collemaggio erstreckt sich der Parco del Sole: eine ausgedehnter grüner Fleck, ausgestattet mit einem Spielplatz für Kinder und nicht zuletzt aufgrund seines Panoramas ein Ort für Entspannung und Ruhe.
Dank seiner charakteristischen, einem natürlichen Amphitheater ähnelnden Form wird er häufig als idealer Ort für Konzerte und sommerliche Veranstaltungen genutzt.