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Hügel, Ortschaften, Täler zwischen Natur und Kultur

Eine Route für Mountain-Biker, deren mittlere Etappe auch zu Fuß zurückgelegt werden kann. Hier verbindet sich ein besonderes Naturerlebnis mit den historischen Resten verschiedener Epochen.

308 Bewertung | Mittel: 4 von 5

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  • Länge: 9.4 km
  • Etappen: 1
  • Empfohlene Dauer: 1 Giorno
  • Empfohlenes Fortbewegungsmittel: Mountainbike, Pferd

Autor: Sandro Cordeschi - Lhasa

Ausgangspunkt ist die ehemalige Tenne des Ortes Monticchio (Geburtsort des Kriegshelden Andrea Bafile), heute Treffpunkt für die Bevölkerung, vor allem im Sommer. Durchqueren Sie einen Teil des Ortes rechts in Richtung der bewaldeten Hügel. Nach dem letzten Haus geht es bergauf auf einer nicht asphaltierten Straße, die zuerst ziemlich breit und steil ist und dann immer enger und flacher wird. An diesem Punkt kann man einen schönen Abstecher machen und rechts bis an den Rand einer der spektakulärsten, für diese Gegend typischen Dolinen mit Felswand gelangen.

Fahren Sie dann in der Ebene weiter. Am Ende wird es hier wieder steinig und unbequem. Links haben Sie eine außergewöhnlich schöne Aussicht auf das mittlere Aterno-Tal und seine Orte. Eine kurze aber keinesfalls einfache Talfahrt führt Sie zum Kloster Sant’Angelo d’Ocre, das ehemals eine Einsiedelei war. Die Lage des Klosters auf einem rauen Felsen erinnert an die Verna in der Provinz Arezzo, wo der Heilige Franz seine Wundmale erhielt. Das Kloster ist einen Besuch wert, vor allem, um sein Inneres zu besichtigen. Rechts, bevor Sie wieder auf die Asphaltstraße gelangen, finden Sie eine steile Steigung, die nicht leicht mit dem Fahrrad zu erklimmen ist. Am Ende dieser Steigung sehen Sie links die beeindruckenden Ruinen des Castello d’Ocre. Um die Burg zu erreichen, müssen Sie kaum wahrnehmbare Wege, die auch nicht gut ausgeschildert sind, nehmen. Es braucht Geduld und Orientierungssinn, aber die Aussicht, die Sie von den Mauern der Feste haben (sie kann leider nicht von Innen besichtigt werden) belohnt Sie für Ihre Anstrengungen.

Weiter geht es über eine enge und kurvenreiche, aber asphaltierte Straße in Richtung Fossa, ein Ort, den man schon von oben gut sehen kann. Bevor Sie links auf den großen Platz des Ortes gelangen, fahren Sie weiter in Richtung des mysteriösen Klosters Santo Spirito, in dem heute ein Kulturzentrum untergebracht ist. Ein Rundgang durch die Gässchen von Fossa gestattet einen Einblick in die Struktur einer mittelalterlichen Ortschaft, wo sich überraschenderweise noch kein Massentourismus wälzt. Bemerkenswert sind die Reste der Burg und die Geschichten, die mit den vielen Heiligen- und Seligenfiguren der Gegend zu tun haben. Ein wahres Schmuckstück ist das Innere der romanischen Kirche Santa Maria ad Cryptas. Von außen würde man nicht vermuten, welch herrliche Fresken hinter ihren Mauern verborgen sind. Wenn Sie dann im Aterno-Tal angekommen sind, können Sie, wenn Sie noch genügend Energie haben, weiterfahren zur (picentinischen?) Nekropole aus dem 9.Jh. vor Christus. Sie befindet sich zwar in einem bedauerlichen Zustand der Verwahrlosung, hat aber die Faszination und das Geheimnisvolle einer so weit entfernten Vergangenheit beibehalten. Von der Nekropole geht es zurück zum Fluss, wo bequeme und angenehme Wege eine Pferdebahn kreuzen und rechts zwischen Äckern, Kanälen, Ufervegetation und kleinen landwirtschaftlichen Gebäuden zum Ausgangspunkt zurückführen, den Sie ohne besondere Anstrengung erreichen können.

  • Länge: 9.4 km

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km 3.93

Monticchio

42.321 N - 13.465 E

Monticchio ist ein Ortsteil von L'Aquila, in ca. 9 km Entfernung gelegen, und umfasst fast tausend Einwohner. Es entstand in der Nähe der mittelalterlichen Ortschaft Forcona, Nachfolgerin der antiken Stadt Aveia. Im Jahre 1254 nimmt es Teil an der Gründung von L'Aquila im Viertel San Giorgio. Zwischen Ende des 13. und Anfang des 14. Jh. wird Monticchio Ort zahlreicher Besitztümer von Adelsfamilien und beginnt auch dank der Errichtung der Pfarrkirche Form anzunehmen.Der Bischofssitz von Forcona wird 1257 aufgegeben und in die neue Diözese von L'Aquila aufgenommen, neuer Bischof von L'Aquila wird Berardo.In den Jahren des Risorgimento war Monticchio Sitz zahlreicher Mitglieder der Karbonaribewegung, auch Giuseppe Garibaldi hielt sich hier zeitweilig auf.

1878 wurde in Monticchio Andre Bafile geboren, Kapitänleutnant der Marine, posthum ausgezeichnet mit der Goldmedaille für militärische Verdienste; heute ist das Naturwissenschaftliche Gymnasium in L'Aquila nach ihm benannt.Touristisch bedeutsam ist die einschiffige Pfarrkirche San Nicola di Bari und ein kleiner Palast, der mit einer Loggia mit drei Bögen versehen ist.

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km 2.31

Klosters Sant'Angelo

42.300 N - 13.479 E

Beato Bernardino da Fossa geht davon aus, dass die Gründung des Klosters Sant'Angelo d'Ocre in den ersten Jahrzehnten des 13. Jh. erfolgte und dass es von der Gräfin Sibilla d'Ocre gestiftet wurde. Das Kloster wurde zunächst von den Benediktinerschwestern errichtet, um dann von den Franziskanern definitiv übernommen zu werden, welche Erweiterungen und Veränderungen vornahmen, auch unter Beato Bernardino da Fossa, jenem Chronisten, dessen Reliquien hier aufbewahrt werden.

Später wurde es aufgegeben und dann im 19. Jh. als Lazarett benutzt und zur Zeit der Besetzung durch deutsche Truppen geschändet, wobei die umfangreiche Bibliothek und die Einrichtung verbrannt wurden. Die Restaurierung des Klosters zog sich bis Anfang der 70er Jahre hin.

Es erhebt sich auf einem Felsvorsprung an den Hängen des Monte Circolo und beherrscht das Aterno-Tal. Ein Kreuzgang aus dem 13. Jh. mit zwei Bogengängen bereichert dieses einzigartige Kloster. Es besteht aus einem Kirchenschiff und im Innenraum befinden sich wunderschöne Fresken aus der späten Renaissancezei.

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km 0.56

Fossa

42.292 N - 13.488 E

Fossa erhebt sich über dem Tal der Subequana an den Hängen des Monte Ocre, wo sich in der Antike die Siedlung Aveia erstreckte.

Er sind noch einige Teile der Mauern wie auch Reste der Wohnhäuser, Bögen, Viadukte und Wasserleitungen erhalten. In bestem Zustand sind die bedeutenden Überreste der Nekropole aus dem 8. bis 7. Jahrhundert vor Christus.

Sehenswert sind die Kirche der Assunta und die gotische Zisterzienserkirche Santa Maria ad Cryptas (bei dem Erdbeben am 6.April 2009 beschädigt), die mit einem Freskenzyklus der toskanischen Benediktinerschule verziert ist, aus dem 13. beziehungsweise 14. und 15. Jahrhundert.

Bemerkenswert sind auch die mittelalterlichen Häuser, unter denen der Palast Bonanni hervorsticht

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km 2.6

Die Kirche Santa Maria ad Cryptas

42.296 N - 13.488 E

Etwas außerhalb des mittelalterlichen Ortskerns von Fossa befindet sich die gotische Zisterzienserkirche Kirche Santa Maria ad Cryptas, auch Santa Maria delle Grotte genannt, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde.Das einzige Kirchenschiff ist komplett mit zwei Freskenzyklen ausgemalt, die zu den wichtigsten in den Abruzzen zählen: auf der rechten Wand ist ein Zyklus aus dem späten 13. Jh. zu sehen und auf der linken Wand ist die Geschichte der Jungfrau Maria dargestellt; die Fresken sind von Seneser Meistern ausgeführt, wahrscheinlich im Jahre 1349, als es hier ein Erdbeben gab.Im Presbyterium befindet sich ein Gemälde mit dem Leiden Christi, in dem neueren Forschungen zufolge der französischen Lehnsherr Morel de Saours abgebildet ist, der von 1269 bis 1283 Gouverneur von Ocre war und das Werk in Auftrag gegeben hatte.

Neben zahlreichen weiteren Gemälden ist die kleine Krypta hervorzuheben, die mit einem primitiven Steinaltar, einer quadratischen Apsis und einem Portal ausgestattet ist. Dieses wird von zwei steinernen Löwen auf Kapitellen überwacht, welche mit Blumenmotiven dekoriert sind.

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Nekropole Picena

42.311 N - 13.505 E

Ein Juwel der Geschichte der Region von L'Aquila ist die Nekropole von Fossa, sie gehört zu den wertvollsten archäologischen Funden aus der Frühgeschichte der Abruzzen, die in den Neunziger Jahren ans Tageslicht geholt wurden.

Die höchste Konzentration solcher Nekropolen ist im Gebiet des Apennin in Mittelitalien zu verzeichnen (Terni, Tivoli, Borgorose, Scurcola, Celano, Fossa, Castelvecchio Subequo, Caporciano, Barisciano, Bazzano), welche bei den Völkern der Pizenen, Etrusker und Latier verbreitet waren.

Die Nekropole von Fossa liegt im Gebiet der heutigen Ortschaft Casale und erstreckt sich längs des Flusses Aterno; sie gehört zur Gruppe der Gräber in Steinkreisen aus der frühen Eisenzeit (10. - 8. Jh. v. Chr.), wie sie vor allem in den Abruzzen gefunden wurden.Die ältesten Gräber sind von den Vestinern benutzt worden, später, in den nachfolgenden Jahrhunderten, auch von den Römern.Ab dem 8. Jh. v. Chr. tauchen Gräber auf, die von einem ringförmigen Graben eingeschlossen und von einem Erdhügel bedeckt sind.Die Grabhügel scheinen in parallelen Reihen in Nord-Süd-Ausrichtung angelegt zu sein. Mit Ausnahme eines einzigen Falles, wo der Körper im Inneren einer aus dem Lehmboden ausgehobenen Grube bestattet ist, sind alle anderen Gräber durch eine Art „Bett“ aus Steinen gekennzeichnet; die Gräber sind in Ost-West-Linie ausgerichtet und der Schädel des Verstorbenen liegt nach Osten. Aufgrund dieser Anordnung von Steinen kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine astronomisch-kalendarische Funktion handelt. In der letzten Phase der Nekropole, die zwischen dem 4. und dem 1. Jh. v. Chr. anzusiedeln ist, sind Unterschiede festzustellen. Während zu Beginn (erste hellenistische Phase 4.-3. Jh. v. Chr.) nur Schachtgräber mit einem einzigen Körper angelegt werden, mit Grabbeigaben ohne Waffen, aber mit vielen Dekorationen aus unterschiedlichen Materialien, taucht in der späten hellenistischen Zeit (2.-1. Jh. v. Chr.) ein deutlicher Hang zur Monumentalität auf. Die Gräber werden zu Grabkammern, die aus dem Stein gehauen werden und für die Bestattung mehrerer Körper bestimmt sind. Der interessanteste Fund zumindest der letzten zehn Jahre in der Nekropole von Fossa ist ohne Zweifel das Totenbett aus Knochen. Das Bett weist einige Besonderheiten auf: die vier Beine stellen das Gesicht von Dionysos dar, abwechselnd eingerahmt von Phantasietieren und Amoretten, die auf Seeungeheuern reiten.

Das Vorhandensein solcher Luxusobjekte bezeugt das Ansehen, welches das Gebiet von L'Aquila während der Römerzeit erlangt hatte und erklärt die Beziehungen zu den größten und reichsten Städten Mittelitaliens, zwischen denen es sich bewegte.Das Bett wurde im September 2000 aufgefunden. Es ist anschließend von der Soprintendenza Archeologica der Region Abruzzo in den Werkstätten des Nationalmuseums für Frühgeschichte der Abruzzen in Celano (L'Aquila) restauriert worden.